Ranunkeln sind mit ihren dicht gefüllten, rosettenartigen Blüten eine der auffälligsten Blumen im Frühjahrsbeet. Hier erfahren Sie, wie Sie Ranunkeln pflanzen, pflegen und vermehren.

Ranunkeln (Ranunculus asiaticus) werden wegen ihrer dicht gefüllten Blüten gepflanzt, die ab dem späten Frühjahr Farbe in Garten und Kübel bringen. Die Farbpalette reicht von Weiß, Rosa und Rot über Gelb und Orange bis hin zu Violett, wobei es sowohl einfarbige als auch mehrfarbige Sorten gibt. Bei guter Pflege blühen Ranunkeln im Beet oder Topf sechs bis acht Wochen lang, und sorgen jedes Jahr für eine bunte Blütenpracht.

Ranunkel Steckbrief

Ihren Ursprung hat die Ranunkel im östlichen Mittelmeerraum und sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Seit dem 16. Jahrhundert in Europa kultiviert, hat sie sich vom Schnittblumenklassiker zur beliebten Beetpflanze entwickelt.

Ranunkel (Ranunculus asiaticus)
Wuchshöhe:20 – 40 cm
Wuchsbreite:10 – 20 cm
Blütezeit:April bis Juni
Wurzelsystem:Flachwurzler
Standort:Sonnig bis Halbschatten
Boden:locker, humos und gut durchlässig
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Ranunkeln pflanzen

Ranunkeln pflanzen, pflegen und vermehren
Ranunkeln verzaubern mit dicht gefüllten Blüten. | © Natalia Greeske / stock.adobe.com

Standort

Ranunkeln bevorzugen helle, aber kühle Plätze. An einem sonnigen bis halbschattigen Standort blühen sie besonders ausdauernd. Ein leichter Schutz vor starker Mittagssonne sorgt dafür, dass die Blüten länger frisch bleiben und die Pflanzen vitaler wirken.

Boden

Am besten gedeihen Ranunkeln in einem humosen, nährstoffreichen und gut drainierten Boden. Schwere Lehmböden profitieren von Sand und Kompost, im Topf sorgt zusätzlich Blähton für eine gute Drainage.

Pflanzanleitung

Ranunkeln können ab April direkt ins Beet oder in einen Topf gepflanzt werden, sobald keine längere Frostperiode mehr zu erwarten ist. Wer früher starten möchte, zieht die Knollen ab März hell und frostfrei in kleinen Töpfen vor. Die vorgezogenen Pflanzen kommen später nach draußen, wenn der Boden nicht mehr durchfriert.

Ranunkeln einpflanzen Pflanzanleitung
Knollen vor dem Pflanzen 3 bis 4 Stunden einweichen. | © andreaobzerova / stock.adobe.com
  1. Knollen 3–4 Stunden in lauwarmem Wasser quellen lassen
  2. Pflanzloch vorbereiten, bei schweren Böden eine Schicht Blähton oder Sand einarbeiten
  3. Knollen mit den „Krallen“ 5 cm tief einsetzen und mit Erde bedecken
  4. Pflanzabstand von 10 bis 20 cm einhalten
  5. Nach dem Einsetzen gießen und Erde gleichmäßig feucht halten

💡 Tipp: Ranunkeln im Topf pflanzen
Für Ranunkeln im Topf eignet sich ein Gefäß mit mindestens 25 bis 30 cm Tiefe und ausreichend Abzugslöchern. Pro Knolle sollten etwa 10 bis 15 cm Pflanzabstand eingeplant werden. In einen Topf mit 30 cm Durchmesser passen daher zwei Knollen bequem, bei dichter Pflanzung auch drei. Wichtig ist eine lockere, durchlässige Erde mit Drainageschicht aus Blähton, damit die Knollen nicht in nasser Erde faulen.

Geeignete Pflanzpartner für Ranunkeln

Ranunkeln wirken besonders harmonisch in Kombination mit anderen Frühblühern. Zarte Begleiter sind Freesien, Vergissmeinnicht, Traubenhyazinthen, Tulpen und Heuchera. Ton-in-Ton-Pflanzungen wirken besonders edel, Kontraste mit Blau und Violett lebendig und frisch.

💡 Tipp:
Gefüllte Ranunkeln besitzen einen hohen Zierwert, bieten jedoch aufgrund ihrer gefüllten Blüten kaum Nahrung für Wildbienen und Schmetterlinge. Wer im Frühjahr zusätzliche Nahrung für Bestäuber anbieten möchte, setzt im selben Beet auf Hornveilchen, Myosotis oder Muscari.

Ranunkeln pflegen

Gießen

Die Erde rund um Ranunkeln darf stets feucht, jedoch nicht staunass sein. Denn entsteht Staunässe, wird die Ranunkel faulen. In Töpfen trocknet die Erde schneller aus, weshalb hier häufiger, aber maßvoll, gegossen wird.

Düngen

Während der Blütezeit wird die Ranunkel im zwei- bis dreiwöchigen Rhythmus mit Flüssigdünger oder organischer Düngung versorgt. Das regelmäßige Ausputzen der verblühten Köpfe verlängert die Blüte und verhindert den Samenansatz.

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Schneiden

Ein Rückschnitt im klassischen Sinne ist bei Ranunkeln nicht erforderlich. Verblühte Stiele werden lediglich ausgebrochen oder knapp über dem Laub abgeschnitten. Nach der Blütezeit schneiden Sie verwelkte Pflanzenteile einfach über dem Boden ab, um langsam die Ruhezeit einzuleiten.

Ranunkeln schneiden: Blumenstrauß
Ranunkeln für die Vase schneiden. | © nolonely / stock.adobe.com

Tipp: Ranunkeln als Schnittblumen verwenden
Ranunkeln eignen sich hervorragend für die Vase. Am längsten halten Ranunkeln, wenn die Stiele im Knospenstadium geschnitten werden und sich die äußeren Blütenblätter gerade öffnen. Ein schräger Schnitt, frisches Wasser und ein kühler Standort sorgen für eine längere Haltbarkeit. Selbst in Brautsträußen setzen Ranunkeln farbstarke Akzente.

Überwintern

Ranunkeln sind nur bedingt winterhart. In milden Regionen können Knollen im Boden überdauern, sicherer ist jedoch das Ausgraben. Nach der Vergilbung des Laubes (Juni–Juli) werden die Knollen ausgebuddelt, 2 Tage an der Luft getrocknet und anschließend dunkel und kühl im Sand bei 5–10°C überwintert. Diese natürliche Ruhephase benötigen die Knollen, um im Frühjahr kräftig auszutreiben.

Sind Ranunkeln giftig?
Ranunkeln gelten als giftig. Der Kontakt kann bei empfindlicher Haut Reizungen verursachen.

Ranunkeln vermehren

Ranunkeln lassen sich auf drei Wegen vermehren: über Brutknollen, durch Knollenteilung und per Aussaat.

Vermehrung über Brutknollen (einfache Methode)

Ranunkeln bilden von selbst seitliche Brutknollen an der Mutterknolle aus. Beim Ausgraben im Sommer lassen sich diese kleinen Ableger gut erkennen und mit einem sauberen, scharfen Messer abtrennen. Anschließend werden sie wie die Hauptknollen zwei Tage an der Luft getrocknet und kühl und frostfrei in Sand überwintert. Im Frühjahr kommen auch sie für einige Stunden ins Wasserbad, bevor sie ins Beet oder in Töpfe wandern.

Vermehrung durch Knollenteilung

Große, kräftige Knollen lassen sich beim Ausgraben der Ranunkeln auch teilen. Nach dem Trocknen werden die Teilstücke getrennt überwintert und im Frühjahr ausgepflanzt. Erfahrungsgemäß treiben nicht alle Stücke zuverlässig aus, weshalb die Vermehrung über Brutknollen die bessere Wahl ist.

Vermehrung durch Aussaat

Die aufwendigste Methode ist die Vermehrung der Ranunkel über Saatgut. Dazu werden einige Blütenstiele nach der Blüte stehen gelassen. Die Samen reifen in den alten Blütenköpfen heran und können im Herbst eingesammelt werden, sobald diese trocken und braun sind.

Schritt 1: Samen ausreifen lassen
Erst wenn die Fruchtstände trocken und ausgereift sind, werden die Samen vorsichtig herausgelöst. Zu früh geerntete Samen keimen schlechter oder gar nicht. Anschließend lagern sie bis zur Aussaat kühl, trocken und dunkel, zum Beispiel in einer kleinen Papiertüte.

Schritt 2: Aussaatzeitpunkt wählen
Die Aussaat ist im zeitigen Frühjahr in Anzuchtschalen möglich. Wichtig ist ein heller, kühler und frostfreier Platz. Alternativ kann auch im frühen Herbst ausgesät werden, dann müssen die jungen Pflanzen jedoch geschützt und frostfrei weiterkultiviert werden.

Schritt 3: Anzuchtgefäß vorbereiten und Aussaat
Ein flaches Anzuchtgefäß oder kleine Töpfe werden mit feiner, lockerer Anzuchterde gefüllt. Das Substrat sollte durchlässig und gleichmäßig feucht sein. Die feinen Samen werden dann ausgestreut und nur leicht angedrückt. Bei Bedarf reicht es, die Samen hauchdünn mit feinem Sand zu übersieben.

Schritt 4: Kühl keimen lassen
Ranunkeln keimen am besten bei kühlen Temperaturen von etwa 10 bis 15 °C. Zu warme Bedingungen fördern schwache, lange Jungpflanzen. Unter guten Bedingungen zeigen sich die ersten Keimlinge meist nach etwa 10 bis 20 Tagen, manchmal dauert es etwas länger.

Schritt 5: Jungpflanzen pikieren und weiterkultivieren
Sobald die Sämlinge 4 bis 5 Blätter gebildet haben, werden sie vorsichtig vereinzelt und in kleine Töpfe gesetzt. Danach stehen sie weiterhin hell, kühl und frostfrei. Ins Beet kommen junge Garten-Ranunkeln erst nach den letzten Frösten.

Schädlinge und Krankheiten

Ranunkeln sind bei guter Pflege recht unkompliziert, reagieren aber empfindlich auf Staunässe, eine dichte Bepflanzung oder schlechte Luftzirkulation.

Zu den typischen Krankheiten gehört Echter Mehltau. Er zeigt sich als weißlicher, mehliger Belag auf Blättern, Stängeln oder Blüten. Vorbeugend helfen ein lockerer Pflanzabstand, ein luftiger Standort und Gießen direkt an der Erde, damit Blätter und Blüten möglichst trocken bleiben.

Bei ersten Anzeichen werden befallene Pflanzenteile entfernt und über den Hausmüll entsorgt. Stark befallene Ranunkeln sollten aus dem Beet genommen werden, damit sich die Pilzkrankheit nicht weiter ausbreitet. In dauerhaft nasser Erde drohen außerdem Fäulnisprobleme an den Knollen, weshalb ein durchlässiger Boden und guter Wasserabzug besonders wichtig sind.

Aber auch Schnecken können Ranunkeln zusetzen, besonders wenn die jungen Triebe frisch austreiben. Das Absammeln am Abend oder Schneckenzäune können helfen, die Pflanzen zu schützen. Blattläuse treten allerdings auch häufig an jungen Trieben und Blütenknospen auf. Meist reicht es, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspülen oder Nützlinge wie Marienkäfer zu fördern. Bei einem stärkeren Befall können zugelassene Präparate mit Neemöl die Population eindämmen.

Fazit: Ranunkeln pflanzen, pflegen und vermehren

Ranunkeln bringen mit ihren üppigen Farben einen eleganten Auftakt ins Gartenjahr und eignen sich sowohl für Beete als auch für Blumentöpfe. Die Kultur erfordert zwar etwas Aufmerksamkeit, belohnt jedoch mit einer außergewöhnlichen Blütenfülle, die sich auch für Vasen hervorragend eignet.

Kathrin von Gartentipps

Ich bin Mutter und leidenschaftlich gerne in der Natur. Seit über zwanzig Jahren spielt der Garten in meinem Leben eine wichtige Rolle. Ich beobachte, pflanze, ernte und verarbeite am liebsten alles selbst. Dabei genieße ich die Zeit im Grünen mit meinen Kindern genauso wie die stillen Momente allein im Beet. Ganz nebenbei lerne ich ständig Neues – im Garten hört das Wissen nie auf. ✿

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