Pflanzen Stauden & Ziergräser

Katzenpfötchen pflanzen, pflegen und medizinische Wirkung

In der freien Natur ist das Katzenpfötchen gefährdet, doch im Garten kann die bienenfreundliche Staude heimisch werden.

Katzenpfötchen
© skymoon13 / stock.adobe.com
Gewöhnliches Katzenpfötchen (Antennaria dioica) auch Gewöhnlich-Katzenpfötchen oder Zweihäusiges Katzenpfötchen genannt, war bis in den 1950er Jahren in der freien Natur häufig verbreitet. Heute ist die Pflanze in Deutschland sehr selten und steht unter Naturschutz. Das Verbreitungsgebiet der Gattung Antennaria erstreckt sich über Europa, Amerika und Asien. Antennaria wachsen in den Rocky Mountains oberhalb der Baumgrenze, man findet die Stauden aber auch in den skandinavischen Ländern, in Grönland und Alaska. Obwohl viele Arten immergrün sind, halten sie Schnee und Frost sehr gut aus. Seit 2005 steht das Katzenpfötchen auf der Roten Liste der stark gefährdeten Arten.

Katzenpfötchen – Kurzinfo

In Deutschland wächst die Pflanze an vollsonnigen Standorten und braucht einen kalk- und stickstoffarmen Boden. Heiden, Mager- und Feuchtwiesen, sowie Wegraine zählen zu den bevorzugten Lebensräumen des Katzenpfötchens. Antennaria diocia gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die teilweise bis zu 50 cm hoch wachsende Pflanze bildet am Boden dichte Blattrosetten. Man unterscheidet männliche und weibliche Pflanzen, die jeweils unterschiedliche Blütenköpfchen bilden, deren Behaarung zur Bezeichnung Katzenpfötchen führten.

Katzenpfötchen – Standort und Wuchsform

Staudengärtnereien bieten das Katzenpfötchen in seiner Ursprungsform und in verschiedenen Sorten an. Auch im Garten wächst die anspruchslose und kleine Staude an sonnigen, mageren Standorten wie Mauerkronen, Stein- und Kiesgärten und auf Dächern. Schmetterlinge und Bienen besuchen die Blüten sehr gerne.

Antennaria ist ein immergrüner, niedriger Bodendecker, der mit Blattrosetten und kurzen Ausläufern rasch einen geschlossenen Teppich ausbildet. Die silbergrünen, filzig behaarten Blattrosetten sind auch im Winter sichtbar, im Sommer schützen die feinen Härchen die Blätter vor Austrocknung. Die zweijährige Staude bildet im ersten Jahr nur bodenständige Blätter aus, erst im zweiten Jahr bilden sich die Blüten. Diese sind körbchenförmig am Ende der verzweigten Stiele angeordnet.

Der leicht behaarte Stängel steht aufrecht auf der Rosette und trägt am verzweigten Ende die Blütenköpfchen. Antennaria ist zweihäusig, es werden entweder männliche oder weibliche Blüten ausgebildet. Männliche Köpfchen sind meist weiß bis hellgelb, weibliche Blüten sind kräftig rosarot bis purpurfarben. Das Katzenpfötchen blüht in der Regel von Mai bis Juli.

Gewöhnliches Katzenpfötchen (Antennaria dioica)
Wuchs: teppichartig, aufrechte Blütenstiele
Wuchshöhe: 5 – 50 cm
Wuchsbreite: 20 – 30 cm
Blütezeit: Mai – Juli
Standort: Sonne
Boden: sandig, lehmig, kalk- und stickstoffarm
» Mehr Bilder und Daten anzeigen

Das Gewöhnliche Katzenpfötchen fühlt sich im sonnigen Steingarten ebenso wohl wie im Steintrog und auf der Mauerkrone. Auch im mageren Heidegarten oder in einem mediterran gestalteten Garten ist die Pflanze ein wahrer Hingucker. Antennaria ist außerdem perfekt zur Dachbegrünung geeignet.

Katzenpfötchen – passende Partnerpflanzen

Katzenpfötchen pflanzen und pflegen

Das Katzenpfötchen benötigt einen vollsonnigen Standort und durchlässigen, mageren Boden. Böden mit lehmigen Anteilen werden mit Sand abgemagert. Nur dann wird Antennaria auf Dauer nicht von anderen Arten verdrängt und kann sich schnell ausbreiten. Pro Quadratmeter setzt man etwa 25 Stauden bei einem Pflanzabstand von 20 Zentimetern. Das Katzenpfötchen muss weder geschnitten noch gedüngt werden. Auch beim Gießen kann man sparsam sein, selbst große Hitze verträgt die Staude gut.

Hat die Polsterstaude einen idealen Standort gefunden, breitet sie sich schnell aus. Dann muss man sie von Zeit zu Zeit ein wenig bändigen, eventuell mit dem Spaten ausstechen und umpflanzen. Frühjahr oder Herbst sind die beste Zeit, um Antennaria zu teilen und umzusetzen. Die Teilung der Staude ist die einfachste Art, Antennaria zu vermehren. Das Aussäen ist die zweite Möglichkeit.

Wenn das Katzenpfötchen sich gut verbreitet, aber nur wenige Blüten bildet, hat es vermutlich zu wenig Sonne. Blüht Antennaria dauerhaft zu wenig, ist der Standort insgesamt zu schattig. Dann hilft nur Umpflanzen.

Pflanzen und Pflege – kurz und knapp

  • sonniger, trockener Standort auf magerem Boden
  • kein Schnitt, keine Düngung
  • Vermehrung durch Teilung oder Aussäen
  • Neupflanzung: 25 Stauden / m²

Katzenpfötchen – Krankheiten und Schädlinge

Das Katzenpfötchen ist eine robuste und pflegeleichte Pflanze. Nicht einmal Schnecken fressen die haarigen Blätter von Antennaria und auch sonst sind kaum Schädlinge oder Krankheiten bekannt. Steht die Polsterstaude zu schattig oder zu nass, können Wurzelfäule oder Pilzbildung die Folge sein. Sind benachbarte Pflanzen von Milben oder Blattläusen befallen, so lässt sich eine Übertragung selten vermeiden.

Behandlung bei Pilzbefall, Blattläusen und Mehltau

Bei Pilzbefall, häufig erkennbar an gelben Blättern, werden die befallenen Pflanzenteile so schnell wie möglich entfernt. Blattläuse lassen sich einfach mit einem harten Wasserstrahl abspülen – unter Umständen muss man dies mehrfach wiederholen. Ist Antennaria von Echtem Mehltau befallen, hilft das Besprühen mit einer Lösung aus neun Teilen Wasser und einem Teil Milch. Jeden zweiten Tag die Anwendung wiederholen, bis der Mehltau verschwunden ist.

Katzenpfötchen – beliebte Arten und Sorten

Katzenpfötchen rosa
© ellaa44 / stock.adobe.com
Antennaria umfasst ungefähr 45 Arten. Die meisten davon sind immergrün und absolut winterhart. Die Wuchshöhe variiert zwischen 5 und 20 Zentimeter. Interessant für die Kombination im Beet sind Blatt- und Blütenfarbe.

Art Blüte Höhe Blatt / Wuchs
Karpaten-Katzenpfötchen
(Antennaria carpatica)
weiß-rosa 5 – 15 cm beiderseits wollig
keine Ausläufer
Wolliges Katzenpfötchen
(Antennaria dioica Borealis)
weiß 5 – 10 cm weiß-wollig
kurze Ausläufer
Alpenkatzenpfötchen
(Antennaria alpina)
weiß 2 – 20 cm grün
unten hell
Wegerichblättriges Katzenpfötchen
(Antennaria plantaginifolia)
weiß 15 cm großblättrig

Beliebte Sorten

  • Antennaria dioica ‚Alex Duguid’, rosarot, 10 cm
  • Antennaria dioica ‚Perlkissen’ mit hohen Stielen und weißen, perlenartigen Blütenknospen
  • Antennaria dioica ‚Rotes Wunder‘ mit kräftiger Blütenfarbe (dunkelrot), bis 15 cm, silbergrau
  • Antennaria dioica ‚Rubra’, silbrig-rosarot, 10 cm, silbrig-grün, filzig
  • Antennaria dioica ‚Alba’, weiß, 10 cm, grau-grün
  • Antennaria dioica ‚Nyewood, rosa, 10 cm, silber-grau, blüht im Mai
  • Antennaria dioica ‚Weiße Immortelle’, weiß, 15 cm, graugrün, besonders blütenreich

Katzenpfötchen – medizinische Wirkung

In der Naturheilkunde wird Antennaria dioica zur Behandlung und Linderung verschiedener Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Medizinisch verwendet wird die Blüte der Pflanze. Antennaria kann als Tee zubereitet, oder als Salbenmischung, sowie in Form von Tropfen oder als Tinktur gekauft werden. Im medizinischen Bereich spricht man von Droge und bezeichnet das Katzenpfötchen als Antennariae dioicae flos.

Die wirksamen Inhaltsstoffe das Katzenpfötchen (Antennariae dioicae flos) sind unter anderem Bitterstoffe, Flavonoide, Gerb- und Schleimstoffe, Harz und Cumarine. Der Droge wird eine antibiotische, harntreibende und entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben. Zudem soll sie das Abhusten erleichtern (auswurffördernd). Man bereitet aus den getrockneten Blüten einen Tee zu. Dieser kommt zur Anwendung bei Verdauungsstörungen und Reizmagen, Beschwerden mit Galle und Leber, bei Durchfall und Husten. Blüten von Antennaria sind beispielsweise Bestandteile von fertig gemischten Gallen- und Lebertees sowie Teemischungen bei Nieren- und Blasenproblemen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Please enter your comment!
Bitte hier den Namen eingeben