Johannisbeeren sind wahre Vitaminbomben, weshalb sie in keinem Garten fehlen sollten. Doch sie sind nicht nur gesund, sondern auch sehr leicht anzubauen.
Johannisbeeren gehören zu den Klassikern im heimischen Garten und sind aus gutem Grund so beliebt. Die kleinen, meist roten, weißen oder schwarzen Beeren stecken voller Vitamine, sind erstaunlich pflegeleicht und liefern obendrein zuverlässig Erträge und das selbst bei weniger idealen Bedingungen. Das Tolle: Johannisbeeren gedeihen nicht nur im Nutzgarten, sie sind auch eine ideale essbare Hecke. Und ganz nebenbei wecken sie bei vielen Menschen auch noch schöne Kindheitserinnerungen an Omas Garten, klebrige Finger und selbstgemachtes Gelee.
Damit auch Sie von den leckeren Früchten während der sonnigen Monate naschen können, erkläre ich Ihnen hier, wie Sie die kleinen Beeren richtig anbauen, pflegen und sogar vermehren können.
Inhalte
Herkunft und Verbreitung
Die Johannisbeere gehört zur Pflanzengattung Ribes und kommt ursprünglich aus Europa und Asien. Schon lange bevor Menschen sie gezielt angebaut haben, wuchsen Johannisbeeren wild in der Natur, zum Beispiel an Waldrändern oder auf feuchten Wiesen. Bereits im Mittelalter begannen die Menschen, Johannisbeeren in Kloster- und Bauerngärten anzupflanzen. Damals nutzte man die Johannisbeere allerdings weniger zum Naschen, sondern vor allem als Heilpflanze. Mönche stellten aus den Früchten, den Blättern und sogar aus der Rinde zum Beispiel einfache Heilmittel wie Tees oder Umschläge her.
Schon früher galten Johannisbeeren als gesund und stärkend. Besonders die schwarze Johannisbeere wurde bei Erkältungen, Halsschmerzen und Schwäche eingesetzt. Und auch heute noch werden Johannisbeeren wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe geschätzt und zum Beispiel zu Säften oder anderen Produkten verarbeitet.
Autoren-Kommentar von M. Liebeskind
💡 Schon gewusst?
Der Name „Johannisbeere“ hängt mit dem Johannistag am 24. Juni zusammen, denn ungefähr zu dieser Zeit werden die Früchte reif und können geerntet werden.
Aussehen und Wuchs

Johannisbeeren gehören zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae). Es handelt sich um sommergrüne Sträucher, das heißt, sie verlieren im Herbst ihre Blätter und treiben im Frühjahr neu aus. Je nach Art und Sorte werden Johannisbeersträucher zwischen 80 Zentimeter und etwa 2 Meter hoch und erreichen meist eine ähnliche Breite. Dadurch eignen sie sich gut für kleine und größere Gärten. Die Triebe wachsen aufrecht bis leicht überhängend und bilden mit den Jahren einen dichten Strauch.
Die Blätter sind handförmig gelappt, weich behaart und fühlen sich leicht samtig an. Besonders bei der schwarzen Johannisbeere verströmen die Blätter einen typischen, würzigen Duft, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. Dieser Geruch entsteht durch ätherische Öle in den Blättern und ist ein gutes Erkennungsmerkmal dieser Art.
Die Blütezeit beginnt meist im April oder Mai, also im Frühling. Die eher kleinen und unscheinbaren Blüten sind grünlich bis gelblich gefärbt und wachsen in lockeren Trauben. Auch wenn sie nicht besonders auffällig sind, haben sie eine wichtige Aufgabe: Sie liefern Bienen und anderen Insekten früh im Jahr Nahrung. Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich später die bekannten Johannisbeeren. Diese sind botanisch gesehen echte Beerenfrüchte und hängen in langen Trauben am Strauch. Je nach Sorte unterscheiden sie sich in Farbe, Größe und Geschmack.
Arten von Johannisbeeren
Die bekanntesten Johannisbeerarten sind die rote Johannisbeere (Ribes rubrum), die weiße Johannisbeere (eine Variante von Ribes rubrum) und die schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum). Rote Johannisbeeren sind erfrischend sauer und ideal für Gelee und Kuchen. Weiße Johannisbeeren sind milder, etwas süßer und werden oft direkt vom Strauch genascht. Schwarze Johannisbeeren haben ein intensives Aroma, sind sehr vitaminreich und werden häufig für Saft, Sirup oder Likör verwendet. Daneben existieren noch seltenere Arten wie die Gold-Johannisbeere oder Zierformen, die weniger wegen der Früchte als wegen ihres Blüten- oder Blattzierwerts gepflanzt werden.
Steckbrief
| Johannisbeere (Ribes) | |
|---|---|
| Familie: | Grossulariaceae |
| Wuchshöhe: | 0,8 – 2 m |
| Blütezeit: | April bis Mai |
| Erntezeit: | Juni bis Juli |
| Standort: | sonnig bis halbschattig |
| Boden: | humos, locker, leicht feucht |
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Optimale Sorten für den Gartenanbau

Bei roten Johannisbeeren sind Sorten wie ‘Rovada’ oder ‘Jonkheer van Tets’ sehr beliebt. Weiße Johannisbeeren wie ‘Weiße Versailler’ punkten mit mildem Geschmack. Schwarze Johannisbeeren wie ‘Titania’ oder ‘Ometa’ gelten als besonders robust und ertragreich.
- 3 Johannisbeerbüsche im Set – Titania – Rolan und Weiße Versailler
- Gesunde Johannisbeeren aus dem Garten oder auch als Topfbepflanzung für den Balkon oder Terrasse
- sonnigen bis halbschattigen Standort
- Der Versand erfolgt im Topf oder Topfballen. Eine Pflanz.- und Pflegeanleitung liefern wir mit.
Der optimale Standort
Johannisbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Je mehr Sonne, desto aromatischer die Früchte, wobei schwarze Johannisbeeren auch Halbschatten gut vertragen. Wichtig ist eine gute Luftzirkulation, um Pilzkrankheiten vorzubeugen. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass keine Staunässe entsteht.
Der richtige Boden
Der Boden sollte locker und gut durchlässig sein, damit Wasser gut einsickern kann. Außerdem sollte er humusreich sein, also viele Nährstoffe enthalten, und nicht komplett austrocknen. Am besten wachsen Johannisbeeren in einem Boden, der leicht sauer bis neutral ist. Sehr feste, schwere Böden können Sie verbessern, indem Sie Kompost und etwas Sand untermischen. Ist der Boden dagegen sehr sandig, hilft es, mehr Kompost oder andere organische Materialien einzuarbeiten, damit er Wasser und Nährstoffe besser speichert.
Pflanzanleitung

Johannisbeeren lassen sich relativ einfach pflanzen, egal ob im Topf auf dem Balkon oder direkt im Gartenboden. Wichtig ist, dass Sie sich etwas Zeit nehmen und Schritt für Schritt vorgehen. So wächst der Strauch gut an und kann später viele Früchte tragen.
Johannisbeeren im Topf anpflanzen
- Zuerst wählen Sie einen ausreichend großen Topf. Er sollte mindestens 30 bis 40 Zentimeter Durchmesser haben, damit die Wurzeln genug Platz haben. Wichtig ist außerdem ein Abzugsloch im Boden des Topfes, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht.
- Als Nächstes füllen Sie eine Drainageschicht aus Tonscherben oder Blähton in den Topf. Darauf kommt eine Schicht lockere, nährstoffreiche Blumenerde oder spezielle Beerenerde.
- Nun setzen Sie die Johannisbeerpflanze in den Topf. Die Pflanze sollte etwas tiefer stehen als vorher im Pflanztopf, damit sich neue Triebe bilden können.
- Anschließend füllen Sie den Topf mit Erde auf und drücken diese vorsichtig an.
- Danach gießen Sie die Pflanze gründlich, bis die Erde gut feucht ist. Stellen Sie den Topf an einen sonnigen bis halbschattigen Platz und achten Sie darauf, regelmäßig zu gießen, da Töpfe schneller austrocknen als Gartenboden.
Johannisbeeren im Gartenboden anpflanzen
Für die Pflanzung im Garten suchen Sie sich zuerst einen passenden Standort aus. Dieser sollte sonnig bis halbschattig liegen und gut durchlüftet sein.
- Heben Sie dann ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen der Pflanze.
- Lockern Sie den Boden am Grund des Pflanzlochs gut auf und mischen Sie etwas Kompost unter die Erde.
- Setzen Sie nun den Johannisbeerstrauch in das Loch. Auch hier gilt: Die Pflanze darf ruhig etwas tiefer gesetzt werden als zuvor, damit sie kräftiger wächst.
- Füllen Sie das Pflanzloch mit Erde auf und treten Sie diese leicht fest. Danach gießen Sie den Strauch gründlich an.
- Zum Schluss empfiehlt es sich, den Boden rund um die Pflanze mit Mulch, zum Beispiel aus Rindenmulch oder Grasschnitt, abzudecken. Das hält den Boden feucht und schützt die Wurzeln. Lesetipp: Rindenmulch ausbringen – So wird’s gemacht
Tipps zur Pflege

Johannisbeeren sind äußerst winterhart und langlebig. Ein gut gepflegter Strauch kann über 20 Jahre alt werden. Zudem eignen sie sich hervorragend für Mischpflanzungen und als Fruchthecke. Ihre frühe Blüte macht sie wertvoll für Insekten, während die dichten Sträucher Vögeln Schutz bieten.
💧 Gießen:
Gegossen wird immer dann, wenn es über längere Zeit trocken ist. Besonders wichtig ist eine ausreichende Wasserversorgung während der Blüte und der Fruchtbildung, da Wassermangel in dieser Zeit zu kleinen oder sauren Früchten führen kann. Der Boden sollte gleichmäßig feucht bleiben, ohne dass sich Wasser staut, denn Staunässe vertragen Johannisbeeren nicht gut. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Rindenmulch kann dabei helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
🌱 Düngen:
Düngen Sie am besten im Frühjahr, zum Beispiel mit gut verrottetem Kompost oder speziellem Beerendünger. Das versorgt die Pflanze mit wichtigen Nährstoffen für das Wachstum und die Fruchtbildung. Bei sehr nährstoffarmen Böden kann im Sommer eine leichte Nachdüngung sinnvoll sein. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel Dünger zu verwenden, da dies das Blattwachstum fördert, aber die Fruchtbildung schwächen kann.
- Nur 1 x Düngen pro Saison: Hochwertiger Naturdünger mit 50% Schafwolle und sehr guter Sofort- sowie gleichmäßiger Langzeitwirkung von bis zu 5 Monaten, Ideal für alle Arten von Beeren, Kern- und Steinobst
- Für schmackhafte und gesunde Früchte: Kräftiges Wachstum und reiche Ernten dank nährstoffreicher Schafwolle, Aktivierung des Bodenlebens, Bodenlockerung und Förderung der Humusbildung, Erhöhte Wasserspeicherung und mehr Widerstandskraft
- Einfache Handhabung: Gleichmäßige Ausbringung des Düngers auf dem Boden, Einarbeitung in die Erde, Anschließend ausreichende Bewässerung, Einfache Dosierung dank praktischer Pelletform
- 100% natürliche Inhaltsstoffe, Dünger für den ökologischen Landbau geeignet
- Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.
✂️ Schnitt:
Ein jährlicher Schnitt nach der Ernte ist sehr wichtig, damit der Strauch gesund bleibt und viele Beeren trägt. Wenn Sie zur Gartenschere greifen und Ihre Johannisbeeren schneiden möchten, sollten Sie dabei alle alten, dunklen und wenig fruchttragenden Triebe bodennah entfernen. Junge, helle Triebe bleiben stehen, da sie im nächsten Jahr besonders viele Früchte tragen. Durch den Schnitt gelangt mehr Licht und Luft in den Strauch, was das Wachstum verbessert und Krankheiten vorbeugt.
❄️ Überwinterung:
Johannisbeeren im Gartenbeet sind sehr winterhart und benötigen in der Regel keinen besonderen Winterschutz. Die Sträucher vertragen auch stärkeren Frost problemlos. Trotzdem ist es sinnvoll, den Boden rund um die Pflanze im Herbst mit einer Mulchschicht aus Laub, Stroh oder Rindenmulch abzudecken. Diese Schicht schützt die Wurzeln vor starkem Durchfrieren und hält den Boden gleichmäßig feucht. Gegossen werden muss im Winter meist nicht, außer bei sehr trockener Witterung ohne Frost.
Johannisbeeren im Topf sind etwas empfindlicher, da die Wurzeln weniger geschützt sind als im Gartenboden. Stellen Sie den Topf im Winter möglichst an einen geschützten Ort, zum Beispiel an eine Hauswand oder unter ein Vordach. Den Topf können Sie zusätzlich mit Vlies, einem Jutesack oder Luftpolsterfolie umwickeln, um die Wurzeln vor Frost zu schützen. Achten Sie darauf, dass das Abzugsloch frei bleibt, damit sich keine Staunässe bildet. Auch im Winter sollten Topfpflanzen an frostfreien Tagen gelegentlich gegossen werden, da der Wurzelballen nicht komplett austrocknen darf.
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🌬️ Verrieseln verhindern:
Verrieseln bei Johannisbeeren bedeutet, dass zwar viele Blüten vorhanden sind, sich daraus aber nur wenige oder sehr kleine Beeren entwickeln. Ein Teil der Blüten oder jungen Früchte fällt frühzeitig ab, sodass die Trauben locker bleiben. Die Ursachen sind meist ungünstiges Wetter während der Blüte, zum Beispiel Kälte, Regen oder Frost, aber auch Wassermangel, Nährstoffmangel oder eine fehlende Bestäubung durch Insekten. Vorbeugen können Sie, indem Sie die Johannisbeeren an einen geschützten, sonnigen Standort pflanzen, auf eine gleichmäßige Wasserversorgung achten, im Frühjahr moderat düngen und bienenfreundliche Stauden im Garten anpflanzen oder ein Insektenhotel selber bauen bzw. kaufen. Lesetipp: Insektenhotel aus Dosen bauen – Anleitung und Tipps
Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen

Johannisbeeren gelten als recht robuste Pflanzen, können aber trotzdem von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Wenn Sie Ihre Sträucher regelmäßig kontrollieren, lassen sich Probleme meist früh erkennen und gut in den Griff bekommen.
▪️Säulenrost:
Säulenrost ist eine Pilzkrankheit, die vor allem bei feuchtem Wetter auftritt. Typisch sind gelb-orange Flecken auf der Oberseite der Blätter. Auf der Blattunterseite bilden sich später rostfarbene, säulenartige Pusteln. Befallene Blätter fallen oft frühzeitig ab. Bekämpfen können Sie Säulenrost, indem Sie befallene Blätter sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen. Achten Sie außerdem auf einen luftigen Standort und vermeiden Sie es, Johannisbeeren in der Nähe von Kiefern zu pflanzen, da diese den Pilz übertragen können.
▪️Mehltau:
Mehltau erkennen Sie an einem weißen, mehlartigen Belag auf Blättern, Trieben oder Früchten. Die betroffenen Pflanzenteile wirken wie mit Puderzucker bestäubt. Besonders junge Triebe können sich dadurch verformen. Entfernen Sie befallene Triebe frühzeitig und schneiden Sie den Strauch regelmäßig aus. Ein sonniger, luftiger Standort hilft, Mehltau vorzubeugen.
▪️Blattfallkrankheit:
Bei der Blattfallkrankheit zeigen sich zunächst kleine braune Flecken auf den Blättern. Später vergilben die Blätter und fallen bereits im Sommer ab. Der Strauch wird dadurch geschwächt und trägt im nächsten Jahr weniger Früchte. Entfernen Sie befallenes Laub konsequent und sorgen Sie für ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen, damit die Blätter nach Regen schnell abtrocknen können.
▪️Johannisbeerblasenlaus:
Die Johannisbeerblasenlaus verursacht auffällige, blasige Wölbungen auf den Blättern, meist in roten oder gelblichen Farben. Auf der Blattunterseite sitzen die kleinen Läuse und saugen Pflanzensaft. Leichter Befall kann oft toleriert werden. Bei stärkerem Befall hilft es, betroffene Blätter zu entfernen oder die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspülen.
▪️Gallmilben:
Gallmilben sind winzige Schädlinge, die vor allem die Knospen befallen. Diese schwellen stark an, öffnen sich nicht richtig und treiben im Frühjahr nicht aus. Befallene Knospen sollten frühzeitig ausgebrochen und entsorgt werden. Ein starker Befall kann den gesamten Strauch schwächen, daher ist regelmäßige Kontrolle besonders wichtig.
▪️Blattläuse:
Blattläuse sitzen meist in großen Gruppen an jungen Trieben und Blattunterseiten. Die Blätter rollen sich ein, wachsen schlecht und fühlen sich klebrig an. Oft sind auch Ameisen in der Nähe zu sehen. Bei leichtem Befall reicht es meist, die Läuse abzuspülen. Nützlinge wie Marienkäfer helfen ebenfalls bei der natürlichen Bekämpfung.
▪️Stachelbeerblattwespe:
Die Larven der Stachelbeerblattwespe fressen die Blätter der Johannisbeere oft innerhalb kurzer Zeit fast vollständig kahl. Typisch sind angefressene Blätter und grünliche Raupen am Strauch. Sammeln Sie die Larven möglichst früh ab und kontrollieren Sie den Strauch regelmäßig, besonders im Frühjahr.
Ernte

Geerntet wird je nach Sorte und Wetterlage von Juni bis Juli. Die Beeren sind reif, wenn sie ihre sortentypische Farbe vollständig erreicht haben und sich leicht vom Stiel lösen lassen. Geerntet werden Johannisbeeren immer traubenweise, da die einzelnen Beeren sehr empfindlich sind. Am besten ernten Sie morgens an trockenen Tagen, wenn die Früchte noch kühl sind. So bleiben sie länger frisch und lassen sich besser weiterverarbeiten oder lagern.
Verwendung in der Küche
In der Küche sind Johannisbeeren echte Allrounder und sehr vielseitig einsetzbar. Besonders beliebt sind sie für Marmelade, Gelee und Saft, da ihr leicht säuerlicher Geschmack gut mit Zucker harmoniert. Wichtig ist hier vorher nur, dass Sie die Johannisbeeren entkernen.
Auch in Kuchen, Torten und Desserts sorgen sie für eine frische Note. Rote Johannisbeeren passen hervorragend zu sommerlichen Süßspeisen, während schwarze Johannisbeeren oft zu Sirup, Likör oder Cassis verarbeitet werden. Sogar zu herzhaften Gerichten, zum Beispiel Wild oder Käse, lassen sich Johannisbeeren als Sauce oder Chutney verwenden.
Autoren-Kommentar von M. Liebeskind
💡 Schon gewusst?
Johannisbeeren sind wahre Vitaminbomben. Besonders schwarze Johannisbeeren enthalten extrem viel Vitamin C, sogar deutlich mehr als Orangen. Hinzu kommen sekundäre Pflanzenstoffe, Anthocyane und Flavonoide, die antioxidativ wirken. Diese Stoffe unterstützen das Immunsystem, schützen die Zellen und können entzündungshemmend wirken. Auch der Ballaststoffgehalt ist beachtlich und fördert eine gesunde Verdauung.
Vermehrung

Johannisbeeren lassen sich sehr einfach vermehren und eignen sich daher besonders gut für Hobbygärtner, die ihren Garten nach und nach erweitern möchten. Der große Vorteil ist, dass man dafür keine teuren neuen Pflanzen kaufen muss. Am gängigsten ist die Vermehrung über sogenannte Steckhölzer.
➜ Vermehrung über Stecklinge:
Schneiden Sie im Herbst etwa 20 Zentimeter lange, verholzte Triebe von einem gesunden Strauch ab. Diese Triebe sollten kräftig und unverletzt sein. Anschließend stecken Sie die Steckhölzer senkrecht in lockere, leicht feuchte Erde, sodass nur noch ein kleines Stück aus dem Boden herausschaut. Im Laufe des Winters und im folgenden Frühjahr bilden sich an den Trieben neue Wurzeln. Im nächsten Jahr kann daraus bereits ein kleiner Johannisbeerstrauch wachsen.
➜ Vermehrung über Absenker:
Eine weitere Möglichkeit ist die Vermehrung durch sogenannte Absenker. Dabei wird ein bodennaher, biegsamer Trieb vorsichtig nach unten gebogen, auf den Boden gelegt und leicht mit Erde bedeckt. Damit der Trieb nicht wieder nach oben springt, können Sie ihn auch mit einem kleinen Stein oder Haken fixieren. Nach einiger Zeit bildet dieser Trieb eigene Wurzeln. Sobald er gut angewachsen ist, können Sie ihn von der Mutterpflanze trennen und an einen neuen Platz pflanzen.
➜ Vermehrung durch Teilung:
Auch die Teilung älterer, kräftiger Sträucher ist möglich, wenn diese ohnehin umgesetzt oder verjüngt werden sollen. Dabei wird der Strauch vorsichtig ausgegraben und mit einem scharfen Spaten oder Messer in mehrere Teile geteilt. Wichtig ist, dass jedes Teilstück ausreichend Wurzeln und einige gesunde Triebe besitzt. Anschließend können die Teilstücke direkt wieder eingepflanzt und gut angegossen werden. Mit etwas Geduld und der richtigen Pflege wächst so auf einfache Weise ein neuer, kräftiger Johannisbeerstrauch für den Garten heran.






