Der Rhododendron ist zwar robust, er kann jedoch trotzdem von einigen Krankheiten befallen werden. Wie Sie diese erkennen und bekämpfen, erkläre ich hier.
Rhododendren (Rhododendron) begeistern im Frühsommer mit ihren farbgewaltigen Blüten. Das beliebte Gewächs ist daher aus vielen Gärten und Parklandschaften nicht wegzudenken und kann im Laufe von Jahrzehnten eine beachtliche Größe annehmen. Allerdings werden Hobbygärtner auch häufig mit welken Trieben, verfärbten Knospen oder braunen Blättern konfrontiert. Welche Krankheiten dahinterstecken und wie Sie diese erkennen, erkläre ich nachfolgend im Detail. Außerdem nenne ich Tipps zur Vorbeugung und Bekämpfung.
Diese Krankheiten treten am häufigsten auf
Triebsterben

Die Phytophthora-Welke (Phytophthora spp.) ist eine ernstzunehmende Erkrankung der Gewächse. Zunächst treten braune Blattflecken auf. Das Gewebe in deren Mitte erscheint hell und trocken. Auch die Zweige beginnen zu welken. Allgemein erweckt die Pflanze einen kränklichen Eindruck. Mit der Zeit werden die Blätter glanzlos, bekommen eine graubraune Farbe und rollen sich ein. Ist der Rhododendron stark befallen, kann die komplette Pflanze absterben.
💡 Tipp:
Die Infektion mit dem Phytophthora-Pilz kann über Triebe oder Wurzeln erfolgen. Infektionen der Blätter sind gut an den typischen Blattflecken zu erkennen. Liegt eine Wurzelinfektion vor, setzt meist das Welken vollständiger Äste ein.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Schnelles Handeln ist erforderlich. Die befallenen Triebe müssen bis auf den gesunden Bereich gekürzt werden. Damit der Pilz nicht weitergetragen wird, ist das Schnittwerkzeug nach dem Gebrauch zu desinfizieren. Dem Rückschnitt des Rhododendrons sollte eine Behandlung mit einem Fungizid gegen Pilzbefall folgen. Hausmittel bleiben an dieser Stelle leider wirkungslos.
Bei einer Infektion über die Wurzeln gibt es keine Rettung mehr. Die Pflanzen sind aus dem Boden zu nehmen und vollständig zu entsorgen. Ein Bodenaustausch ist ratsam, bevor eine Neubepflanzung vorgenommen wird. Denn die Krankheit wird durch dichte und feuchte Untergründe begünstigt. Vorbeugend sollte eine gute Bodenvorbereitung erfolgen.
💡 Tipp:
Nach einem Phytophthora-Befall und einem gründlichen Bodenaustausch eignen sich robuste, standortangepasste Gehölze wie Kulturheidelbeeren, Zaubernuss oder ein japanischer Ahorn als neue Bepflanzung.
- Effektiv – Alitis Spezial Pilzfrei wirkt schnell und zuverlässig gegen Phytophthora-Arten (Blattwelke, Wurzelfäule und Rhizomfäule), Falscher Mehltau und Triebssterben an Zierpflanzen, Obst (Erdbeeren) und Gemüse (Kopfsalat und Gurke)
Rhododendronzikade und Knospenbräune

Zeigen sich nach dem Winter braune Verfärbungen an den Knospen, denken Hobbygärtner zunächst an Erfrierungen. Doch vermutlich liegt eine Knospenbräune vor. Schauen Sie genauer hin, erkennen Sie auf den verfärbten Knospen einen dunklen Flaum. Dabei handelt es sich um den Pilzfruchtkörper. Genauer ist der Pilz Pycnostysanus azaleae der Verursacher.
Doch dieser hat mit der Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi) einen Helfer gefunden. Denn die an sich recht ansehnlichen, grün-rot gemusterten Insekten stehen als Überträger des Pilzes in Verdacht. Die etwa ein Zentimeter großen Insekten ritzen die Blätter an und bedienen sich am Pflanzensaft. Dies fügt den Ziergehölzen keinen nennenswerten Schaden zu. Allerdings werden die Wunden für die Eiablage im Herbst genutzt. Geschwächte Pflanzen können aber auch ohne Zutun der Zikaden erkranken.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Die verfärbten Knospen werden ausgebrochen und über den Hausmüll entsorgt. Fungizide zeigen gegen diesen Pilz leider keine Wirkung. Deshalb sollten Sie gegen die Zikaden vorgehen, deren Larven im Mai aus den im vergangenen Herbst abgelegten Eiern schlüpfen. Die Blätter werden mit Neem-Produkten besprüht. Der aus dem Neembaumsamen gewonnene Wirkstoff schont die meisten Nützlinge, ausgenommen die Schwebfliege.
💡 Tipp:
Eine Neemöl-Lösung können Sie aber auch selbst herstellen. Dafür einen Teelöffel Neemöl in einen Liter Wasser geben. Die Lösung kann anschließend in Sprühflaschen gefüllt werden. Beim Einsprühen dürfen Sie dann keinen Pflanzenteil vergessen. Am effektivsten wirkt die Anwendung am frühen Morgen. Dann sind die Zikaden nämlich noch wenig beweglich.
- Zur Bekämpfung von saugenden, beißenden und blattminierenden Insekten sowie Trauermücken und Kartoffelkäfern
- Wirksam gegen Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben, Weiße Fliege, Zikaden, Frostspanner
Chlorose

Chlorose bei Rhododendren bezeichnet eine Gelbfärbung der Blätter, bei der die Blattadern grün bleiben. Diese Blattfärbung deutet auf einen kalkhaltigen Boden oder einen Mangel an Nährstoffen hin. Fehlt es an Eisen, zeigen die jüngeren Triebe an den Spitzen Vergilbungen. Liegt der pH-Wert über 5,5, können Rhododendren Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen. Im späteren Verlauf werden die Blätter braun und fallen ab.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Überprüfen Sie zunächst den Zustand des Bodens mit einem Bodentest. Die Erde sollte sauer, nicht zu kalkhaltig und gut durchlässig sein. Durch eine Düngung können Sie die benötigten Nährstoffe zuführen. Wichtig ist außerdem, dass Sie mit Regenwasser gießen, da es von Natur aus kalkfrei, beziehungsweise sehr kalkarm ist.
- Einfache pH-Wert Bestimmung: Optimal zur Ermittlung des pH-Wertes von Kulturböden und garantiert eine einfache und schnelle Bodenanalyse zur Bodenverbesserung
- Schnell und einfach: Der Kalkbedarf des Bodens kann ohne chemische Kenntnisse innerhalb von 3 Minuten und für 16 Anwendungen einfach ermittelt werden
Blattfleckenkrankheit

Feucht-warmes Klima ist meist der Auslöser für die Blattfleckenkrankheit am Rhododendron. Ursächlich hierfür sind verschiedene Pilze, die erfahrene Hobbygärtner am Schadbild unterscheiden können:
- Phyllosticta maxima
Typisch für diesen Befall sind aschgraue bis rotbraune Blattverfärbungen, die vom Blattrand ausgehen und eine scharfe Abgrenzung zur gesunden grünen Fläche aufweisen. - Pestalozzia sp. / Pestalotiopsis
Im Gegensatz dazu entstehen hier Flecken auf der Blattspreite überwiegend mitten auf dem Blatt. Sie fallen durch einen markanten dunklen Rand sowie oft konzentrische Ringe auf. - Cercospora rhododendri
Zeigen sich durch etliche kleinere, unregelmäßig verlaufende Flecken auf den Blättern. Sie erzeugen ein kleinteiliges Schadbild, können eine rote Umrandung besitzen und verfärben sich im weiteren Krankheitsverlauf bis ins Schwarze. - Colletotrichum sp.
Verursachen große braune bis schwarzbraune Blattflecken, die im frühen Stadium oft einen auffallend gelben Hof zeigen. Später bilden sie rotbraune Ränder aus, schlagen auf beide Blattseiten durch und fließen großflächig zusammen.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Bei der Blattfleckenkrankheit sind keine nachhaltigen Schäden an der Pflanze zu erwarten. Wichtig ist, die befallenen Blätter vorsorglich zu entfernen und über den Restmüll zu entsorgen, sodass sich der Pilz nicht verbreiten kann. Eine wirkungsvolle Vorbeugungsmaßnahme besteht darin, Rhododendren nur im Wurzelbereich zu bewässern.
💡 Tipp:
Ein Sud aus Ackerschachtelhalm stärkt die Pflanzen, macht sie robuster und widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten.
Rhododendronrost

Für diese Erkrankung am Rhododendron sind Rostpilze verantwortlich. Das Schadbild ähnelt der Blattfleckenkrankheit. Die Oberseiten der Blätter sind von gelben bis bräunlichen Flecken übersät. Der Rhododendronrost kann anhand der auf der Blattunterseite befindlichen Sporenlager gut diagnostiziert werden. Diese sind anfänglich gelb bis orange und verfärben sich später Rostbraun.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Damit sich die Pilze nicht weiter ausbreiten können, sind die befallenen Pflanzenteile auch hier umgehend zu entfernen. An idealen Standorten tritt ein Befall kaum auf. Vorbeugend kann auch die ausschließliche Bewässerung von unten wirken. Kommt es zu schweren Schäden, die zu spät bemerkt werden, können Sie zu Fungiziden greifen.
- Hochwirksames Fungizid-Spray: Wirkt sofort gegen Blattflecken, Echten Mehltau, Sternrußtau und andere Pilzkrankheiten; geeignet u.a. für Zierpflanzen, Kräuter und Gemüsearten
💡 Tipp: Hausmittel
Gegen Rhododendronrost gibt es aber auch einige recht wirkungsvolle Hausmittel. Dazu zählen:
▪ Backpulver
Ein Spray gegen Pilzbefall können Sie durch das Vermischen von vier Teelöffeln Backpulver mit Wasser und ein paar Spritzern Öl herstellen. Alle befallenen Stellen sollten dann einmal wöchentlich mit dem selbstgemachten Spray behandelt werden.
▪ Farnbrühe
Ein Sud aus Farnblättern kann ebenfalls Wirkung zeigen. Hierbei sollten Sie auf Wurmfarne oder Adlerfarne zurückgreifen. Die Blätter werden getrocknet und zerkleinert. Etwa 20 Gramm Blätter sollten dann pro Liter Wasser verwendet werden. Zunächst sollte der Sud einen Tag ziehen. Anschließend wird die Lösung etwa 25 Minuten abgekocht. Die Brühe sollte unverdünnt verwendet werden und ist als Spray auf die betroffenen Pflanzenstellen aufzutragen.
▪ Aspirin-Tablette
Ein weiterer natürlicher Helfer ist gefunden, wenn zwei Aspirin in einem halben Glas mit Wasser aufgelöst werden. Die Flüssigkeit wird ebenfalls als Spray benutzt.
Echter Mehltau

Echter Mehltau am Rhododendron ist nicht zu übersehen. Es zeigen sich an den Oberseiten der Blätter Beläge, die an Mehl erinnern. Es wird auch häufig beobachtet, dass sich das Pilzgeflecht in ein schmutziges Braun verfärbt. Der immergrüne Rhododendron ist weniger befallen, als sommergrüne Azaleen, deren Blätter weicher sind. Trockene Böden und starke Temperaturschwankungen fördern die Entstehung von Mehltau.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Betroffene Pflanzenteile sind zu entfernen und gehören nicht auf den Kompost. Entsorgen Sie betroffenes Pflanzenmaterial stets über den Hausmüll, um eine erneute Ausbreitung zu verhindern. Folgende Hausmittel lassen sich einfach herstellen und zeigen eine zuverlässige Wirkung bei Echtem Mehltau.
▪ Backpulver
Mit einer Backpulver-Lösung lässt sich Mehltau bekämpfen. Dafür sorgt die durch das weiße Pulver ausgelöste alkalische Reaktion. Einer Packung Backpulver werden 20 Milliliter Pflanzenöl zugegeben. Dies dient der Pflanzenstärkung. Das Ganze wird dann mit zwei Litern Wasser aufgefüllt und in eine Sprühflasche abgefüllt. Behandelt werden sollten betroffene Pflanzen alle 14 Tage. Bei starkem Regenfall ist öfter zu sprühen.
▪ Milch
Nachdem alle betroffenen Blätter von der Pflanze entfernt wurden, kann das Besprühen mit einer Lösung aus Milch und Wasser helfen. Dazu einfach Milch mit Wasser in einem Verhältnis von 1:8 mischen. Gesprüht werden sollte dann im Abstand von drei Tagen.
▪ Knoblauch
Die einfachste Lösung und effektive Vorbeugung besteht darin, zwischen die Rhododendren Knoblauch zu pflanzen. Als Hausmittel hilft auch Knoblauchsud. Hierfür zehn klein geschnittene Knoblauchzehen mit zwei Litern kochendem Wasser übergießen und die Pflanzen damit besprühen.
Dickmaulrüssler

Zeigen sich an den Blatträndern des Rhododendrons halbrunde, wie ausgestanzte Ausbuchtungen, steckt meist der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) dahinter. Der graubraune Käfer frisst nachts an den Blättern und versteckt sich tagsüber im Boden oder unter Mulch, weshalb er selbst kaum zu sehen ist. Der Blattfraß bleibt für die Pflanze verkraftbar.
Die eigentliche Gefahr geht jedoch von den Larven aus, die im Boden an den Feinwurzeln fressen und sich mit zunehmender Größe auch an dickeren Wurzeln und am Wurzelhals zu schaffen machen. Welkt ein Rhododendron trotz ausreichender Wassergabe plötzlich und ohne erkennbaren Grund, ist das ein Hinweis auf einen Larvenbefall unter der Erde. Besonders gefährdet sind Kübelpflanzen, weil die Larven dort auf engem Raum die gesamte Wurzelmasse durchdringen. Dieser hartnäckige Käfer macht neben Rhododendren übrigens auch vor der Clematis nicht halt.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Gegen die Käfer selbst helfen ein Streifen Wellpappe oder ein Leimring um den Stamm, den die Tiere tagsüber als Versteck nutzen und der sich regelmäßig absammeln lässt. Wirksamer gegen den eigentlichen Schaden sind Nematoden, die im Spätsommer zwischen Mitte August und Oktober sowie im Frühjahr in den Boden gegossen werden. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer befallen gezielt die Larven im Boden und unterbrechen so deren Entwicklung.
💡 Tipp:
Chemische Mittel richten sich in der Regel nur gegen die Käfer und erreichen die Larven im Boden nicht, weshalb sich der Aufwand kaum lohnt.
Andromeda-Netzwanze

Aus Japan stammt die Andromeda-Netzwanze (Stephanitis takeyai), die sich in den vergangenen Jahren zunehmend in deutschen Gärten ausbreitet und neben der eng verwandten Lavendelheide auch Rhododendren befällt.
Die erwachsenen Wanzen legen ihre Eier zwischen August und Oktober an den Blattadern der Blattunterseite ab, wo sie überwintern. Ab Mai schlüpfen die Larven und saugen mit ihrem Stechrüssel einzelne Pflanzenzellen aus. Dadurch entstehen auf der Blattoberseite feine, helle Punkte, die sich im Laufe der Saison über das ganze Blatt ausbreiten und es stumpf und grau wirken lassen statt sattgrün und glänzend.
Auf der Blattunterseite verraten schwarzbraune Kotflecken den Befall zusätzlich. An sonnigen, warmen und eher trockenen Standorten breitet sich die Wanze besonders stark aus, während schattigere und luftfeuchtere Plätze seltener betroffen sind. Bei starkem Befall vertrocknen die Blätter und fallen ab, was den Strauch über mehrere Jahre schwächt.
➡ Behandlungsmöglichkeiten
Eine Kontrolle der Blattunterseiten ab Frühsommer bringt einen Befall frühzeitig ans Licht. Stark befallene Blätter werden entfernt und über den Hausmüll entsorgt, denn auf dem Kompost überleben die eingebetteten Eier den Winter. Rapsölhaltige Präparate wirken zuverlässig gegen die Ei- und Larvenstadien und schädigen zusätzlich die Atmungsorgane der erwachsenen Wanzen. Nützlinge wie Florfliegenlarven helfen gegen die ganz jungen Larven, reichen bei einem stärkeren Befall allein aber nicht aus.
💡 Tipp:
Bereits bei der Sortenwahl lässt sich vorbeugen, denn Rhododendren mit dicht behaarter Blattunterseite werden von der Wanze deutlich seltener angenommen.
- Wirksame Schädlingsbekämpfung: Bekämpft zuverlässig Blattläuse, Buchsbaumzünsler, Thripse, Weiße Fliegen, Spinnmilben, Schildläuse, Woll- und Schmierläuse, Zikaden, Raupen, Käfer und weitere saugende sowie beißende Schädlinge.
- Effektiv gegen Buchsbaumzünsler: Spritzmittel auch zur wirksamen Bekämpfung von Buchsbaumzünslern und anderen Schadraupen an Zierpflanzen, Obst, Gemüse und Kräutern








2 Kommentare
Bei den Schädlingen fehlen noch der Dickmaulrüssler und die Andromeda Netzwanze, die mich um ein Haar den ganzen Bestand gekostet hätten.
Danke für den Hinweis! Wie haben Sie den Befall eindämmen können?
Liebe Grüße Kathrin