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Upcycling: Schubkarre als Beet

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Warum eine alte Schubkarre nicht wiederverwenden und damit aufwerten? Ich erkläre Ihnen, wie Sie eine alte Schubkarre als Beet umfunktionieren.

Upcycling: Von der alten Schubkarre zum Beet
© D. Ott – Fotolia.com

Dass unsere Umwelt wegen dem hohen Gehalt an Müll unterschiedlichster Art, der nicht oder nur schwer abgebaut werden kann, leidet, ist für viele nichts Neues. Daher versuchen viele Menschen, weniger Verpackungsmaterial zu verbrauchen, auf Plastik zu verzichten oder auch ihren Müll generell deutlich zu reduzieren, indem man sinnvoller einkauft. Doch auch das Upcycling spielt beim Schonen der Umwelt eine wesentliche Rolle: denn aus Altem soll etwas Neues geschaffen werden. So wird aus alten Stiefeln beispielsweise eine Art Blumentopf geschaffen, aus alten Plastikbechern ein Aufzuchtsort für Keimlinge und vieles mehr. Was man aus einer alten Schubkarre machen kann und was Upcycling überhaupt bedeutet und ausmacht, erkläre ich Ihnen nun.

Upcycling – was ist das überhaupt?

Upcycling bedeutet im Gegensatz zum Recycling, dass alte Gegenstände aufgewertet und anderweitig wiederverwendet werden. Während beim Recycling darauf geachtet wird, bestimmte Dinge wiederzuverwenden, um ihnen einen Mehrwert zuzuteilen. Dabei entstehen meist minderwertigere Produkte, als zu Beginn. Beim Upcycling hingegen wird aus Altem etwas Neues mit höherem Mehrwert für Umwelt und Nutzer erstellt. Beide Varianten haben allerdings gemeinsam, dass Dinge mehrfach genutzt werden und somit nicht sofort im Müll landen, was wiederum mehr Müll vermeidet und die Umwelt schont.

Sinn und Zweck vom Upcycling

Mit Upcycling lässt sich vor allem das eigene Umfeld zum Nachdenken und Nachahmen animieren, sodass viel mehr Menschen weniger Ressourcen verbrauchen und die Umwelt verschmutzen. Aber auch der eigene Geldbeutel kann durch das Upcyceln geschont werden: Denn viele Dinge, die man eigentlich kaufen müsste, lassen sich durch die Methode ganz einfach durch Altes ersetzen. Das Gesparte lässt sich dann für Wichtiges auf die Seite legen, beispielsweise eine schöne Zeit mit den Liebsten – oder für ein Fahrrad, mit dem noch mehr Ressourcen geschont werden können, weil man dieses anstelle des PKWs oder des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nutzt.

Was sind die Vorteile des Upcyclings?Gibt es überhaupt Nachteile?
  • man muss weniger Abfall abführen
  • man entwickelt eine bewusstere Lebensweise in Sachen Umweltschonung, um die Welt dem Nachwuchs besser zu hinterlassen
  • Mitmenschen werden auf das Thema aufmerksam gemacht
  • man erhält neue Dinge aus Altem, die auf verschiedenste Weise verwendet werden können
  • sogar Dekorationen lassen sich aus Altem fertigen
  • man erhält etwas Einzigartiges, das es so nicht zu kaufen gibt
  • der eigene Geldbeutel wird sehr geschont, sodass man auf eigene Wünsche oder Wichtiges besser hin sparen kann
  • Upcycling kann mit etwas Aufwand verbunden sein
  • es müssen erst passende Ideen entwickelt werden, bevor der Mehrwert durch weitere Nutzungen entstehen und es an den Umbau gehen kann

Welche Dinge eignen sich für Upcycling?

Im Grunde genommen kann man, mit etwas Fantasie, Geschick, Lust und Laune aus Allem etwas Neues machen, das einen Mehrwert bietet und neben dem Geldbeutel auch die Umwelt schont. So eignen sich alte Brotdosen und Plastik-Elemente, die man nicht mehr nutzen möchte beispielsweise dazu, Keimlinge aufzuziehen, bis sie für einen eigenen Blumentopf groß genug sind. Die Samen für jene lassen sich aus gekauften Obst- und Gemüsesorten erwerben, sodass man beide Käufe sinnvoll weiter nutzt und nach einiger Zeit und mit etwas Erfolg vielleicht sogar schon sein eigenes Gemüse oder Obst ernten kann. Aus alten Pflastersteinen, die nicht mehr benötigt werden, lässt sich beispielsweise eine Beetumrandung im Garten bauen. Auch eine Schubkarre kann ganz leicht zum Mehrwert-Produkt werden und beispielsweise einem Mini-Beet für Kräuter oder Ähnlichem viel Platz bieten.

Schubkarre als Beet upcyceln

Die eigene Schubkarre fährt wegen eines beschädigten Reifens nicht mehr und es ist aufwändiger oder kostspieliger, diesen zu ersetzen, als eine neue Schubkarre zu kaufen? Oder die alte Schubkarre ist völlig verbogen und mit Dellen übersät, sodass sie beim Fahren Lasten nicht mehr gut trägt? In diesen Fällen kommt der Gedanke an das Upcycling bei vielen Menschen auf und wird nicht selten gleich wieder verworfen, weil man nicht weiß, was aus der Schubkarre einmal werden kann oder soll.

Schubkarre upcyceln – Vorteile

  • Schubkarren, die aus Metall bestehen, sind sehr robust und langlebig, sodass deren Ladefläche sehr lange genutzt werden kann
  • die meisten Schubkarren sind witterungsbeständig
  • mit den richtigen Bepflanzungen oder etwas Dekoration sehen Schubkarren dekorativ aus
  • Schubkarren bieten viel Fläche zur Nutzung
  • das umständliche Wegwerfen wird beim Upcycling verhindert, da man sonst zum Wertstoffhof müsste
  • Schubkarren können sehr vielseitig upgecycelt werden

Upcycling-Ideen für Schubkarren

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, eine alte Schubkarre mit echtem Mehrwert zu nutzen und damit Geld zu sparen, aber auch Ressourcen.

1. Schubkarre als Sandkasten

So kann aus ihr nicht nur ein kleines Beet gemacht werden, sondern beispielsweise auch ein kleiner Sandkasten für Kinder. Gräbt man den unteren Teil der Schubkarre nämlich etwas in den Boden ein, sodass die obere Kante mit dem Boden nahezu eben erscheint, kann deren Ladefläche prima mit Sand befüllt werden. Das Schöne für Kinder ist daran, dass sie schön tief buddeln können und sich selbst mit der kleinen Sandfläche viel anfangen lässt. Alternativ kann aus der Schubkarre für größere Kinder auch ein transportabler Sandkasten werden, der im Stehen bespielt wird. Wenn die Kinder sich im Sommer abkühlen wollen, kann natürlich auch mit Wasser statt Sand gespielt werden.

2. Schubkarre als Streuwagen

Eine sehr gute Idee ist auch, eine alte Schubkarre zu einem Streuwagen umzufunktionieren, sofern die Reifen noch intakt sind. Denn eine schiefe Ladefläche oder Dellen machen beim Streuen nichts aus. Bohrt man gleichmäßig Löcher in die alte Ladefläche, kann beispielsweise Saatgut wie Rasensamen oder auch zu pflanzende Gemüsesamen eingefüllt werden, welches dann gleichmäßig auf den Boden fällt, wenn man die Schubkarre bewegt.

3. Schubkarre als Vertikutierer

Bringt man wiederum kleine Metallhaken an ihrer vorderen Unterseite an, kann man sie beim Fahren – etwas angewinkelt – stattdessen auch als Vertikutierer für den Rasen nutzen. Für das Upcycling scheinen die Möglichkeiten mit einer Schubkarre, die nicht mehr im Einsatz ist, also schier unendlich.

Wie man aus der alten Schubkarre ein Beet macht

Schubkarre mit Kräutern
© Mira Drozdowski – Fotolia.com

Schritt 1 – Schubkarre reinigen

Aus der alten Schubkarre ein Beet anzulegen, ist keine schwierige Aufgabe. Im Grunde genommen sollte man im ersten Schritt dafür sorgen, dass die Ladefläche gut gereinigt ist und diese mit heißem Wasser ausspülen, um eventuelle Bakterien abzutöten. Sonst könnten diese spätere Bepflanzungen im wahrsten Sinne des Sprichwortes „im Keim ersticken“. Keimlinge könnten also beschädigt werden, sodass die Bepflanzung keinen richtigen Erfolg zeigt oder schon bald abstirbt.

Schritt 2 – Schubkarrenboden vorbereiten

Danach bohren Sie kleine Löcher in die Ladefläche, um sicherzustellen, dass Gießwasser abfließen kann und sich keine Staunässe bildet. Diese vertragen nämlich die meisten Pflanzen und Keimlinge ganz und gar nicht gut. Eine dünne Kiesschicht als Auflage ist ideal, um zu viel Feuchtigkeit zu vermeiden und auch leicht zu belüften, wodurch Schimmel an den Pflanzenwurzeln weniger wahrscheinlich entstehen kann.

Schritt 3 – Schubkarre bepflanzen

Hat man seine Bepflanzung ausgewählt – diese sollte übrigens zueinander passen, was die Bedürfnisse angeht – kann man ein passendes Substrat in die Ladefläche der Schubkarre einbringen, beispielsweise Aufzucht- oder Pflanzenerde. Je nachdem, ob man Jungpflanzen einsetzen oder Saatgut für beispielsweise ein Kräuterbeet einbringen möchte, geht es nun an die unterschiedlichen Pflanzvorgänge. Für Saatgut macht man mit dem Finger kleine Löcher in die Erde, in die die Samen dann in gleichmäßigen Abständen eingefüllt werden. Das Ganze wird mit wenig Erde bedeckt und gegossen. Bei Jungpflanzen kommt es natürlich auf deren Bedürfnisse an, allgemein können diese aber nebeneinander in die Erde gepflanzt, mit weiterer Erde aufgefüllt und ebenfalls gegossen werden.

Unser Tipp:
Die Schubkarre kann besonders gut als Kräutergarten genutzt werden, weil ihre Ladefläche für mehrere verschiedene Kräuterarten vollkommen ausreicht und man sie nach Belieben in der Nähe der Küche aufstellen kann, sodass man beim Kochen beispielsweise nur aus dem Fenster greifen muss. Ob mit Rosmarin, Thymian, Petersilie oder Basilikum – frische Kräuter runden jedes Gericht ab und können auch bei der nächsten Grillparty super in Szene gesetzt werden.

Foto1: © D. Ott - Fotolia.com, Foto2: © Mira Drozdowski - Fotolia.com

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