Ob Unkraut giftig ist, sieht man den Pflanzen nicht an. Zum eigenen Schutz sollten Natur- und Gartenliebhaber giftiges Unkraut kennen und vor allem meiden.

Für die einen sind es Pflanzen, die ganz selbstverständlich zum Ökosystem eines Gartens dazugehören, für die anderen ein Ärgernis, dem keine Schönheit abgewonnen werden kann. Unkraut scheidet die Gemüter, sollte aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden, wenn es sich um giftige Sorten handelt. Unsere Übersicht zeigt, welches »Unkraut« Ihrer Gesundheit mitunter massiv schaden kann.

Giftige Unkräuter im Garten erkennen

Es ist wichtig, giftige Unkräuter im Garten zu erkennen, um leichte bis schwere Vergiftungen bei Menschen und Haustieren sowie schwere Hautreizungen zu verhindern.

Kriechender Hahnenfuß

Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) | © kazakovmaksim /stock.adobe.com

Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens) breitet sich rasant aus, vor allem, wenn das Unkraut ausreichend Wasser (Regen) bekommt. Durch seine kriechenden Ausläufer ist er vorwiegend Rasenliebhabern ein Dorn im Auge. Der Kriechende Hahnenfuß blüht von Mai bis September und breitet sich in dieser Zeit auch selbst aus (Samen). Das Kraut gilt als schwach giftig, und trotzdem sollten Sie bei der Bekämpfung Handschuhe tragen.

Kriechender Hahnenfuß ist sowohl für Menschen, als auch für Tiere giftig. Das Kraut darf nicht verzehrt werden und Hautkontakt ist zu vermeiden.

Giftige Wirkstoffe: Protoanemonin
Folgen der Vergiftung: Hautreizungen, Blasenbildung, Übelkeit, Erbrechen

Riesenbärenklau

Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)
Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) | © lcrms /stock.adobe.com

Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum), im Volksmund auch Herkulesstaude genannt, kann zwar zur Unterpflanzung genutzt werden, gilt im Allgemeinen aber als Unkraut. Grund dafür ist die schnelle Ausbreitung und vor allem die Tatsache, dass das Heracleum mantegazzianum andere Pflanzen verdrängt. Die zahlreichen Blüten sind des Imkers Freude, Hobbygärtner hingegen versuchen, die Staude mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Das Giftigste am Bärenklau ist der austretende Pflanzensaft, der besonders in Verbindung mit Sonnenlicht seine volle Dosis entfaltet.

Giftige Wirkstoffe: Furocumarine
Folgen der Vergiftung: Juckreiz, Hautrötungen, Verbrennungen, Blasenbildung

Ambrosia

Kleingewachsene Ambrosia im Beet.
Ambrosia zählt zu den häufigsten Allergieauslösern. | © Viacheslav / stock.adobe.com

Die Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia) ist kein giftiges Unkraut im herkömmlichen Sinne, sollte in dieser Liste aber trotzdem erwähnt werden. Die auch Beifuß-Traubenkraut, Beifuß-Ambrosie oder Wilder Hanf genannte und aus Nordamerika stammende Pflanze breitet sich in Deutschland mehr und mehr aus und macht dabei auch vor privaten Gärten nicht Halt. Ambrosia zählt – während der Blüte von Juli bis Dezember – zu den häufigsten Allergieauslösern. In Deutschland besteht bis dato noch keine Meldepflicht. Trotzdem sollten Funde des giftigen Unkrauts dem örtlichen Grünflächenamt mitgeteilt werden.

Giftige Wirkstoffe: Auslöser: Pollen
Folgen der Vergiftung: allergisches Asthma, Heuschnupfen, Bindehautentzündungen

Jakobskreuzkraut

Jakobs-Greiskraut – Giftig für Mensch und Tier
Jacobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris) | © M. Schuppich / stock.adobe.com

Das Jacobskreuzkraut (Jacobaea vulgaris), auch Krötenkraut, Spinnenkraut, Zehrkraut und Jakobs-Greißkraut genannt, stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Die Hauptblütezeit – erkennbar an den auffälligen gelben Blüten – liegt im Sommer, kann sich aber bis in den Oktober hineinziehen. Besonders Pferdebesitzern und Landwirten macht das Kraut – wegen seiner hohen Giftigkeit – zu schaffen. Jakobskraut ist aber nicht nur auf Wiesen und an Ackergrenzen zu finden, es kann sich auch in naturbelassenen Gärten ausbreiten.

Giftige Wirkstoffe: Pyrrolizidin (Alkaloide)
Folgen der Vergiftung: Leberschäden bei Mensch und Tier, krebserregend

Schwarzes Bilsenkraut

Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) | © lizmyosotis /stock.adobe.com

Das Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) gehört zu den Nachtschattengewächsen, kann bis zu 60 cm hoch werden und zeigt in den Monaten Juni bis Oktober eine dunkelgelbe, fast schmutzig wirkende Blüte. Es ist nicht nur giftig, es hat auch einen sehr unangenehmen Geruch und ist daher bei Gartenbesitzern nicht sonderlich beliebt. Besonders gut wächst das Schwarze Bilsenkraut auf einem stickstoffhaltigen Boden, auf Wegen und an Mauern. Alle Pflanzenteile des Hyoscyamus niger sind giftig, besonders aber der Samen und die Wurzeln.

Giftige Wirkstoffe: Hyoscyamin und Scopolamin
Folgen der Vergiftung: rasender Puls, Bewusstlosigkeit, Tod

Gemeiner Stechapfel

Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium)
Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium) | © Ruckszio /stock.adobe.com

Der Gemeine Stechapfel (Datura stramonium) oder auch Weiße Stechapfel kann Wuchshöhen bis zu 2 Metern annehmen. Den Namen verdankt die Pflanze ihren stacheligen Kapseln, die sich aus der Blüte zwischen Juli und Oktober bilden. Letztere duftet süßlich, der Geruch der Stiele und Blätter wird allerdings gemeinhin als unangenehm empfunden. Der Gemeine Stechapfel wächst bevorzugt am Wegesrand, aber auch auf Müllplätzen. Alle Teile des Gemeinen Stechapfels sind giftig, vor allem aber die Wurzeln und die Samen.

Giftige Wirkstoffe: L-Hyoscyamin, L-Scopolamin, Atropin (Alkaloide)
Folgen der Vergiftung: Hautreizungen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit bis zum Rauschzustand

Gefleckter Schierling

Gefleckte Schierling (Conium maculatum)
Gefleckte Schierling (Conium maculatum) | © wiha3 /stock.adobe.com

Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist eine zweijährige krautige Pflanze, die gern geschützt an Hecken und Zäunen wächst. Er bevorzugt einen nährstoffreichen Lehmboden und ist fast unverkennbar an seinem an Mäuseurin erinnernden Geruch erkennbar. Der Schierling (alle Pflanzenteile) gilt hierzulande als stark giftig und kann für den Menschen sogar tödlich sein.

Giftige Wirkstoffe: Pseudoalkaloid Coniin
Folgen der Vergiftung: Brennen im Mund, Würgereiz, Sehstörungen, Muskelkrämpfe, Atemlähmung

Gewöhnliches Seifenkraut

Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)
Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis) | © Heike Rau /stock.adobe.com

Das Gewöhnliche Seifenkraut (Saponaria officinalis) kann eine Wuchshöhe von bis zu 80 cm erreichen. Auch bei diesem giftigen Unkraut ist die Blütezeit von Juni bis Oktober. Zu finden ist das Gewöhnliche Seifenkraut oftmals an Wegesrändern. Die Pflanze gibt sich mit einem Sand- oder Steinboden zufrieden. Wie am Namen schon erkennbar, wurde das Seifenkraut früher als Waschmittelersatz genutzt. Heute kommt es noch in einigen Medikamenten vor. Dazu muss man aber wissen, dass das Gewöhnliche Seifenkraut in hoher Dosierung tödlich ist. Roh darf das Seifenkraut nicht gegessen werden.

Giftige Wirkstoffe: Proteintoxin Saporin
Folgen der Vergiftung: Übelkeit, Erbrechen

Gewöhnliche Osterluzei

Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis)
Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis) | © visuals-and-concepts /stock.adobe.com

Die Gewöhnliche Osterluzei (Aristolochia clematitis) wird wegen ihrer Wuchsform auch als Aufrechte Osterluzei bezeichnet. Die allgemein als Unkraut bekannte Pflanze kann bis zu 100 cm hoch wachsen, die Achse verläuft allerdings kriechend. In unseren Breiten zeigt die Pflanze von Mai bis Juni hellgelbe Blüten. Im Altertum wurde die Gewöhnliche Osterluzei als Heilpflanze verwendet. Heute sollte man das tunlichst lassen, denn sowohl Wurzeln als auch Blätter gelten als giftig.

Giftige Wirkstoffe: Aristolochiasäure
Folgen der Vergiftung: Magengeschwüre, nierenschädigend, krebsfördernd

⚠️ Achtung: Gewöhnliche Osterluzei im Garten?
Die seltene Wildpflanze steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste, ist aber stark giftig (Nierenschäden/Krebsrisiko) und breitet sich über Wurzeln rasant aus. Wer Haustiere oder Kinder hat, sollte die Pflanze konsequent (mit Handschuhen!) ausgraben und im Restmüll entsorgen. Es gibt kein Gesetz, das das Entfernen im eigenen Garten verbietet.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

2 Kommentare

  1. „Butterblume“ ist ein Trivialname für verschiedene gelb blühende Hahnenfußarten:
    Kriechender Gold-, Wiesen-, etc Hahnenfuß.

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