Gartenpflege Unkraut & Moos

Roten Klee aus dem Rasen entfernen – So klappt’s

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Wer ein vierblättriges Kleeblatt findet, der hat bekanntlich Glück. Roter Klee im Rasen ärgert hingegen viele Gärtner. Wir erklären Ihnen, wie Sie ihn wieder loswerden.

Roten Klee aus dem Rasen entfernen
© Ruud Morijn / stock.adobe.com

Als Kinder haben wir uns begeistert auf die Suche nach vierblättrigen Kleeblättern (auch Glücksklee genannt) gemacht. Im Garten werden die begehrten Glücksbringer allerdings schnell zum Ärgernis. So ist Roter Klee einer der hartnäckigsten Unkräuter in Beeten und auf dem Rasen. Hobbygärtner, die sich einen sattgrünen, geschlossenen Rasenteppich wünschen, sind somit vor eine wahre Herausforderung gestellt. Im Folgenden möchten wir Ihnen deshalb einige Möglichkeiten vorstellen, wie Sie Sauerklee aus dem Rasen beseitigen und dem Auftreten des robusten Wiesenklees entgegenwirken können.

Vorkommen und Erkennungsmerkmale des Roten Klees

Der Rotklee oder auch Sauerklee, Wiesenklee oder Horn-Sauerklee genannt, ist eine in Europa und Zentralasien heimische Pflanze. Sie besiedelt Wiesen und Waldlichtungen und fühlt sich auf nährstoffreichen Böden am wohlsten. Die Pflanzen sind sogar in Höhenlagen von bis zu 2.500 Metern anzutreffen! Sie erkennen sie an den in Dreiergruppen angeordneten Blättern, welche an der Spitze der Blattstängel aufsitzen. Charakteristisch für den Rotklee ist dabei die helle Maserung in der Blattmitte. Zwischen Mai und Oktober erscheinen dann auch die rosafarbenen kugelförmigen Blütenstände.

Rotklee ist mehrjährig und wächst über einen halben Meter hoch. Auf regelmäßig gemähtem Rasen kommt der Rotklee jedoch nur knapp über das Bodenniveau hinaus. Grundsätzlich ist der Rotklee eine Nutzpflanze, unentbehrlich als Pollenlieferant und eine wichtige Futterpflanze für das Vieh auf der Weide.

Roter Klee – angepasst und robust

Die ursprüngliche Heimat des Roten Klees liegt im Mittelmeerraum. Die heißen, trockenen Sommer und milden Winter machen es dem Sauerklee aber sehr leicht und so verbreitet er sich immer weiter nach Norden hin. In geschützten Lagen in Süddeutschland kommt der Sauerklee sogar schon seit Jahrhunderten vor.

Die Pflanzen sind prinzipiell gut an Trockenheit angepasst und ziehen sich in ihre Pfahlwurzeln zurück, um bei feuchterem Klima wieder auszutreiben. Der Horn-Sauerklee kommt jedoch nicht nur in Beeten und auf dem Rasen vor, sondern auch in Pflasterfugen. Nur an besonders schattigen Stellen im Garten werden Sie ihn niemals vorfinden.

Wie kommt der Rotklee in den Rasen?

In einem gepflegten Rasen hat Unkraut nichts verloren. Wer dort also auf Rotklee stößt, hat vermutlich einen Fehler gemacht, denn das Vorhandensein von Klee im Rasen deutet immer darauf hin, dass das natürliche Gleichgewicht der Rasenfläche gestört ist. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise etwa diese:

  • Der Boden ist nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt.
  • Die Rasenpflege wurde vernachlässigt.
  • Der pH-Wert des Bodens ist zu hoch.

Bevor Sie sich an die Bekämpfung des Sauerklees machen, sollten Sie die Ursache für die Verbreitung herausfinden. Allgemein gelten Klee und Moos im Rasen immer als Indiz für Mangelerscheinungen. Um den Rasen zu kräftigen, bietet sich deshalb eine Düngung mit Rasendünger an, da darin ausreichend Stickstoff enthalten ist. Achten Sie jedoch darauf, dass der Rasendünger kein Phosphat enthält, denn dies würde den Rotklee zusätzlich mit Nährstoffen versorgen und im Wachstum sogar noch bestärken.

So lässt sich Wiesenklee aus dem Rasen entfernen

Wiesenklee aus dem Rasen entfernen
© Irina / stock.adobe.com

Fakt ist, hat es der Sauerklee erst einmal bis in den Rasen geschafft, lässt er sich nur schwer wieder entfernen. Hobbygärtner, die sich an Wiesenklee im Rasen stören, sollten deshalb früh aktiv werden. Hat der Klee noch nicht geblüht, können Sie die Vermehrung durch Samen so noch gut unterbinden.

Rotklee ausstechen:

Wer den Rotklee aus dem Rasen ziehen möchte, wird selten Erfolg haben, denn die Pfahlwurzel sitzt meist viel zu fest. Sie würden die Pflanzen so lediglich oberflächlich abreißen, woraufhin sie dann schnell wieder nachwachsen. Großflächige Areale sollten Sie lieber ausstechen. Dabei entstehen zwar zunächst kahle Stellen im Rasen, die Wahrscheinlichkeit einer restlosen Beseitigung ist jedoch höher. Die entstandenen Lücken sollten Sie einfach direkt mit Rasensaat auffüllen und gut durchfeuchten.

Rasen vertikutieren:

Das Vertikutieren des Rasens kann zur allgemeinen Aufwertung empfohlen werden. Durch die mechanische Bearbeitung des Bodens wird der Rasen sowohl von Klee als auch von Moos und abgestorbenen Grashalmen befreit. Dadurch gelangt wieder mehr Luft an die Gräser und die Auflockerung des Bodens stellt die Versorgung mit Wasser und Sauerstoff sicher.

Am besten vertikutieren Sie den Boden im Frühling. Dabei sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Von Klee überwucherte Rasenstellen mehrfach bearbeiten.
  2. Kahle Stellen mit Rasensamen versorgen.
  3. Rasensamen gut angießen.
  4. Rasen düngen.

Geheimwaffe Plastikplane:

Diese Methode mag etwas ungewöhnlich erscheinen, sie ist aber gegen den Roten Klee umso wirkungsvoller. Areale mit einem dichten Kleebewuchs sollten Sie einfach über einige Wochen mit einer Plastikplane abdecken. Dem Sauerklee mangelt es so schon bald an Licht wodurch er letztendlich abstirbt.

Natürlich ist dieses Vorgehen auch für den Rasen keine Wohltat. Dieser erholt sich anschließend aber erstaunlich schnell wieder. Sind durch die Abdeckung jedoch auch Gräser abgestorben und haben sich dadurch Lücken im Rasen gebildet, dann lässt sich dieser problemlos nachsäen.

Roten Klee mit Wasser bekämpfen:

Wer nach einer umweltfreundlichen Methode sucht, den Befall mit Horn-Sauerklee zu bekämpfen, kann zu einem einfachen Hausmittel greifen: Bringen Sie Wasser zum Kochen und gießen Sie die heiße Flüssigkeit auf die Kleepflanzen. Ist das Wasser eingetrocknet, können Sie die abgestorbenen Sauerkleepflanzen einfach entfernen.

Übrigens:
Salz und Essig sind zur Bekämpfung weniger zu empfehlen, denn durch den Einsatz dieser weit aggressiveren Hausmittel wird dem Erdreich und den dort vorkommenden Kleinstlebewesen sehr geschadet.

Boden kalken:

Hat man Ihnen den Ratschlag gegeben, den Rasen zu kalken, um Rotklee zu vertreiben, sollten Sie davon Abstand nehmen. Auch wenn der Name vielleicht anderes vermuten lässt, Sauerklee fühlt sich auch auf kalkhaltigen Böden wohl. Das Kalken kann dennoch Sinn machen, denn schließlich gilt es, den Rasengräsern bessere Wachstumsbedingungen zu bieten. Ob der Rasen Kalk benötigt, lässt sich herausfinden, indem Sie den pH-Wert des Bodens messen und bestimmen. Ist der pH-Wert zu niedrig, sollten Sie den Boden kalken.

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So beugen Sie einen Befall mit Rotklee vor

Die beste Vorbeugung gegen den Horn-Sauerklee ist eine regelmäßige Rasenpflege. Wenn Sie den Rotklee oberflächlich entfernt haben, etwa durch Vertikutieren und Jäten, wird dieser Zustand jedoch leider nicht lange anhalten. Sauerklee besitzt schließlich Pfahlwurzeln, die mehr als einen Meter in den Boden ragen und damit aus dem Rasen unmöglich komplett entfernt werden können, ohne diesen komplett zu zerstören. Werden jedoch die Wachstumsbedingungen für den Rasen verbessert, verdichtet sich dieser und der Klee hat kaum noch die Möglichkeit, den Rasenteppich zu durchdringen. Folgende Maßnahmen helfen beispielsweise, Rotklee aus dem Rasen fernzuhalten:

MaßnahmeErläuterung
pH-Wert anpassenDer optimale pH-Wert für den Rasen liegt bei leichten und durchlässigen Gartenböden bei 6,0. Bei schweren Lehmböden ist 7,0 ein idealer Wert.
VertikutierenIm Frühling wird der Rasen vertikutiert. Dadurch lösen sich Moos und Klee und die Durchlüftung erhöht die Sauerstoffzufuhr.
GießenBei Trockenheit sollte der Rasen regelmäßig bewässert werden. Dies kräftigt die Gräser und schwächt den Sauerklee, denn dieser mag keine anhaltende Feuchtigkeit.
Regelmäßig mähenBei einem regelmäßigen Rasenschnitt kann sich der Rote Klee kaum über Bodenniveau entwickeln. Der Rasenmäher sollte dabei auf eine Schnitthöhe von etwa vier Zentimetern eingestellt werden.
DüngenEine ausreichende Düngung sorgt für einen dichten Wuchs der Grashalme. Rotklee kann sich so weniger ausbreiten.
Foto1: © Ruud Morijn / stock.adobe.com, Foto2: © Irina / stock.adobe.com

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