Tiere

Amsel im Garten: Lebensraum, Nistverhalten und bevorzugte Nahrung

Bei der Amsel handelt es sich eigentlich eher um einen Waldbewohner. Seit einigen Jahrzehnten fühlt sich die Amsel aber auch im Garten wohl.

Amsel im Garten
Männliche Amsel – © Reddogs / stockadobe.com

Amseln sind in vielen Gärten heimisch geworden. Amselmännchen lassen sich gut an ihrem schwarzen Gefieder und dem orangegelben Schnabel erkennen. Die Weibchen sind weniger auffällig und durchgängig braun gefärbt. Keine Vogelart in Deutschland ist häufiger in Parks und Gärten anzutreffen.

Im Folgenden verraten wir mehr über den Lebensraum, das Brutverhalten und die Fütterung der beliebten Gartenvögel.

Amsel – vom Waldvogel zum Zaungast gemausert

Unsere Urgroßeltern kannten die Amsel nur als scheuen Waldvogel. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Amseln in Parks und Gärten niedergelassen und in der Nähe des Menschen gut eingelebt.

Amseln halten sich vorwiegend in Bodennähe auf und suchen auf dem Rasen und unter herabgefallenem Laub nach Nahrung. Wer Amseln beobachtet, wird bemerken, dass diese oft mit schräg gehaltenem Kopf verharren, um den Tieren am Boden zu lauschen. Zum bevorzugten Nahrungsangebot der Amsel zählen Schnecken, Regenwürmer oder andere kleine Insekten. Im Spätsommer machen sich die Vögel gern über reife Früchte und Beeren her.

Elstern bedrohen die Amsel im Garten

Amseln sind im Garten gern gesehen, denn mit ihrem melodischen Gesang wissen sie die Gartenbesitzer zu unterhalten. Die Amsel hat sich ihren Lebensraum in unseren Gärten erobert und verteidigt diesen gegen Eindringlinge.

In jedem Garten hält sich nur ein Amselpaar auf und brütet bis zu dreimal im Jahr. Rivalen duldet die Amsel nicht. Jedoch werden die Vögel immer häufiger von Elstern aus den heimischen Gärten verdrängt. Diese haben sich als Feinde der Amsel erwiesen. Sie füttern ihre Jungen zum Großteil mit fleischlicher Nahrung. Dazu rauben sie die Nester der Amseln aus und drängen die Amseln mehr und mehr in die Wälder zurück.

Wo nisten Amseln?

Nistplatz Amsel
Amseln nisten in bis zu 2 Metern Höhe und legen bis zu 6 Eier – © fotomaster / stock.adobe.com
Amseln sind in Europa, in Asien und im Nordwesten Afrikas verbreitet. Dort nisten sie häufig bis zur oberen Baumgrenze. Eine im Himalaya lebende Art kommt dort bis auf Höhen von mehr als 5.000 Metern vor.

Die Amsel lebt in Wäldern, Gartenanlagen, Parks und Hinterhöfen. Dabei fällt auf, dass der Nestbau der auch Schwarzdrossel genannten Vögel an ungewöhnlichen Orten erfolgt. Neben Bäumen, Sträuchern und Hecken werden auch Dachrinnen aufgesucht, Holzstapel als Nistplätze verwendet oder alte Briefkästen zur Kinderstube umfunktioniert.

Der Nestbau beginnt unmittelbar nach der Paarung. Für die Auswahl des Nistplatzes ist das Weibchen verantwortlich. Die Nester befinden sich in Höhen von bis zu zwei Metern und werden von oben mit Moos oder Gras abgedeckt.

» Übrigens: In Nistkästen findet sich die Amsel eher selten, diese werden selten als Ersatz für Hecken akzeptiert. Größer ist die Chance, in bepflanzten Balkonkästen auf Amseln zu treffen.

➔ Wann ist die Brutzeit der Amsel?

Amseln brüten in den Monaten Februar bis Juli. In dieser Zeit wachsen drei bis fünf Bruten heran. Diese bestehen aus drei bis sechs blaugrün gefärbten Eiern, welche im Abstand von einem Tag gelegt werden. Nach etwa 14 Tagen schlüpfen die Küken.

Die noch flugunfähigen Vögel verlassen nach zwei Wochen das Nest. Beide Eltern füttern die Jungtiere weitere drei Wochen.

Tipp: Um die Brut nicht zu gefährden, sollten Katzenbesitzer ihre Stubentiger in den ersten Tagen nach der Nestflucht nicht ins Freie lassen.

Wovon ernähren sich Amseln?

Ernährung Amsel
Amseln fressen neben Würmern und Insekten auch Obst und Beeren – © Brian Lambert / stock.adobe.com

Wie bereits erwähnt, finden sich hauptsächlich Würmer, Schnecken, Larven und kleine Insekten auf dem Speisezettel der Amsel. Aber auch  Sämereien und Fallobst stehen darauf. Für ein reiches Nahrungsangebot ist in einem Naturgarten gesorgt.

Im Herbst durchsuchen Amseln vermehrt Laubhaufen nach Insekten. Regenwürmer holt sich die Amsel auf kurzem Rasen direkt aus dem Boden.

Der Speisezettel der Amsel im Überblick:

  • Insekten
  • Regenwürmer
  • Maikäfer
  • Blattkäfer
  • Rüsselkäfer
  • Bockkäfer

Hinzu kommen beinahe alle Beeren und Früchte:

  • Wildkirschen
  • Tomaten
  • Walnüsse
  • Maulbeeren
  • Vogelbeeren
Binnen einer Minute kann die Amsel bis zu zwei Regenwürmer erbeuten. Engerlinge im Boden können die Vögel aus einer Entfernung von 60 Zentimetern aufspüren. Auch in seichten Gewässern oder Pfützen wird nach Nahrung gesucht. Dabei kann die Amsel sogar kleine Steine bewegen, um an Nahrung zu gelangen.

Wann und wie kann man Amseln füttern?

Amseln können auch unter einer niedrigen Schneedecke auf Nahrungssuche gehen. Jedoch ist das Nahrungsangebot im Winter gering. Gartenbesitzer können Amseln im Winter helfen und zusätzliches Futter zur Verfügung stellen.

Die Amsel ist ein sogenannter Weichfutterfresser. Daher eignen sich für die Fütterung der Amsel keine Körner. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Amsel sich nicht aus dem Vogelhaus bedient, sondern das Futter in Bodennähe angeboten bekommen sollte.

Amseln sind bevorzugt mit folgendem Futter zu versorgen:

  • kleine Obststücke
  • Trockenobst (Rosinen)
  • Mohn
  • Haferflocken

Die Haferflocken können in Sonnenblumenöl getränkt werden. Im Handel werden auch spezielle Mischungen für Weichfutterfresser angeboten.

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Tipp: Amseln sollten nur in der Winterzeit vom Menschen gefüttert werden.

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