Vom Rosenbeet über das plätschernde Wasserspiel bis zum schattigen Farngarten zeigen 15 Ideen, wie Sie Ihren Vorgarten gestalten können. Dazu kommen Pflanzideen für den Hauseingang und praktische Lösungen für Einfahrt und Mülltonnen.
Grauer Splitt, zwei Kugeln aus Buchs, dazwischen ein Löwenzahn, der sich durchs Vlies gekämpft hat. So sieht in vielen Straßen der Weg zur Haustür aus. Angelegt wurden diese Flächen aus Sorge vor zu viel Arbeit. Dabei ist der Vorgarten das Stück Garten, das Sie am häufigsten sehen. Morgens auf dem Weg zum Auto, abends mit den Einkaufstaschen in der Hand. Wie schön ist es, wenn dann eine Rose schwer über den Weg hängt, Hummeln in der Katzenminze brummen und ein Wasserspiel leise plätschert? Aus dem Durchgang wird ein Ort, an dem Sie gern einen Moment länger verweilen.
Vor der Planung Lage und Boden prüfen
Wo steht die Sonne am Nachmittag? Die Antwort entscheidet über fast jede Bepflanzung im Vorgarten. Liegt er auf der Nordseite des Hauses, bleibt der Boden lange feucht, Rasen vermoost, und sonnenhungrige Stauden kümmern vor sich hin. Auf der Südseite dagegen heizt die Fassade die Beete im Juli auf wie ein Backofen.
Ebenso wichtig ist, was unter den Füßen liegt. Eine Spatenprobe bringt schnell Klarheit was der Boden verbirgt. Klebt die Erde am Spatenblatt und glänzt beim Anschneiden, ist sie lehmig und hält Wasser lange fest. Rieselt sie ab, ist er sandig und trocknet nach wenigen Sonnentagen aus. Daher gedeihen auf Sand eher Lavendel und Steppensalbei, auf Lehm eher Funkien und Hortensien.
Anschließend wird geplant, was im Vorgarten Platz finden muss. Mülltonnen und Fahrräder stehen am besten verdeckt, immer öfter kommen Wärmepumpe und Wallbox hinzu, dazu Briefkasten, Beleuchtung und der Weg zur Tür. Und der Weg zum Haus benötigt eine Breite von mindestens 1,20 Meter, sonst rollen Sie die Mülltonne am Abfuhrtag durchs Beet.
📐 Fünf Grundregeln für die Vorgartengestaltung
- Lage vor Geschmack. Erst Sonne, Schatten und Boden prüfen, dann Pflanzen auswählen.
- Wege und Stellflächen zuerst. Tonnen, Fahrräder und Einfahrt bekommen ihren festen Platz, bevor das erste Beet entsteht.
- Wenige Arten, oft wiederholt. Drei bis fünf Hauptpflanzen in größeren Gruppen wirken ruhiger als ein buntes Durcheinander.
- Dicht pflanzen. Offener Boden lädt Unkraut ein, geschlossene Pflanzendecken halten es fern.
- Zum Haus passend. Klare Architektur verträgt klare Formen, ein Altbau lockere, üppige Beete.
Blühende Vorgärten mit Rosen und Stauden
Blühende Vorgärten sind der Grund, warum Menschen stehen bleiben. Rosen duften schon am Gartentor, in der Katzenminze summen Hummeln, und im Spätsommer leuchtet Sonnenhut bis an den Gehweg. Pflegeleicht bleibt das Ganze, sofern die Pflanzen dicht stehen und sich auf ihrem Boden wohlfühlen.
💡 Tipp: Unsere Pflanzenempfehlungen von der Baumschule finden Sie ausschließlich bei den einzelnen Ideen gesammelt im Tipp für den Pflanzplan, denn nicht jede besondere Sorte steht im Gartencenter um die Ecke.
1. Rosenvorgarten mit robusten Rosen anlegen

Der klassische Rosenvorgarten hat einen schlechten Ruf. Sternrußtau, Mehltau, kahle Stiele auf nackter Erde und ständiges Spritzen, so kennen ihn viele noch von früher. Moderne Rosen sind anders. Sorten mit ADR-Prädikat haben die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung durchlaufen, und auch andere Sorten mit ausgezeichneter Blattgesundheit bleiben ohne Chemie gesund.
Richtig zum Strahlen kommen Rosen erst durch ihre Pflanznachbarn. Statt in Reih und Glied stehen sie heute zwischen Lavendel, Blauraute, Steppensalbei und Gräsern, die den Boden bedecken und jede Lücke schließen. Bewährt haben sich insbesondere Bodendeckerrosen mit Lavendel oder die weiße Beetrose ‘Aspirin‘ mit Blauraute. Ein ADR-Prädikat trägt sie zwar nicht, ihre Blattgesundheit gilt aber als ausgezeichnet. Von Juni bis in den September blüht sie in lockeren Büscheln, bei kühlem Wetter zart rosa überhaucht.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Die weißen Blüten der Rosa ‘ASPIRIN‘ ® sind locker gefüllt, drei bis vier Pflanzen füllen einen Quadratmeter. Über dem Gartentor rankt die Kletterrose ‘Golden Gate‘ ®, deren gelbe Blüten nach Limette und Zitrone duften und die Gäste schon am Tor begrüßen. Für die Blauraute lohnt ein Blick auf die Sorte ‘Little Spire‘, die kompakter bleibt als die Art und damit auch in kleine Vorgärten passt. Lavendel, Steppensalbei und Storchschnabel finden Sie in jeder gut sortierten Gärtnerei vor Ort.
2. Vorgarten als Cottage-Beet bepflanzen

Cottage-Beete sind das Gegenteil von streng, und deshalb gehören sie vor Altbauten und Häuser mit Sprossenfenstern. Stockrosen, Rittersporn und Pfingstrosen wachsen in die Höhe, Frauenmantel und Katzenminze kippen über die Wegkante. Der Weg zur Haustür wird so zum Blütengang.
Damit das Beet nicht verwildert, bekommt es einen klaren Rand. Eine Kante aus Ziegeln, Naturstein oder eine kleine Mauer hält den Wuchs im Zaum. Für die Pflege reicht ein Termin im Jahr. Nach der ersten Blüte im Juli schneiden Sie Rittersporn und Katzenminze kräftig zurück, daher blühen beide im September ein zweites Mal.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Den Wegrand übernimmt am besten die Katzenminze ‘Walker’s Low‘, die 60 bis 80 Zentimeter hoch wird und trotzdem standfest bleibt. Acht bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter ergeben ein geschlossenes, duftendes Band. Stockrosen, Rittersporn, Pfingstrosen und Frauenmantel ergänzen das Beet.
3. Präriestauden statt Rasen pflanzen

Ein Präriebeet sieht im August aus wie eine Wiese in Nebraska und macht dabei weniger Arbeit als jeder Rasen. Sonnenhut, Scheinsonnenhut, Duftnessel und Fetthenne blühen bis in den Oktober, dazwischen wiegen sich Rutenhirse und Pfeifengras. Gemäht wird nicht. Ende Februar schneiden Sie einmal alles bodennah ab, das war’s auch schon.
Bis dahin bleiben die Samenstände stehen. Im Raureif glitzern sie wie mit Zucker bestäubt, und Distelfinken holen sich im Winter die Samen heraus. Für Wildbienen lohnt eine kleine, offene Sandstelle am Beetrand (Sandarium). Damit wird der Prärievorgarten besonders insektenfreundlich, denn die Mehrzahl der heimischen Wildbienen nistet im Boden.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Das Gerüst bildet die Rutenhirse ‘Heavy Metal‘, deren blaugraue Halme kerzengerade stehen und auch im Winter nicht umkippen. Sie wird breit, daher genügen ein bis drei Pflanzen pro Quadratmeter. Dazwischen summt es von Juli bis September an der Duftnessel ‘Blue Fortune‘, die in rauen Lagen eine Decke aus Reisig über den Winter benötigt. Beide Sonnenhüte und die Fetthenne gehören zum Grundsortiment jeder Staudengärtnerei.
4. Steine und Pflanzen im Kiesbeet kombinieren

Kies darf im Vorgarten bleiben, er bekommt nur eine andere Aufgabe als früher. Fünf Zentimeter hoch auf magerem Boden verteilt, hält er die Feuchtigkeit im Boden und strahlt an Sommerabenden die gespeicherte Wärme zurück. Dieses Klima lieben Lavendel, Blütensalbei ‘Caradonna‘, Katzenminze und Fetthenne. Daher wirkt ein solches Beet nicht wie ein Schottergarten, sondern wie eine duftende Steppe.
Entscheidend ist, was unter den Steinen liegt. Kein Vlies, keine Folie, sondern Erde, in die die Wurzeln tief hinabreichen. Pflanzen Sie so dicht, dass die Polster nach zwei Sommern aneinanderstoßen. Bei mittelhohen Stauden sind das sieben bis neun Pflanzen pro Quadratmeter. Ein paar große Findlinge setzen Akzente, und im Frühjahr stechen Zierlauch und Wildtulpen durch den Kies.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Die dunkelvioletten Kerzen im Kiesbeet stammen vom Blütensalbei ‘Caradonna‘, der von Juni bis September blüht und auf durchlässigem, kalkhaltigem Boden am besten gedeiht. Acht bis zehn Pflanzen pro Quadratmeter lassen dem Unkraut kaum eine Lücke. Die Zwiebeln für den Zierlauch kommen im Herbst in den Boden, im Mai darauf schweben die violetten Kugeln über dem Kies.
Schottergärten zurückbauen
In allen Bundesländern gilt eine Begrünungspflicht für nicht überbaute Flächen. Auf alten Schotterbeeten wächst wegen Vlies und Folie kaum etwas, und Regenwasser versickert schlecht. Daher werden Vlies und Folie entfernt, der verdichtete Boden gelockert und mit Kompost verbessert. Die alten Steine wandern nicht in den Container, sondern als dünne Mulchschicht zurück zwischen die neuen Stauden oder bilden einen neuen Weg.
5. Rasen durch Thymian und Kamille ersetzen

Rasen will jede Woche gemäht werden, verbrennt im Juli und vermoost im Schatten. Für Flächen, die nur ab und zu betreten werden, gibt es eine Alternative, und die duftet. Sand-Thymian bildet flache Teppiche, die im Sommer lila blühen und Bienen anlocken. Die nicht blühende Römische Kamille ‘Treneague‘ riecht beim Drüberlaufen nach Apfel. Beide kommen mit Sonne und Trockenheit gut zurecht. Als Hauptweg taugen sie allerdings nicht. Trittplatten im Teppich bewahren die Pflanzen davor, zu verkahlen.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Für den Duftteppich zwischen den Trittplatten eignet sich die nicht blühende Römische Kamille, im Handel als Scheinkamille ‘Treneague‘ zu finden. Sie mag magere, durchlässige Böden und verströmt beim Betreten ihren feinen Apfelduft. An den sonnigsten Stellen ergänzt Sand-Thymian die Kamille, und im Sommer blüht er lila und summt vor Bienen.
Vorgärten mit Wasser und Schatten
Nicht jeder Vorgarten liegt in der Sonne, und nicht jeder besteht nur aus Beeten. Wasser bringt Bewegung in den Garten und Schatten bietet Farnen und Funkien genau den kühlen, feuchten Boden, den sie benötigen.
6. Wasserspiel im Vorgarten anlegen

Wasser plätschert angenehm im Vorgarten und rückt den Lärm der Straße ein Stück in den Hintergrund. Für die meisten Vorgärten eignet sich ein Quellstein besser als ein Teich. Das Wasser sprudelt aus einem durchbohrten Findling, rinnt über den Stein und verschwindet zwischen Kieseln in einem verdeckten Becken, aus dem eine Pumpe es wieder nach oben holt. Tiefes, offenes Wasser gibt es dabei nicht. Im Vorgarten, an dem täglich Kinder vorbeilaufen, ist das ein echter Vorteil. Und Vögel baden gern in der flachen Pfütze auf dem Stein.
Moderner wirkt ein Brunnen aus Cortenstahl oder Naturstein, doch günstig ist diese Variante nicht. Strom liefert ein Außenanschluss oder eine Solarpumpe. Ein richtiger Teich gehört dagegen nur in einen eingefriedeten Vorgarten, denn für offene Wasserflächen tragen Sie als Eigentümer die Verantwortung. Und der Bachlauf? Er lohnt sich vor dem Haus vor allem als offene Rinne, die Regenwasser vom Fallrohr in den Regengarten führt.
- Wunderschöner Brunnen vollständig aus Cortenstahl
- Schnörkelloses, klares Design mit LED Beleuchtung
- Hervorragend geeignet für die Terrasse oder den Garten
7. Regengarten am Fallrohr anlegen

Bei den meisten Häusern endet das Fallrohr der Regenrinne im Kanal. Dabei lässt sich das Dachwasser in eine flache, bepflanzte Mulde leiten, in der es langsam versickert. Wie groß die Mulde wird? Rund ein Fünftel der Fläche, von der das Wasser hineinläuft. Staunässe verträgt kaum eine Pflanze, daher muss das Wasser nach spätestens zwei Tagen versickert sein.
In die tiefste Stelle gehören Pflanzen, die kurz nasse Füße vertragen, darunter Blutweiderich und Wasserdost. Zum Rand hin wird es trockener, dort wachsen Wolfsmilch, Gamander, Färber-Hundskamille, Nachtkerzen und Taglilien. Nach einem Sommergewitter glänzt für ein paar Stunden Wasser zwischen den Stängeln, am nächsten Tag ist die Mulde wieder trocken.
Halten Sie mit der Mulde Abstand zum Haus, damit kein Wasser an den Keller drückt.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Für die feuchte Senke eignet sich der kompakte Blut-Weiderich ‘Robin‘, der mit 50 bis 70 Zentimetern niedriger bleibt als die Wildart. Schneiden Sie die Blüten vor der Samenreife ab, denn Blutweiderich sät sich sonst im ganzen Garten aus. Wasserdost ergänzt die Senke, an die trockeneren Ränder gehören Taglilien und Wolfsmilch.
8. Vorgarten auf der Nordseite mit Farnen gestalten

Viele Nordvorgärten werden mit Steinen gefüllt, weil dort angeblich nichts wächst. Doch ganz so schlimm ist es nicht. Farne, Funkien, Elfenblume, Schaumblüte und Kaukasus-Vergissmeinnicht lieben kühlen, feuchten Boden und ergeben zusammen eine Waldstimmung im Vorgarten, die im Hochsommer angenehm frisch wirkt.
Am robustesten zeigt sich die Elfenblume. Sie wächst sogar im Wurzelbereich von Bäumen, bleibt je nach Sorte wintergrün und schiebt im April zarte Blüten über das Laub. Sofern Sie ihr altes Laub im Februar abschneiden, kommen die Blüten besser zur Geltung. Für größere Farbtupfer im Sommer sorgen Hortensien. Bis sich die Pflanzen geschlossen haben, hält eine dünne Schicht Rindenmulch den Boden feucht und das Unkraut klein.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Im Schatten leuchtet die Elfenblume ‘Frohnleiten‘ im April schwefelgelb über ihrem wintergrünen Laub. Bis zu elf Pflanzen schließen einen Quadratmeter zum Teppich. Daneben hellt das Kaukasus-Vergissmeinnicht ‘Jack Frost‘ ® mit silbrig geäderten Blättern dunkle Ecken auf, lange nachdem seine blauen Blüten verblüht sind. Hortensien, Farne und Funkien bilden drumherum das ruhige Grundgerüst.
Vorgarten mit Bäumen, Hecken und Obst
Gehölze geben dem Vorgarten Höhe, Struktur und beschatten die Beete. Richtig ausgewählt, blühen sie im Frühjahr und tragen im Herbst Früchte.
9. Einen Hausbaum als Blickpunkt pflanzen

Ein einzelner Baum gibt selbst dem kleinsten Vorgarten Höhe und schafft einen Blickpunkt. Im Sommer beschattet er Fassade und Eingang, im Winter fällt das Licht durch die kahlen Zweige ins Haus. Für Vorgärten eignen sich klein bleibende, pflegeleichte Bäume wie Felsenbirne oder Zierapfel. Auf engem Raum wachsen Säulenformen wie Säulen-Zierkirsche oder Säulen-Eberesche schlank in die Höhe und lassen viel Licht durch.
Planen Sie den Abstand zur Hauswand nach der späteren Kronenbreite, nicht nach der Größe im Container. Darunter genügt eine Unterpflanzung aus Storchschnabel und Frühlingszwiebeln, die das lästige Mähen um den Stamm überflüssig macht.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Ende April hüllt sich die Kupfer-Felsenbirne in eine Flut schneeweißer Sternenblüten, die den ganzen kleinen Baum wie ein Mantel bedecken. Aus ihnen reifen später saftig-süße Beeren, die Sie direkt vom Zweig naschen können. In Norddeutschland wurden die Früchte früher wie Rosinen getrocknet, daher kennen manche den Baum noch als Korinthenbaum.
10. Sichtschutz aus heimischen Wildsträuchern pflanzen

Thuja und Kirschlorbeer werden schnell dicht, bieten Insekten und Vögeln jedoch kaum Nahrung. Heimische Wildsträucher eignen sich besser. Die Kornelkirsche blüht schon im März in zartem Gelb, wenn die ersten Bienen noch nach Futter suchen. Im April folgt die Felsenbirne mit weißen Blütenwolken, im Juni trägt sie dunkle, süße Beeren, und im Herbst leuchtet ihr Laub orangerot. Wildrosen, Weißdorn und Liguster füllen die Hecke auf, und im Winter picken Drosseln die letzten Hagebutten.
Für eine schmale, geschnittene Hecke eignen sich Hainbuche und Rotbuche. Beide halten ihr trockenes Laub bis zum Austrieb im Frühjahr fest und bleiben so auch im Winter blickdicht.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Als Herzstück der Hecke eignet sich die Kornelkirsche ‘Jolico‘, die schnittverträglich ist, kompakter bleibt als die Wildform und deshalb auch in Vorgärten passt. Ein bis zwei Pflanzen pro Meter genügen, mit zwei wächst die Hecke schneller zusammen. Felsenbirne, Wildrosen und Weißdorn ergänzen die Hecke, sodass von März bis in den Herbst immer etwas blüht oder fruchtet.
11. Hauswand mit Spalierobst begrünen

Sonnige Hauswände speichern tagsüber Wärme und geben sie nachts ab. Birnen, Äpfel und Aprikosen am Spalier danken es mit früher Reife und süßen Früchten, die Sie vom Fenster aus reifen sehen. Auch Kiwibeeren gedeihen hier, und die grüne Wand hält die Fassade im Sommer deutlich kühler.
Das Rankgerüst bekommt einige Zentimeter Abstand zur Wand, damit Luft hinter den Blättern zirkuliert und die Fassade trocken bleibt. Weniger Schnittarbeit machen Clematis und Kletterhortensie, letztere wächst sogar an der Nordwand.
12. Naschbeet vor der Haustür anlegen

Mit Säulenäpfeln, kompakten Heidelbeeren, Erdbeeren als Bodendecker und Kräutern im Vorgarten ist die Ernte sicher. Im Juni pflücken Sie auf dem Weg zur Tür die ersten Erdbeeren, im Juli färben sich die Heidelbeeren blau, und der Thymian an der Beetkante duftet herrlich.
Zwei Dinge verdienen im Vorgarten Aufmerksamkeit. Heidelbeeren wachsen nur in saurem Boden, daher bekommen sie im normalen Gartenboden ein eigenes Beet oder einen Kübel mit torffreier Moorbeeterde. Und die Beetkante zur Straße erhält eine niedrige Einfassung, damit die Hunde aus der Nachbarschaft nicht an den Erdbeeren vorbeischnuppern.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Für Äpfel auf kleinstem Raum eignet sich der Säulenapfel ‘Redcats‘, der im Geschmack an ‘Gala‘ erinnert und sich als widerstandsfähig gegen Schorf und Mehltau erwiesen hat. Damit er Früchte trägt, benötigt er einen Partner wie ‘Goldcats‘ oder einen Zierapfelbaum in der Nachbarschaft. Heidelbeeren, Erdbeeren und Kräuter bekommen Sie dann zur Saison.
Moderne Vorgärten für Neubau und Reihenhaus
Moderne Häuser mit großen Fensterflächen, Flachdach, glattem Putz oder Holzlamellen verlangen nach klaren Linien, wenigen Pflanzenarten und Materialien, die die Architektur aufgreifen. Terrakotta, Cortenstahl und sandfarbener Naturstein wärmen dabei die oft kühlen Fassaden. Beim Reihenhaus kommt der knappe Platz hinzu, daher wächst der Garten dort in die Höhe statt in die Breite.
13. Vorgarten im Japandi-Stil gestalten

Japandi verbindet japanische Gartenkunst mit skandinavischer Schlichtheit. Im Vorgarten heißt das wenige Pflanzenarten, viel Ruhe und natürliche Materialien. Ein Fächerahorn bildet den Mittelpunkt, darunter wächst Japanwaldgras, dessen Halme wie gekämmt zur Seite fallen, dazu Farne und Moos zwischen großen Trittplatten.
Kies kommt nur auf die Wege, nicht in die Beete. Ein flacher Trog mit Wasserspiegel wird zum Blickpunkt. Der Fächerahorn benötigt Halbschatten, denn in praller Nachmittagssonne verbrennen seine Blattspitzen. Im Oktober dankt er es mit einem Herbstlaub, das von Gold bis Scharlachrot reicht.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Unter dem Fächerahorn fließt das Gold-Japan-Berggras ‘Aureola‘ mit gelbgrün gestreiften Halmen, sechs bis acht Pflanzen füllen einen Quadratmeter. Es braucht Halbschatten und kommt am besten im Frühjahr in die Erde. Den Fächerahorn suchen Sie vorzugsweise persönlich aus, denn jedes Exemplar wächst ein wenig anders.
14. Formgehölze ohne Buchs einsetzen

Kugeln und Blöcke gehören zu Neubauten mit Flachdach und großen Fensterflächen. Buchsbaum ist dafür keine gute Wahl mehr, denn der Buchsbaumzünsler frisst ganze Hecken in wenigen Wochen kahl. Eibe, Japanische Stechpalme und der kompakte Liguster ‘Lodense‘ lassen sich ebenso in Form schneiden.
Zusammen mit einer einzigen Grasart in Reihe, etwa Lampenputzergras, und einem Pflanztrog aus Cortenstahl entsteht ein ruhiges, grafisches Bild. Im Spätsommer, wenn die flauschigen Grasähren über den dunklen Kugeln schweben, wirkt der strenge Vorgarten plötzlich weich. Vorsicht bei kleinen Kindern im Haus, denn die Eibe ist zwar eine empfehlenswerte Pflanze für den Garten, doch bis auf den roten Samenmantel giftig.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Der immergrüne Löffel-Ilex ‘Convexa‘ besitzt kleine, glänzende Blätter, die dem Buchs zum Verwechseln ähneln, und verträgt jeden Schnitt, ob als Kugel, Würfel oder niedrige Einfassung. Den Formschnitt setzen Sie im Mai an, einen leichten Pflegeschnitt im August. Er wächst in Sonne wie Schatten, nur kalkhaltigen Boden mag er nicht.
15. Kleinen Vorgarten am Reihenhaus gestalten

Drei Meter zwischen Gehweg und Haustür, rechts die Tonnen und links ein kleiner Pflanzstreifen. Viele Ideen finden hier schlicht keinen Platz. Was funktioniert, ist ein Garten, der in die Höhe wächst. Große Pflanzgefäße ab 50 Zentimetern Durchmesser, eine schmal wachsende Säulen-Felsenbirne und eine Kletterpflanze am Rankgitter neben der Tür bringen Grün, ohne Fläche zu verbrauchen.
Gefäße aus demselben Material wirken ruhiger als ein bunter Mix. Auf der Nordseite gedeihen Kletterhortensie und Funkien im Kübel, auf der Südseite Lavendel, Rosmarin und Clematis. Ein schmaler, langer Vorgarten profitiert vom selben Prinzip, sofern sich Gefäße und Pflanzen im gleichen Rhythmus wiederholen.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Für den großen Kübel neben der Tür eignet sich die Kupfer-Felsenbirne ‘Rainbow Pillar‘ ®. Sie wächst schmal nach oben, blüht im Frühjahr weiß an kupferroten Trieben und färbt sich im Herbst leuchtend rot. Die Clematis mag es am Fuß kühl, daher hält ein Polster aus Storchschnabel ihre Wurzeln im Schatten.
Den Hauseingang einladend bepflanzen

Am Hauseingang zeigt der Vorgarten die größte Wirkung. Hier stehen Sie mit dem Schlüssel in der Hand, hier warten Gäste, hierhin fällt jeder Blick. Zwei große Kübel rechts und links der Tür geben Halt und Rahmen. Ein Hochstämmchen in jedem Kübel sorgt für Höhe, darunter wechselt die Bepflanzung mit den Jahreszeiten. Im Frühjahr stecken Tulpen und Hornveilchen die Köpfe aus der Erde, im Sommer duftet Lavendel. Sobald die Nächte kühler werden, übernehmen Astern und Purpurglöckchen, und selbst im Januar blühen Christrosen neben dem Efeu.
Das wahre Highlight ist ein Geißblatt am Rankgitter neben der Tür. Es verströmt an Sommerabenden seinen süßen Duft. Eine Duftrose neben der Treppe ist eine gute Ergänzung. Warmweißes Licht von unten auf die Pflanzen und eine gut lesbare Hausnummer machen den Eingang auch abends freundlich. Und wenn noch Platz bleibt? Dann steht neben der Tür eine schmale Bank, auf der die Einkaufstaschen landen oder Sie mit Ihrer Nachbarin Platz für einen Plausch finden.
💡 Tipp für den Pflanzplan
Den Abendduft an der Tür versprüht das Jelängerjelieber, auch Echtes Geißblatt genannt. Am Rankgitter neben dem Eingang windet es sich in die Höhe, und mit Anbruch der Nacht wird sein Duft immer stärker und lockt Nachtfalter an. Es gedeiht in Sonne und Halbschatten in normaler Gartenerde, nur Staunässe verträgt es nicht.
Einfahrt und Mülltonnen geschickt einbinden
Ob Rosenbeet oder Japandi, jeder Vorgarten muss am Ende auch Platz für den Alltag haben. Die Mülltonnen wollen erreichbar sein, das Auto benötigt seinen Platz und die Wärmepumpe Luft. Mit etwas Grün drumherum treten sie in den Hintergrund.

Tonnenbox mit Gründach bepflanzen
Eine gemeinsame Box für Mülltonnen und Fahrräder räumt den Vorgarten auf. Mit einer Sedummatte auf dem Dach wird aus dem unansehnlichsten Element im Vorgarten eine kleine Blühfläche, auf der im Juni die Bienen summen. Vorher prüfen Sie, ob die Box die Last eines nassen Dachs trägt.
Wärmepumpe mit Gräsern verbergen
Eine Wärmepumpe benötigt eine freie Luftzufuhr und den Abstand, den der Hersteller vorgibt. Das Gerät einfach blickdicht zu umpflanzen, scheidet deshalb aus. Ein Rankgitter mit Clematis oder ein Band aus hohen Gräsern, aufgestellt mit dem Abstand aus der Herstellerangabe, verbirgt den grauen Kasten vom Gehweg aus.
Einfahrt mit Pflanzen einfassen
Eine Einfahrt wirkt schnell wie ein Parkplatz. Ein schmaler Pflanzstreifen an beiden Seiten ändert das. Niedrige, robuste Stauden wie Storchschnabel, Frauenmantel und Katzenminze verzeihen es, wenn beim Aussteigen ein Fuß danebentritt. Dornige Rosen und Berberitzen haben in der Nähe dagegen nichts verloren. Auf langen Einfahrten gliedern Gräserhorste oder Säulengehölze im gleichen Rhythmus die Strecke.
Stellplatz mit Rasengittern begrünen
Ein Stellplatz muss nicht grau sein. Rasengitter liegen auf einer Tragschicht aus Kies, werden mit Muttererde gefüllt und eingesät. Sie tragen das Auto, und nach ein paar Wochen sieht die Fläche von der Straße aus wie Rasen. Steht das Auto täglich an derselben Stelle, leidet der Rasen allerdings. Robuster sind Rasenfugenpflaster oder zwei Fahrspuren aus Platten, zwischen denen Sand-Thymian wächst.
💡 Vorgarten günstig gestalten
Stauden sind die günstigsten Pflanzen im Vorgarten, denn viele lassen sich schon nach zwei, drei Jahren teilen. Kleine Töpfe im Herbst kosten weniger als große Ware im Frühjahr und wachsen oft sogar besser an. Wurzelnackte Rosen und Heckenpflanzen gibt es für einen Bruchteil der Containerpreise, allerdings nur von Oktober bis April. Alte Klinker, Natursteine oder vorhandener Kies werden zur Beeteinfassung. Und Nachbarn mit großen Staudenbeeten freuen sich meist, wenn jemand beim Teilen hilft und Ableger mitnimmt.







