Der Sommer bringt lange Sonnentage, hohe Temperaturen und trockene Raumluft. Nicht jede Zimmerpflanze kommt damit gut zurecht. Doch es gibt passende Zimmerpflanzen für den Sommer, die mit etwas Pflege und dem richtigen Standort prächtig gedeihen.
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12 Zimmerpflanzen für den Sommer
Sommer bedeutet für Zimmerpflanzen, dass sich die Bedingungen im Wohnraum ändern. Beispielsweise kann die Lichtintensität hinter Fensterglas im Juli fast doppelt so hoch sein wie im März. Und Temperaturen von 26 bis 30 °C in Innenräumen sind keine Seltenheit mehr.
Auch Klimaanlagen, die viele inzwischen nutzen, senken gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit auf Werte, bei denen tropische Pflanzen regelrecht leiden. Ebenso steigt der Wasser- und Nährstoffbedarf, weil Verdunstung und Wachstum im Hochsommer auf Hochtouren laufen. Doch folgende Zimmerpflanzen werden Ihnen auch im Sommer Freude bereiten.
Zimmerpflanzen für sonnige Standorte

1. Kakteen und Sukkulenten
Für sonnige Fensterbänke gibt es eine große Auswahl an pflegeleichten Sukkulenten und Kakteen. Echeverien und Kakteen wie Mammillaria (Warzenkaktus), Säulenkaktus (Cereus) und Gymnocalycium vertragen direkte Mittagssonne. Sie speichern Wasser in ihren fleischigen Geweben und brauchen im Hochsommer nur dann Wasser, wenn die Erde vollständig trocken ist.
Tipp: Wasser nicht in die Blattrosette gießen, sonst entsteht dort stehende Nässe und das führt schnell zu Fäule.
2. Aloe vera
Aloe vera liebt Wärme, verträgt direkte Sonne und kommt problemlos über eine urlaubsbedingte Gießpause hinweg. Staunässe im Topf ist der einzige wirkliche Feind dieser robusten Zimmerpflanze.
3. Bogenhanf
Bogenhanf (Sansevieria) ist eine der anpassungsfähigsten Zimmerpflanzen überhaupt. Er verträgt helle, direkte Standorte genauso wie halbschattige Ecken. Im Sommer kommt er mit Wärme und trockener Raumluft gut zurecht. Gegossen wird alle zwei bis drei Wochen, wenn die Erde vollständig ausgetrocknet ist.
Zimmerpflanzen für halbschattige Standorte

4. Monstera
Die Monstera wächst im Sommer schneller als zu jeder anderen Jahreszeit. Sie braucht keinen direkten Sonnenplatz, verträgt aber helle Standorte mit indirektem Licht gut. Direkte Mittagssonne kann die Blätter verbrennen. Alle zwei bis drei Wochen mit flüssigem Grünpflanzendünger versorgen – in der Wachstumsphase ist das deutlich spürbar.
5. Grünlilie
Die Grünlilie (Chlorophytum comosum) ist im Sommer sehr genügsam. Sie treibt lange Ausläufer mit Tochterpflanzen aus, die sich leicht abschneiden und bewurzeln lassen. Kurze Trockenperioden übersteht sie ohne Probleme – ein halbheller Standort reicht völlig aus.
6. Haworthia
Haworthia wird oft fälschlicherweise mit Kakteen in die pralle Sonne gestellt. Sie bevorzugt jedoch helles, indirektes Licht und verträgt keine direkte Mittagssonne. Damit passt sie gut auf Ost- oder Westfensterbänke. Der Wasserbedarf ist ähnlich gering wie bei Sukkulenten – gegossen wird erst bei vollständig trockener Erde.
Zimmerpflanzen für schattige Standorte

7. Schusterpalme
Die Metzgerpalme oder Schusterpalme (Aspidistra elatior) ist im Sommer besonders praktisch, weil sie mit den typischen Problembedingungen dieser Jahreszeit umgehen kann: Sie verträgt trockenere Raumluft, kommt mit halbschattigen Standorten gut zurecht und braucht im Sommer trotz steigender Temperaturen nur mäßig Wasser. Bei direkter Sonneneinstrahlung verbrennen ihre Blätter regelrecht. Gegossen wird, wenn die Erde oberflächlich trocken ist – Staunässe verträgt sie nicht.
8. Einblatt
Das Einblatt (Spathiphyllum) profitiert im Sommer von der natürlich höheren Luftfeuchtigkeit in Bädern oder Küchen. Es braucht wenig Licht und blüht auch zuverlässig im Halbschatten – mit weißen, eleganten Blütenständen, die im Sommer besonders häufig erscheinen. Der Wasserbedarf steigt im Sommer leicht an: Die Erde sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne dass Staunässe entsteht. Direkte Sommersonne verträgt das Einblatt nicht.
9. Efeutute
Die Efeutute (Epipremnum aureum) wächst im Sommer deutlich schneller als im Rest des Jahres. Wer sie als Ampelpflanze hält, sollte die Ranken in dieser Zeit regelmäßig stutzen, damit sie nicht zu lang werden. Sie kommt mit wenig Licht aus und eignet sich daher auch für dunkle Küchen- oder Flurbereiche, die im Sommer durch Rollläden oder Beschattung wenig natürliches Licht bekommen. Der Wasserbedarf steigt im Sommer an – gegossen wird, sobald die obere Erdschicht trocken ist.
Zimmerpflanzen für feuchte Räume

10. Schwertfarn und Frauenhaarfarn
Farne brauchen höhere Luftfeuchtigkeit und fühlen sich auch im Sommer in Bädern oder Küchen mit Tageslichtfenstern am wohlsten. Direkte Sonne vertragen sie nicht, helles indirektes Licht dagegen gut. Außerdem profitieren sie noch in der warmen Jahreszeit von gelegentlichem Besprühen mit kalkarmem Wasser.
11. Zimmerpalmen
Während Bergpalme und Steckenpalme eher klein bleiben, können die Goldfruchtpalme und die Chinesische Hanfpalme ihre Blattfächer in beträchtlicher Größe ausbreiten. Sie bevorzugen einen hellen bis halbschattigen Standort ohne direkte, pralle Mittagssonne, um Verbrennungen zu vermeiden. Ideal sind warme Plätze mit hoher Luftfeuchtigkeit (z. B. Badezimmer) und Ost- oder Westfenster.
Tipp: Wenn ältere Palmenwedel absterben, sollten sie entfernt werden, um Schädlingen keinen Nährboden zu bieten.
12. Orchideen
Orchideen (Phalaenopsis) profitieren von der im Sommer natürlich höheren Luftfeuchtigkeit in Bädern. Sie bevorzugen helles, indirektes Licht. Gegossen wird, wenn die Wurzeln silbrig-weiß statt grün erscheinen – nicht früher. Zu häufiges Gießen ist der häufigste Grund, warum Orchideen eingehen.
Tipp: Orchideen lieben Regenwasser, weil es extrem kalkarm ist.
Häufige Fehler im Sommer bei Zimmerpflanzen
- Zu viel gießen
Die Erdoberfläche trocknet im Sommer schnell aus, tiefer im Topf ist die Erde aber oft noch feucht. Staunässe entsteht so unbemerkt und schädigt die Wurzeln dauerhaft. Vor dem Gießen kurz in die Erde fühlen – erst wenn die obere Schicht trocken ist, wird nachgegossen.
- Dünger vergessen
In der Wachstumsphase brauchen Zimmerpflanzen regelmäßig Nährstoffe. Alle zwei bis vier Wochen mit flüssigem Dünger ist ein verlässlicher Rhythmus für die meisten Arten.
- Mittagssonne durch Fensterglas
Fensterglas kann die Sonneneinstrahlung verstärken und auch bei sonnenverträglichen Pflanzen zu Blattverbrennungen führen. Ein leichter Sonnenschutz zwischen 12 und 15 Uhr schützt empfindlichere Arten zuverlässig.
Fazit: Passende Zimmerpflanzen für den Sommer
Welche Zimmerpflanzen den Sommer gut überstehen, hängt weniger von der Pflanze an sich als vom richtigen Standort ab. Wer einen sonnigen Fensterplatz hat, ist mit Sukkulenten und Aloe vera gut beraten. Für halbschattige Räume eignen sich Monstera, Grünlilie oder Einblatt. Wer zusätzlich auf den Gießrhythmus achtet und in der Wachstumsphase düngt, hat in der Regel wenig Probleme – unabhängig davon, wie viel Erfahrung er mit Zimmerpflanzen hat.
Häufige Fragen
Welche Zimmerpflanzen eignen sich am besten für den Sommer?
Für sonnige Standorte eignen sich Kakteen, Sukkulenten und Aloe vera besonders gut, da sie Hitze und direkte Sonne vertragen. Für halbschattige Plätze sind Monstera, Grünlilie und Einblatt ideal. Alle drei Arten kommen gut mit den typischen Sommerbedingungen in Innenräumen zurecht.
Wie oft sollte ich Zimmerpflanzen im Sommer gießen?
Das hängt von der Pflanzenart ab. Sukkulenten und Kakteen werden nur gegossen, wenn die Erde komplett ausgetrocknet ist. Tropische Pflanzen wie die Monstera brauchen im Sommer mehr Wasser, sollten aber nie in Staunässe stehen. Als Faustregel gilt: Erst gießen, wenn die oberste Erdschicht trocken ist.
Welche Zimmerpflanzen brauchen im Sommer wenig Pflege?
Sukkulenten, Kakteen und Aloe vera sind die pflegeleichtesten Zimmerpflanzen im Sommer. Sie kommen mit Wärme, wenig Wasser und viel Sonne problemlos zurecht und eignen sich daher auch für Urlaubszeiten, in denen nicht regelmäßig gegossen werden kann.
Warum bekommen meine Zimmerpflanzen im Sommer braune Blätter?
Braune Blätter entstehen im Sommer meist durch direkte Mittagssonne hinter Fensterglas, zu trockene Raumluft oder Staunässe im Topf. Zunächst den Standort prüfen und bei Bedarf etwas weiter vom Fenster rücken. Pflanzen wie Farne profitieren zusätzlich vom regelmäßigen Besprühen mit kalkarmem Wasser.






