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Mandelblättrige Wolfsmilch – Tipps zum Pflanzen und Pflegen

In der Volksheilkunde ist Wolfsmilch eines der wichtigsten Heilkräuter gegen Hautbeschwerden. Daneben wird das Kraut auch gerne als Zierpflanze kultiviert.

Mandelblättrige Wolfsmilch
© Debu55y / stock.adobe.com
Besonders dekorativ ist hier unter anderem die Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides). Wegen ihrer bizarren Blätter eignet sie sich im Beet als originelle Blattschmuckpflanze. Zudem gibt es eine Reihe an Sorten, die weitere Zieraspekte, wie bunt gefärbte Stängel, aufweisen.

Wegen ihrer immergrünen Blätter verleiht Mandelblättrige Wolfsmilch im Garten ganzjährig schöne Farbakzente. Auch sind die Laubblätter dank ihrer eilanzettlichen Form besonders dekorativ. Sie erinnern namensgemäß an die Blätter des Mandelbaums und sind am Blattrand, sowie an der Blattunterseite, leicht behaart. In der Mitte des Blühtriebes treten die Blätter rosettig gehäuft auf, was gemeinsam mit den grünlich-gelben Scheindolden der Pflanzenblüte einen unvergleichlichen Ziereffekt erzeugt.

Mandelblättrige Wolfsmilch im Garten

Heilpflanzlich genutzt wird die Wolfsmilch heutzutage nur noch in Regionen, in denen es keinen Zugang zu modernen medizinischen Einrichtungen gibt. Das hat auch seinen Grund, denn der Milchsaft aus den Stängeln der Pflanze ist, anders als die heilsamen Blätter, äußerst hautreizend. Das beißende Milchsekret brachte der Pflanze auch ihren Namen ein und legt nahe, diese Pflanze im Garten nur dort anzusiedeln, wo sie vor dem Zugriff durch Kinder und Haustiere geschützt ist. Bei Arbeiten an der Pflanze sollten Sie außerdem stets Handschuhe tragen um Hautreizungen zu verhindern.

Wolfsmilch ist die namensgebende Gattung in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Charakteristisch für diese ist nicht nur der pflanzentypische Milchsaft. Ebenso zeichnen sich viele Wolfsmilchgewächse durch ihren strauch- bis sukkulentenartigen Wuchs aus. Sie sind deshalb insbesondere als Bepflanzung im Sukkulentengarten, Steingarten sowie am Gehölzrand sehr beliebt.

Die Mandelblättrige Wolfsmilch stammt hauptsächlich aus Mitteleuropa sowie dem Mittelmeerraum. Dabei wächst sie vorzugsweise in Gebirgsregionen, aber auch gerne in Auwäldern und Eichen-Hainbuchenwäldern. Gut geeignet ist Euphorbia amygdaloides daher auch für Alpin- und Waldgärten. Am besten kommen die 20 bis 40 cm hohen Horste der Mandelblättrigen Wolfsmilch dabei in Gruppenstellung zu je 8 bis 10 Stück pro Quadratmeter zur Geltung.

Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides)
Wuchs: aufrecht, locker buschig, horstig
Wuchshöhe: 20 – 40 cm
Wuchsbreite: 30 – 40 cm
Pflanzenbedarf: 8 bis 10 Stück pro m²
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: trocken bis frisch, gut durchlässig, normal
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Mandelblättrige Wolfsmilch – Standort und Pflanzung

Mandelblättrige Wolfsmilch liebt nährstoffreiche und kalkhaltige Lehmböden. An ihren natürlichen Standorten gilt sie daher auch als Lehmzeiger. Gerne tritt die Wolfsmilch hier in Verbänden mit anderen Gewächsen auf, die Lehmböden bevorzugen. Vor allem in der Gesellschaft von Rotbuchen, Stieleichen, Traubeneichen und Gehölzen der Hartholzaue fühlt sich Euphorbia amygdaloides unglaublich wohl. Ebenso sind Palmblatt-Nieswurz und Sperrige Aster interessante Pflanzpartner.

Der beste Boden-pH-Wert für Euphorbia amygdaloides liegt im sauren bis neutralen Bereich, zwischen 6 und 7 Punkten. Was die Lichtverhältnisse am Standort anbelangt, sollte Mandelblättrige Wolfsmilch nach Möglichkeit sonnig bis halbschattig stehen. Zu vermeiden ist aber pralle Sommer- und Wintersonne. Sie führt leicht zu Brandschäden an den immergrünen Blättern der Pflanze. Steht Euphorbia amygdaloides jedoch geschützt, ist sie mit bis zu 34°C sehr gut winterhart.

➔ Mandelblättrige Wolfsmilch pflanzen – Schritt für Schritt

1. Schritt: Die beste Pflanzzeit für Wolfsmilch ist Ende Mai nach den Eisheiligen. Hier drohen einerseits keine Spätfröste mehr, weshalb die Etablierung am Standort relativ schnell von statten geht. Andererseits haben Frühjahrspflanzungen auch genug Zeit, bis zum nächsten Winter gut im Boden an zu wurzeln. Das macht sie kälteresistenter und lässt sie die kalte Jahreszeit besser überstehen.

2. Schritt: Der Boden sollte vor der Pflanzung bei Bedarf mit etwas Kalk und Komposterde angereichert werden. Das garantiert der Mandelblättrigen Wolfsmilch einen guten Start und sorgt gleich im ersten Standjahr für einen üppigen Austrieb.

3. Schritt: Heben Sie ein Pflanzloch von 1 ½-facher Größe des Wurzelballens aus. Euphorbia amygdaloides erreicht Wuchsbreiten von 30 bis 40 cm. Planen Sie den Pflanzabstand zwischen den einzelnen Stauden dementsprechend großzügig. Nach der Pflanzung wird Mandelblättrige Wolfsmilch dann final gut angegossen.

➔ Mandelblättrige Wolfsmilch – gießen und düngen

Der Boden für die Mandelblättrige Wolfsmilch sollte stets frisch-feucht sein. Sie können daher mäßig aber regelmäßig gießen. Vergewissern Sie sich vor jedem Gießgang, dass der Boden gut abgetrocknet ist. Dadurch verhindern Sie gefährliche Staunässe. In trockenen Sommermonaten dürfen es dann auch gerne zwei Gießgänge pro Tag sein. Führen Sie die Bewässerung hier am besten früh morgens und abends durch. Das bewahrt das immergrüne Laub vor Brennschäden durch die heiße Mittagssonne.

Eine regelmäßige Düngung ist an Mandelblättriger Wolfsmilch nicht zwingend notwendig, kann aber erfolgen. Nutzen Sie hierfür am besten organischen Dünger wie Komposterde oder Hornspäne und geben Sie diesen während der Wachstumsphase alle vier Wochen an die Pflanze ab.

Mandelblättrige Wolfsmilch – schneiden und vermehren

Rückschnitte an der Mandelblättrigen Wolfsmilch sind ebenfalls nicht unbedingt erforderlich. Regelmäßig abschneiden sollten Sie jedoch verwelkte Triebe. Das beugt Pflanzenkrankheiten vor und unterstützt einen kräftigen Neuaustrieb.

➔ Mandelblättrige Wolfsmilch – Vermehrung durch Selbstaussaat

Euphorbia amygdaloides ist äußerst vermehrungsfreudig. Die Ausbreitung der dreifurchtigen Kapselfrüchte erfolgt hauptsächlich durch Ameisen (Myrmekochorie), welche das Saatgut im näheren Umkreis verteilen. Wer die Selbstaussaat der Mandelblättrigen Wolfsmilch unterbinden möchte, sollte die Fruchtstände zeitig nach der Blüte abschneiden. Alternativ kann man die reifen Kapselfrüchte auch absammeln und per Aussaat neue Pflanzen ziehen.

➔ Mandelblättrige Wolfsmilch – Vermehrung durch Wurzelteilung

Die einfachste Art der kontrollierten Vermehrung ist bei Euphorbia amygdaloides die Wurzelteilung. Graben Sie die Pflanze hierzu im zeitigen Frühjahr aus und teilen Sie den Wurzelballen in zwei gleich große Stücke. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück mind. 2 Knospen besitzt. Die Teilstücke können anschließend direkt zurück ins Beet verpflanzt werden.

➔ Mandelblättrige Wolfsmilch – Vermehrung durch Stecklinge

Alternativ zur Aussaat oder Wurzelteilung lässt sich die Mandelblättrige Wolfsmilch auch über Stecklinge vermehren. Die Stecklingsentnahme erfolgt im Frühsommer, wobei Sie bitte nur gut entwickelte Triebe abschneiden. Stellen Sie den Steckling in ein Glas mit Wasser, sodass der Milchsaft der Pflanze etwas ausbluten kann. Danach wird der Steckling in einen Topf mit Anzuchterde gepflanzt, wo er verbleibt, bis das Triebstück gut durchwurzelt ist.

Winterschutz für die Mandelblättrige Wolfsmilch

Euphorbia amygdaloides ist im Grunde sehr gut winterhart. Um die Wurzeln aber besser vor Schmelzwasser und Bodenfrost zu schützen, empfiehlt sich eine leichte Abdeckung mit Reisig oder Tannenzweigen. Bewässert wird im Winter nur an frostfreien Tagen und dann nur sehr sparsam.

Mandelblättrige Wolfsmilch – schöne Sorten fürs Gartenbeet

Von der Mandelblättrigen Wolfsmilch oder Mandel-Wolfsmilch gibt es eine Reihe beliebter Sorten. ‚Rubra‘ und ‚Purpurea‘ faszinieren hier mit tiefroten Stängeln, die den Zierwert der Pflanze zusätzlich erhöhen. ‚Purpurea‘ besitzt außerdem rot-grüne Blätter. Die Garten-Wolfsmilch ‚Efanthia‘ verzaubert den Garten mit einem roten Herbstlaub. Die Sorte ‘Ascot Rainbow’ wiederum weist seltene, gelb-grün panaschierte Blätter auf, die sich während dem Neuaustrieb außerdem eine leicht rötliche Färbung besitzen.

Krankheiten und Schädlinge

Der beißende Milchsaft der Mandelblättrigen Wolfsmilch hält erfolgreich Fressfeinde wie Nacktschnecken fern. Allerdings können der Pflanze dennoch einige Schadbilder das Leben schwer machen. So tritt hin und wieder zum Beispiel Echter Mehltau oder Pflanzenrost an Euphorbia amygdaloides auf.

Während sich von Mehltau befallene Pflanzenu oftmals noch durch Besprühen mit Milch- oder Knoblauch-Wasser retten lassen, müssen von Rost befallene Pflanzen umgehend aus dem Beet entfernt werden. Ansonsten droht eine Ausbreitung der Rostpilze im Beet. Entsorgen Sie befallene Stauden bitte separat im Hausmüll und nicht auf dem Kompost, wo die Pilze sich sonst ebenfalls weiter munter ausbreiten.

Unter den Schädlingen haben es vor allem Thripsen und Blattläuse auf die Mandelblättrige Wolfsmilch abgesehen. Glücklicherweise ist die Pflanze aber auch eine Nützlingsweide für Bienen, Marienkäfer und Co., die sich der Plagegeister häufig annehmen. Alternativ können Sprühungen mit Brennnesselsud den Schädlingen den Garaus machen.

Foto1: Die immergrüne Mandelblättrige Wolfsmilch zählt zu den Blattschmuckstauden

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