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Kaukasus-Vergissmeinnicht pflegen, schneiden und vermehren

Das Kaukasus-Vergissmeinnicht ist eine pflegeleichte, winterharte Staude, die allerdings nie austrocknen darf. Ein Rückschnitt wird im Herbst vorgenommen.

Kaukasus-Vergissmeinnicht
Das Kaukasus-Vergissmeinnicht kommt auch im Schatten zurecht | © JFBRUNEAU / stock.adobe.com
Optisch lässt das Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) an das in unseren Breiten heimische Vergissmeinnicht (Myosotis) denken. Außer einer Ähnlichkeit der Blütenform besteht jedoch keine nähere Verwandtschaft. Das Kaukasus-Vergissmeinnicht kann bis zu einem halben Meter in die Höhe wachsen und besitzt zarte blauviolette Blütenköpfe, die über dem üppigen Laub zu schweben scheinen. Die kompakte Staude kann hübsche Akzente setzen und fühlt sich bei entsprechender Pflege in jeder Gartenerde wohl.

Kaukasus-Vergissmeinnicht – Herkunft

Wie die Pflanzenbezeichnung bereits vermuten lässt, liegt die ursprüngliche Heimat des Raublattgewächses im Kaukasus und im Norden Russlands. Dort finden sich die Pflanzen bevorzugt in lichten Wäldern. Auch in der Türkei stieß man auf natürliche Vorkommen. Das Kaukasus-Vergissmeinnicht ist in Eichen- und Fichtenwäldern bis in Höhenlagen von 2.000 Meter verbreitet.

Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla)
Wuchs: horstartig, breitbuschig
Wuchshöhe: 20 – 40 cm
Wuchsbreite: 30 – 40 cm
Pflanzenbedarf: 6 Stück / m² – Pflanzabstand 30 bis 40 cm
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: frisch bis feucht, nährstoffarm, humos, lehmig
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Kaukasus-Vergissmeinnicht – Standort

Die ideale Wachstumsgrundlage kann mit einem halbschattigen bis schattigen Standort geschaffen werden. Ist der Boden dauerhaft feucht, ist auch ein sonniger Standplatz geeignet. Die pralle Mittagssonne gilt es jedoch in jedem Fall zu meiden. Besonders attraktiv erscheint eine Pflanzung an Gehölzrändern.

Weitere Möglichkeiten, das Kaukasus-Vergissmeinnicht ansprechend in Szene zu setzen:

  • Uferzone des Gartenteiches
  • Verschönerung von Bachläufen
  • Kübelpflanze

Bei Sonneneinstrahlung trocknet der Boden sehr schnell aus. Dies bekommt der Pflanze nicht. Im schattigen Staudenbeet fühlt sich das Kaukasus-Vergissmeinnicht dagegen wohler. Mit Farnen und Funkien können die bizarren Gewächse an einem schattigen Standplatz gut harmonieren. Auch Frühblüher wie Primeln oder Narzissen sind attraktive saisonale Begleiter.

» Tipp: Der attraktive Blattschmuck des Kaukasus-Vergissmeinnicht setzt auch im herbstlichen Garten einen hübschen Blickfang.

Das ideale Substrat auswählen

Die wichtige Komponente bei der Pflanzung des Kaukasus-Vergissmeinnicht ist Feuchtigkeit. Der Boden darf zu keinem Zeitpunkt austrocknen. Daher ist die Pflanzung in Gewässernähe zu bevorzugen. Auch im Schatten läuft die Pflanze weniger Gefahr, über einen längeren Zeitraum trockenzustehen.
Weiterhin sollte der Boden folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • frisch
  • durchlässig
  • lehmig bis sandig

Um die idealen Bodenverhältnisse zu gewährleisten, kann eine Bestimmung des pH-Wertes des Bodens herangezogen werden. Entsprechende Test-Kits bietet jeder Baumarkt an. Zeigen Ihnen die Teststreifen Werte zwischen sechs und acht an, können Sie das Kaukasus-Vergissmeinnicht bedenkenlos auspflanzen.

Kaukasus-Vergissmeinnicht pflanzen

Der beste Zeitpunkt für die Freilandpflanzung ist das Frühjahr. Dann bleibt dem Kaukasus-Vergissmeinnicht ausreichend Zeit, ein stabiles Wurzelsystem auszubilden und sich damit für den nächsten Winter stark zu machen.

Damit sich die üppig wachsende Pflanze buschig ausbreiten kann, ist ein Pflanzabstand von circa 40 Zentimetern einzuhalten. Die Gruppenpflanzung lässt das Kaukasus-Vergissmeinnicht besonders vorteilhaft erscheinen. Wenn Sie sieben Pflanzen auf einen Quadratmeter setzen, wird bereits ab dem zweiten Standjahr eine geschlossene Blätterdecke für Bewunderung sorgen.

Kaukasus-Vergissmeinnicht richtig gießen

Da Trockenheit nicht vertragen wird, ist eine ausreichende und regelmäßige Bewässerung beim Kaukasus-Vergissmeinnicht Pflichtprogramm. Gegossen wird direkt auf das Substrat und niemals über die Blätter. Es wird empfohlen, kalkarmes Wasser zu verwenden. Am besten gießen Sie mit Regenwasser oder lassen Leitungswasser über Nacht stehen, damit sich der Kalk am Boden absetzen kann.

Bei der Pflanzung im Kübel darf die tägliche Bewässerung nicht vergessen werden. Damit der Boden durchweg feucht bleibt, Staunässe aber nicht aufkommt, ist das Anlegen einer Drainage im Gefäßboden ratsam.

In der prallen Mittagssonne ist das Gießen zu unterlassen. Das meiste Wasser kann in den Boden eindringen und verdunstet nicht ungenutzt, wenn die Bewässerung am frühen Morgen oder am späteren Abend erfolgt.

Kaukasus-Vergissmeinnicht richtig düngen

Ein mageres Substrat sollte gelegentlich mit Dünger aufgewertet werden. Damit die Blüte nicht ausbleibt, ist ein nährstoffhaltiger Boden Voraussetzung. Wer bei der Pflanzung Kompost oder Hornspäne einarbeitet, schafft eine gute Wachstumsgrundlage und eine ausreichende Nährstoffversorgung im ersten Standjahr.

Während der Wachstumsphase zwischen April und August kann auch ein handelsüblicher Staudendünger verabreicht werden.

Kaukasus-Vergissmeinnicht – 3 beliebte Sorten

Zusammen mit vier weiteren Arten bildet das Kaukasus-Vergissmeinnicht die Gattung Brunnera. Als Zierpflanze von Bedeutung ist lediglich die hier beschriebene Art, zzgl. der zahlreichen attraktiven Züchtungen:

Kaukasus-Vergissmeinnicht ‚Jack Frost’®

Kaukasus-Vergissmeinnicht 'Jack Frost'
© etfoto / stock.adobe.com
Kaukasus-Vergissmeinnicht ‚Jack Frost‘ ® (Brunnera macrophylla ‚Jack Frost‘ ®)
Besonderheiten: silbrig geäderte Blattoberfläche, sehr winterhart
Wuchshöhe: 20 – 40 cm
Wuchsbreite: 30 – 40 cm
Blüte: rispenförmig, blau
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: gut durchlässig, hoher Humus- und Nährstoffbedarf
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Kaukasus-Vergissmeinnicht ‚Hadspen Cream‘

Kaukasus-Vergissmeinnicht 'Hadspen Cream'
© cristographic / stock.adobe.com
Kaukasus-Vergissmeinnicht ‚Hadspen Cream‘ (Brunnera macrophylla ‚Hadspen Cream‘)
Besonderheiten: cremefarbene Blätter, sehr langlebig, sehr winterhart
Wuchshöhe: 20 – 40 cm
Wuchsbreite: 30 – 40 cm
Blüte: rispenförmig, hellblau
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: frisch, durchlässig, humus- und nährstoffreich
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Kaukasus-Vergissmeinnicht ‚Sea Heart‘

Kaukasus-Vergissmeinnicht 'Sea Heart'
© Rafail / stock.adobe.com
Kaukasus-Vergissmeinnicht ‚Sea Heart‘ (Brunnera macrophylla ‚Sea Heart‘)
Besonderheiten: silber schimmernde Blätter, sehr winterhart, insektenfreundlich
Wuchshöhe: 20 – 40 cm
Wuchsbreite: 30 – 40 cm
Blüte: rispenförmig, hellblau
Standort: Sonne bis Halbschatten
Boden: frisch, gut durchlässig, humus-, nährstoffreich, lehmig-sandig
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Kaukasus-Vergissmeinnicht schneiden

Wer die unkontrollierte Ausbreitung der Samen verhindern möchte, muss die Pflanze unmittelbar nach der Blüte zurückschneiden. Der Rückschnitt hat auch den Vorteil, dass die Staude nach dem Neuaustrieb üppiger und buschiger wächst.

Im Herbst wird das Kaukasus-Vergissmeinnicht bodennah zurückgeschnitten. Der Austrieb erfolgt dann im nächsten Frühling wie gewohnt.

Kaukasus-Vergissmeinnicht vermehren

Für die Vermehrung gibt es zwei Optionen:

  1. Vermehrung durch Aussaat
  2. Vermehrung durch Teilung

Kaukasus-Vergissmeinnicht vermehren durch Aussaat

Die Samen können im Herbst von vorhandenen Pflanzen abgesammelt oder in kleinen Samentütchen käuflich erworben werden. Die Aussaat erfolgt in Pflanzschalen. Die Samen werden in einem Gemisch aus Lehm und Sand ausgesät.

Das Pflanzgefäß kann auf der hellen Fensterbank aufgestellt werden. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden. Das Substrat muss gleichmäßig feucht gehalten werden. Die Keimlinge werden pikiert, sobald sich die ersten Laubblätter zeigen. Im Frühjahr kann ins Freiland gepflanzt werden.

» Tipp: In rauen klimatischen Regionen ist es vorteilhaft, die Pflanze im ersten Jahr im Kübel zu kultivieren und im Haus frostfrei zu überwintern.

Kaukasus-Vergissmeinnicht vermehren durch Teilung

Wer eine größere und bereits gut eingewurzelte Pflanze besitzt, kann das Kaukasus-Vergissmeinnicht durch Teilung vermehren. Die Pflanzen werden bevorzugt nach der Blüte oder im Herbst geteilt.

Dazu wird der Wurzelballen vorsichtig ausgegraben. Nach Entfernung des Substrats lassen sich Beschädigungen besser ausmachen. Alte und abgestorbene Pflanzenteile sind zu entfernen. Die Teilung der Wurzel erfolgt mit einem scharfen Messer.

» Hinweis: Jedes Teilstück sollte mindestens zwei Triebknospen besitzen.

Die erhaltenen Teilstücke werden zügig an getrennten Standorten verpflanzt. Im nächsten Frühling werden sich neue, kräftige Pflanzen entwickeln.

Krankheiten und Schädlinge erkennen

Das Kaukasus-Vergissmeinnicht ist robust und trotzt Krankheiten und Schädlingen weitestgehend. Die rauen Blätter der Pflanze erscheinen Schnecken eher unappetitlich. Bei Pflegefehlern können Echter Mehltau oder Grauschimmel auftreten.

Die befallenen Pflanzenteile sollten entfernt und über den Restmüll entsorgt werden.

Kaukasus Vergissmeinnicht im Winter

Bei Frost sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und die Pflanze zieht sich in ihre Wurzel zurück. Ein Winterschutz ist nicht notwendig. Um die Staude vor Kahlfrost zu schützen, kann eine Abdeckung aus Laub oder Reisig helfen.

Bei der Kultivierung als Kübelpflanze besteht im Winter die Gefahr, dass die Erde im Pflanzgefäß durchfriert und die Pflanzen keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Der Kübel kann im Freien verbleiten, wenn er mit Gartenvlies umhüllt wird und auf einer Unterlage aus Holz oder Styropor steht. Eine helle Überwinterung im Haus oder Wintergarten ist vorzuziehen. Auch im Winter darf das Kaukasus-Vergissmeinnicht nicht austrocknen und benötigt an frostfreien Tagen oder im heimischen Winterquartier gelegentliche Wassergaben.

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