Der Schopflavendel ist nicht nur bei Gartenfans, sondern auch bei Bienen und Co. äußerst beliebt. Erfahren Sie hier mehr über diesen duftenden Strauch.
Mit seinen auffälligen Blütenköpfen und den großen, schmetterlingsähnlichen Hochblättern ist Schopflavendel (Lavandula stoechas) eine Zierpflanze für sonnige, warme Plätze. Besonders praktisch ist die Kultur im Topf. Auf Balkon und Terrasse lässt er sich einzeln als Blickfang oder zusammen mit anderen trockenheitsverträglichen Pflanzen setzen und vor dem ersten stärkeren Frost leichter ins Winterquartier bringen. Auch für sonnige Beete, Steingärten und Kiesbeete eignet er sich, sofern der Standort wintermild ist, oder der Schmetterlingslavendel zum Überwintern ausgepflanzt wird.
Kurzer Steckbrief zum Schopflavendel
Schopflavendel wächst als buschiger und aufrechter Halbstrauch. Bei idealen Standortbedingungen und der richtigen Pflege kann er eine Höhe von bis zu einem Meter erreichen. Auch in der Breite erreicht die Pflanze diese Maße. Besonders sind beim Schmetterlingslavendel die Blüten, denn sie werden von Hochblättern abgeschlossen.
| Schopflavendel (Lavandula stoechas) | |
|---|---|
| Wuchshöhe: | 1 m |
| Wuchsbreite: | 1 m |
| Blütezeit: | Mai – August |
| Standort: | vollsonnig |
| Boden: | sandig, locker, durchlässig, niedriger Kalkgehalt |
| Besonderheit: | bienenfreundlich |
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Herkunft
Der Schopflavendel (Lavandula stoechas) gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Hier ist er an den Küsten der portugiesischen Insel Madeira und auf den Kanarischen Inseln anzutreffen. Damit bevorzugt der Schmetterlingslavendel ein warmes und feuchtes Klima.
Beliebte Schopflavendel-Sorten
Schopflavendel ‚Anouk Weiß‘
Lavandula stoechas ‚Anouk White‘ fällt durch ihre ungewöhnlich kontrastreichen Blüten auf. Über den weißen Blütenköpfen stehen große weiße Hochblätter, die wie kleine Schmetterlingsflügel wirken. Dazu bildet das schmale, graugrüne Laub einen schönen Hintergrund. Die kompakt und rundlich wachsende Sorte erreicht etwa 35 bis 45 cm Höhe und eignet sich dadurch besonders gut für Kübel, kleinere sonnige Beete oder eine Pflanzung am Beetrand.
Schopflavendel ‚Papillon‘
Lavandula stoechas ‚Papillon‘ besitzt schmale graugrüne Blätter und violette Blütenköpfe auf auffallend langen Stielen. Oben aus den kompakten Blütenständen wachsen große purpurviolette Hochblätter heraus. Gerade diese langen „Schmetterlingsflügel“ geben ihm seinen Namen und lassen die Blüten deutlich lockerer über dem Laub schweben als bei kompakteren Schopflavendel-Sorten. Er wird etwa 60 cm hoch und 50 cm breit.
Schopflavendel ‚Kew Red’®
Lavandula stoechas ‚Kew Red‘ ® gehört zu den auffälligsten Schopflavendeln, weil bei ihm kräftig kirschrosa bis purpurrote Blütenköpfe von den hellrosa Hochblättern verziert werden. Ihre Blüte beginnt bei passenden Bedingungen bereits im späten Frühjahr und reicht über mehrere Wochen in den Sommer. Das schmale, graugrüne Laub bleibt auch außerhalb der Blüte attraktiv und verströmt den typischen Lavendelduft. Mit einer Wuchshöhe und Breite von 40 cm ist diese Sorte kompakt.
Schopflavendel pflanzen
Im Topf gekaufter Schopflavendel wird immer umgetopft, entweder in einen größeren Kübel oder ins Beet, da er im Pflanztopf meist zu wenig Platz hat.
Pflanzzeit
Alle Lavandula stoechas-Sorten sind nur bis zu –5 °C winterhart. Damit Sie Ihren Schopflavendel über den Sommer genießen können, wird er spätestens Mitte Mai ins Beet eingepflanzt oder der Blumentopf ins Freie gestellt. Vorher könnten die Eisheiligen die Pflanze gefährden.
Substrat
Substrat für Schopflavendelbeete
Schopflavendel liebt sandige, lockere Böden, die einen sehr niedrigen Kalkgehalt aufweisen. Das ist der mediterranen Herkunft der Pflanze geschuldet. Achten Sie darauf, dass das Substrat durchlässig ist, um Staunässe zu vermeiden. Diese schadet und trägt zur Wurzelfäule bei. Wichtig ist auch der richtige pH-Wert des Bodens. Er sollte sich zwischen 5 und 8 bewegen, also zwischen neutral und sauer. Alkalische Böden verträgt der Schmetterlingslavendel dagegen nicht. Demnach ist es wichtig, dass Sie vor der Pflanzung den pH-Wert im Boden messen.
Substrat für Schopflavendel im Blumentopf
Möchten Sie Ihren Schopflavendel im Blumentopf anpflanzen, benötigen Sie eine Substratmischung. Diese besteht aus Sand und herkömmlicher Blumenerde. Achten Sie auf ein Mischverhältnis von 1:4, also einem Teil Sand und vier Teilen Blumenerde. Eine Drainage im Pflanztopf schützt vor Staunässe.
Standort
Ideal wachsen kann der Schopflavendel nur an einem trockenen und vollsonnigen Ort. Im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Echten Lavendel, gedeiht der Schopflavendel nicht an kalten Orten.
💡 Tipp:
Damit Ihr Schopflavendel optimal wächst, benötigt er mindestens vier bis sechs Sonnenstunden. Denn je mehr Sonne und Wärme die Pflanze bekommt, desto intensiver duftet sie. Durch die Sonneneinstrahlung steigt die Konzentration der ätherischen Öle.
Pflanzanleitung
Aufgrund seiner geringen Frosttoleranz wird Schopflavendel häufig im Topf kultiviert. So lässt er sich vor dem Winter unkompliziert an einen geschützten Standort bringen.

- Wurzelballen wässern
Den Schopflavendel mitsamt seinem bisherigen Kunststofftopf in einen Eimer mit Wasser stellen. Der Wurzelballen bleibt so lange im Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Anschließend gut abtropfen lassen. - Drainage vorbereiten
Eine Tonscherbe über das Abzugsloch legen, damit es nicht mit Erde verstopft. Darauf eine etwa 3 bis 5 cm hohe Schicht aus Blähton oder grobem Kies verteilen. Überschüssiges Gießwasser kann dadurch leichter ablaufen. - Vlies auflegen
Über die Drainageschicht lässt sich optional ein Stück wasserdurchlässiges Pflanzenvlies legen. Es hält die Erde zurück, ohne den Wasserabfluss zu behindern. - Erste Erdschicht einfüllen
Nun so viel von der vorbereiteten Sand-Erde-Mischung einfüllen, dass der Schopflavendel später auf derselben Höhe sitzt wie zuvor. - Schopflavendel einsetzen
Die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf lösen und mittig in den neuen Kübel stellen. Der Wurzelballen darf nicht tiefer mit Erde bedeckt werden als bisher. Bis zum oberen Topfrand bleiben etwa 2 cm als Gießrand frei. - Mit Erde auffüllen
Die Zwischenräume rund um den Wurzelballen mit Substrat füllen. Den Topf dabei zwischendurch leicht auf den Boden klopfen, damit sich größere Hohlräume schließen. Anschließend die Erde mit den Fingern nur leicht andrücken. - Schopflavendel angießen
Nach dem Umtopfen einmal mäßig gießen. Dadurch legt sich die frische Erde besser an den Wurzelballen an. Überschüssiges Wasser muss jedoch vollständig ablaufen können und sollte nicht längere Zeit im Untersetzer oder Übertopf stehenbleiben.
💡 Tipp: Schopflavendel im Beet einpflanzen
Der Boden sollte locker und gut durchlässig sein, denn vor allem winterliche Nässe setzt der mediterranen Pflanze zu. Ein Pflanzabstand von etwa 30 cm sorgt dafür, dass Luft zwischen den Pflanzen zirkuliert und das Laub nach Regen schneller abtrocknet. Da Schopflavendel nur geringe Fröste verträgt, wird er im Herbst rechtzeitig ausgepflanzt und überwintert.
Pflanzpartner
Schopflavendel ist zwar bereits alleine ein echter Hingucker im Garten oder auf dem Balkon, doch noch schöner werden Garten und Balkon mit begleitenden Pflanzen und Blumen. Als Beetnachbarn passen Thymian, Katzenminze, Salbei, Schafgarbe oder Wollziest. Rosen sind dagegen trotz der beliebten Kombination weniger günstig, da sie nährstoffreichere und meist feuchtere Böden bevorzugen.
- Liefergröße: 7×7 cm-Topf
- Standort: Sonne bis Halbschatten, Blütezeit: Sommer
- Pflanzabstand: 40-50 cm
- Pflegeaufwand: gering – mittel, Wasserbedarf: gering – mittel
- Lebendsdauer: mehrjährig, Winterhart: Ja
Schopflavendel pflegen
Gießen
Schopflavendel kommt aufgrund seiner Herkunft mit wenig Feuchtigkeit aus. Zudem regnet es in unseren Breiten häufig genug. Lediglich in besonders heißen und trockenen Sommern sollten Sie Ihren Schopflavendel regelmäßig gießen.
💡 Tipp:
Achten Sie bei der Wässerung auf kalkfreies Wasser. Leitungswasser sollten Sie im Vorfeld sicherheitshalber filtern. Alternativ können Sie auch zu Mineralwasser mit dem richtigen pH-Wert greifen.
Düngen
So anspruchsvoll Schopflavendel in seinem Standort ist, so pflegeleicht ist er bei der Nährstoffversorgung. Lavandula stoechas wird nur leicht im Frühjahr gedüngt. Dazu eignet sich ein organischer Dünger, der den Schopflavendel in den nächsten Monaten mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.
Rückschnitt
Über den Sommer werden vertrocknete Blüten regelmäßig entfernt. Erst nach der Sommerblüte machen Sie Ihren Schopflavendel winterfest. Hierfür schneiden Sie die Pflanze auf circa die Hälfte zurück. Damit tragen Sie dazu bei, dass der Schopflavendel im Folgejahr noch schöner ausschlägt und üppig wächst.
Überwinterung
Entscheiden Sie sich dafür, Ihren Schopflavendel im Freien zu überwintern, benötigt er einen zuverlässigen Winterschutz. Dafür eignet sich ein schützendes Vlies, das vor übermäßiger Kälte schützt.
Allerdings benötigt Lavandula stoechas viel Licht und Nässe bekommt dem Halbstrauch gar nicht. Dass der Schopflavendel über den Winter eingeht, ist daher möglich. Besser wird die Pflanze mitsamt Erde ausgegraben, in einen Topf gepflanzt und frostfrei sowie hell bei 5 bis 10 Grad überwintert. Nur wenn das Substrat trocken ist, wird mit ganz wenig Wasser die Erde befeuchtet.
Schopflavendel vermehren
Schopflavendel lässt sich über Aussaat und Stecklinge vermehren.

Über Aussaat vermehren
Schopflavendel lässt sich aus selbst geernteten oder gekauften Samen ziehen. Für die Ernte eigener Samen werden einige Blütenstände gegen Ende des Sommers, von Juli bis September, an der Pflanze stehen gelassen. Sobald sie vollständig verblüht, trocken und bräunlich geworden sind, lassen sich die Schopflavendelsamen ernten. Dazu die trockenen Blütenstände abschneiden und über einem Blatt Papier oder in einer Papiertüte zwischen den Fingern zerreiben, oder ausschütteln.
Bis zur Aussaat im Frühjahr, etwa ab März bis April, bleiben die Samen trocken, kühl und dunkel gelagert. Gekaufte Samen können direkt verwendet werden.
- Kleine Töpfe oder eine Anzuchtschale mit lockerer, nährstoffarmer Anzuchterde füllen.
- Die Samen mit etwas Abstand auf der angefeuchteten Erde verteilen und nur dünn mit Substrat bedecken.
- Die Aussaat bei etwa 15 bis 20 °C hell aufstellen und gleichmäßig leicht feucht halten. Staunässe vermeiden.
- Nach dem Keimen die Abdeckung, falls vorhanden, entfernen und die Sämlinge weiterhin hell kultivieren.
- Sobald sich die jungen Pflanzen gut greifen lassen und mehrere Blätter entwickelt haben, kommen sie einzeln in kleine Töpfe.
- Nach draußen dürfen die Jungpflanzen erst, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind.
💡 Tipp:
Die Keimung verläuft nicht immer gleichmäßig. Einige Samen keimen bereits nach etwa zwei Wochen, andere benötigen deutlich länger. Bleibt die Keimung nach mehreren Wochen aus, kann eine mehrwöchige Kältephase helfen.
Über Stecklinge vermehren
Die Stecklingsvermehrung ist besonders praktisch, wenn bereits ein kräftiger Schmetterlingslavendel vorhanden ist. Dafür eignen sich im Sommer halb ausgereifte Triebe, deren Basis bereits etwas fester ist, während die Spitze noch weich bleibt.
- Einen gesunden, kräftigen und möglichst blütenlosen Trieb auswählen und etwa 10 cm unterhalb der Spitze abschneiden.
- Den Schnitt direkt unter einem Blattansatz setzen und die Blätter im unteren Bereich entfernen.
- Einen kleinen Topf mit durchlässiger Anzuchterde füllen. Eine Mischung aus Anzuchterde und grobem Sand sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser schnell abläuft.
- Den Steckling einige Zentimeter tief einsetzen und die Erde rundherum leicht andrücken.
- Das Substrat vorsichtig anfeuchten. Es bleibt während der Bewurzelung leicht feucht, darf jedoch nicht vernässen.
- Den Topf hell und warm, aber ohne direkte Mittagssonne aufstellen. Eine transparente Abdeckung hält die Luftfeuchtigkeit höher, sollte regelmäßig gelüftet werden.
- Zeigt der Steckling neuen Austrieb und sitzt beim vorsichtigen Ziehen fest im Substrat, haben sich Wurzeln gebildet. Anschließend kommt die junge Pflanze in einen eigenen Topf.
Schopflavendel ernten und verwerten
Schopflavendel ist nicht nur eine dekorative Kübelpflanze. Seine aromatischen Blüten und Blätter lassen sich auch ernten und für verschiedene Zwecke trocknen. Der passende Erntezeitpunkt richtet sich danach, wie die Pflanzenteile später verwendet werden.

Schopflavendel richtig ernten
Für Trockensträuße und Gestecke werden die Blütenstiele am besten geschnitten, sobald sich die ersten Einzelblüten öffnen. Die Blütenköpfe sind dann noch fest und behalten beim Trocknen ihre Form besser. Für Duftsäckchen oder Potpourris dürfen die Blüten etwas weiter geöffnet sein, da sie zu diesem Zeitpunkt besonders intensiv duften.
💡 Tipp:
Geerntet wird möglichst an einem trockenen Tag, sobald der Morgentau abgetrocknet ist. Die Blütenstiele mit einer sauberen Schere abschneiden und anschließend direkt weiterverarbeiten oder den Lavendel trocknen.
Blüten und Blätter trocknen
Für Trockensträuße mehrere Stiele locker zusammenbinden und kopfüber an einem trockenen, luftigen und schattigen Platz aufhängen. Direkte Sonne bleicht die Blüten schneller aus. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit dauert das Trocknen etwa ein bis zwei Wochen.
Für Duftsäckchen werden Blütenköpfe und aromatische Blätter von den Stielen gelöst und locker auf Papier oder einem Trockengitter ausgebreitet. Erst vollständig getrockneter Schopflavendel kann weiterverarbeitet werden, damit sich keine Feuchtigkeit und damit Schimmel bildet.
Dafür lässt sich getrockneter Schopflavendel verwenden
Die getrockneten Blüten eignen sich für Duftsäckchen, Potpourris, Trockensträuße, Kränze und andere floristische Dekorationen. Besonders die auffälligen Hochblätter machen Schopflavendel auch getrocknet zu einem schönen Blickfang. Für Duftsäckchen lassen sich zusätzlich einige getrocknete Blätter untermischen, da auch sie ätherische Öle enthalten und kräftig aromatisch duften.
Schopflavendel besser nicht als Küchenlavendel verwenden
Für Tee, Gebäck, Sirup oder andere Speisen ist Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) die bessere Wahl. Schopflavendel (Lavandula stoechas) enthält vergleichsweise viel Campher und Fenchon. Dadurch riecht und schmeckt er wesentlich herber und kampferartiger. Seine Stärke liegt daher eher in der dekorativen und duftenden Verwendung als in der Küche.







