Gartengestaltung

Duftgarten anlegen: Tipps zu Planung und geeigneten Pflanzen

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Ein gut geplanter Duftgarten versprüht vom Frühling bis in den Herbst einen herrlichen Duft. Dabei spielt die Wahl der verwendeten Pflanzen eine wichtige Rolle.

Duftgarten anlegen
© maryviolet / stock.adobe.com

Ein blühender Garten erfreut das Auge. Ein Duftgarten lässt sich mit allen Sinnen erleben. Der Duft der Pflanzen betört die Sinne und lockt Bienen, Hummeln und Insekten in die Wohlfühloase. Beim Anlegen von Duftgärten kommt es nicht zuletzt auf die eigenen Vorlieben an. An sonnigen und windstillen Standorten entfaltet sich die Wirkung der ätherischen Pflanzenöle am besten. Nachfolgend wird verraten, wie ein Duftgarten geplant werden kann und welche Pflanzen sich miteinander kombinieren lassen.

Was ist ein Duftgarten?

Der Begriff Duftgarten, geläufig ist auch die englische Bezeichnung „fragrance garden“, bezeichnet einen Garten oder Gartenbereich, welcher die Düfte der Pflanzen in den Fokus rückt. Die Pflanzen werden nicht vordergründig nach ihrer Wuchshöhe oder Blütenfarbe ausgewählt, sondern entsprechend ihrer Dufteigenschaften angepflanzt.

Als Duftpflanzen werden Gewächse bezeichnet, deren Blüten, Blätter oder Rinde aromatische Düfte freisetzen. Damit ist ein Duftgarten ein Ort der Entspannung, welcher zum Sehen, Riechen, Fühlen und Schmecken einlädt.

Planung eines Duftgartens

Jeder Mensch nimmt Gerüche unterschiedlich auf. Einige Düfte liegen uns besonders, wieder andere stoßen uns regelrecht ab. Der eigene Geruchssinn ist entscheidend für die Auswahl der Pflanzen, welche den späteren Duftgarten bereichern sollen.

Zunächst ist es ratsam, sich eine Liste mit allen als positiv wahrgenommenen Duftpflanzen anzulegen. Diese werden dann in den Pflanzplan aufgenommen und auf der zur Verfügung stehenden Fläche harmonisch angeordnet.

Bei der Anordnung der Pflanzen ist zu berücksichtigen, dass die Düfte unterschiedlich stark ausgeprägt sind und die Intensität zwischen Tages- und Jahreszeit variieren kann. Auf diese Komponenten wird im Folgenden noch näher eingegangen.

Tipp: Wer lediglich intensiv duftende Pflanzen berücksichtigt und diese in engem Abstand zueinander ins Beet setzt, darf auf neuartige Duftkompositionen gespannt sein.

Sollen die Düfte der einzelnen Pflanzen ihre Eigenständigkeit bewahren, ist die Anlage von einzelnen Duftbereichen, sogenannten Duftnischen oder Duftecken ratsam. Dort konzentrieren sich die Pflanzendüfte und werden entsprechend intensiv wahrgenommen.

Für Kräuter und andere niedrige Duftpflanzen ist die Kultivierung in einem Hochbeet empfehlenswert. So steigt das Aroma direkt in die Nase und verflüchtigt sich nicht am Boden.

Kriterien für die Planung

  • Duftnoten der Pflanzen
  • persönliches Geruchsempfinden
  • Reichweite der Düfte
  • Tageszeit des Duftes
  • Jahreszeit des Duftes

Die Größe des Duftgartens ist abhängig vom zur Verfügung stehenden Raum. Im Prinzip kann sich jeder einen Duftgarten anlegen. Dieser reicht von einer duftenden Kräuterecke auf dem Balkon bis zum abgetrennten Bereich im Vorgarten oder einem weitläufigen Duftpfad durch parkähnliches Gelände.

Den passenden Standort finden

Duftgarten Balkon
Kräuter auf dem Balkon versprühen einen mediterranen Duft – © silvia / stock.adobe.com

Vor der Wahl des Standortes steht die Frage, welche Ansprüche an den Duftgarten gestellt werden. Ein klassischer Duftgarten wird unweit der Sitzplätze angelegt, damit der Duft gut wahrgenommen werden kann. Steht dort wenig Platz zur Verfügung, bieten sich Rankgitter oder über verschiedene Ebenen verlaufende Hochbeete an.

Ist ein größeres Grundstück vorhanden, können Bäume, Hecken und Sträucher dem Duftgarten Struktur geben. Kleinere Beete oder Balkongärten werden mit duftenden Blumen und Kräutern bestückt.

Der Standort ist hell und sonnig zu wählen. Die Pflanzen entfalten ihr Aroma am besten, wenn sie mehrere Stunden täglich Sonnenlicht aufnehmen können.

Welche Pflanzen bereichern den Duftgarten?

Für den Duftgarten stehen folgende Pflanzengruppen zur Verfügung:

  • Duftbäume
  • Duftsträucher
  • Dufthecken
  • Duftblumen
  • Duftkräuter

Pflanzen können die unterschiedlichsten Düfte verbreiten. Die Palette reicht von zarten und leichten Düften bis hin zu schweren und intensiven Gerüchen, die als gewöhnungsbedürftig einzuschätzen sind. Die sorgfältige Auswahl der Pflanzen bildet die Grundlage für die spätere Duftkomposition.

Tipp: Nicht nur Blüten duften. Auch Blätter oder Knospen setzen Gerüche frei.

Es kommt auf die eigenen Vorlieben an. Besonders beliebt sind Duftgärten mit mediterranem Charme. Hier fühlen sich Kräuter wie Lavendel, Thymian, Rosmarin oder Salbei wohl. Diese können mit Zitruspflanzen, Kirschlorbeer oder Clematis kombiniert werden.

Soll der Duftgarten an einen Spaziergang durch die heimische Natur erinnern, werden Duftbäume wie Tanne oder Kiefer gepflanzt. In deren Schatten gedeihen Maiglöckchen, Hyazinthen oder Wunderblume.

Duftgarten anlegen – Schritt für Schritt

Die Anlage eines Duftgartens ist in etwa mit dem Bau eines Hauses vergleichbar. Auch der Garten wird in mehreren Stockwerken geplant. Bei ausreichender Größe des Areals werden zunächst Bäume und größere Sträucher gepflanzt. Am intensivsten werden die in Nasenhöhe befindlichen Aromen wahrgenommen. Hierbei kann man sich neben der natürlichen Wuchshöhe der Pflanzen auch Zäunen, Mauern oder Rankgittern bedienen. Der Boden kann mit verschiedenen Duftkräutern ausgefüllt werden.

Um die gesamte Gartensaison mit Duft zu erfüllen, ist die Pflanzenauswahl daraufhin auszurichten. Bereits im Spätwinter blüht die Zaubernuss. Der Frühling kann mit Waldmeister, Tulpen oder Schneeball eingeläutet werden. Es folgen Flieder und Maiglöckchen. Im Sommer ist die Zeit der Rosen, welche sich an Spalieren und Rankgittern unweit der Sitzecke anordnen lassen.

Die passenden Pflanzen für den Duftgarten im Überblick

Beispiele für Bäume im Duftgarten

Kiefer (Pinus) - © Pixs:sell / Stock.adobe.com

Tanne (Abies) - © Mpix-foto / Stock.adobe.com

Amber (Liquidambar Styraciflua) - © Matteo Ceruti - Fotolia.com

Fichte (Picea) - © Vaivirga / Stock.adobe.com

Beispiele für Hecken im Duftgarten

Heckenkirsche (Lonicera ) - © Marc / Stock.adobe.com

Falscher Jasmin (Philadelphus Coronarius) - © Anna / Stock.adobe.com

Kartoffelrose (Rosa Rugosa) - © max5128 / stock.adobe.com

Brautspiere (Spirea Arguta) - © Olyasolodenko / Stock.adobe.com

Beispiele für Sträucher im Duftgarten

Japanisches Geißblatt ( Lonicera Japonica) - © Marc / Stock.adobe.com

Felsenbirne (Amelanchier) - © Gartentipps.com

Schneeball (Viburnum) - © Kvdkz / Stock.adobe.com

Magnilie (Magnolia) - © Branko Srot - Fotolia.com

Beispiele für Blumen im Duftgarten

Rose (Rosa) - © Digitalpress / stock.adobe.com

Nelke (Dianthus) - © hcast / stock.adobe.com

Veilchen (Viola) - © Marc / stock.adobe.com

Wicke (Vicia) - © Hanstography - Fotolia.com

Beispiele für Kräuter im Duftgarten

Pfefferminze (Mentha Piperita) - © Jutta Adam - Fotolia.com

Thymian (Thymus) - © Madeleine Steinbach / Stock.adobe.com

Rosmarin (Rosmarinus Officinalis) - © Martin_P - Fotolia.com

Fenchel (Foeniculum Vulgare) - © HVPM Dev / Stock.adobe.com

Eine besondere Bedeutung kommt den Duftblumen zu. Diese lassen sich vielfältig einsetzen und sind auch für kleinere Duftgärten oder eine Duftnische auf Balkon und Terrasse geeignet. Weiterhin locken duftende Sommerblumen viele Nützlinge in den heimischen Garten.

Tipp: Vielen Blumen dient die Absonderung der Duftstoffe als Schutz vor Fressfeinden.

Bei der Auswahl der Pflanzen gilt es, in fortlaufend duftende Pflanzen und Blumen, die ihr Aroma vorwiegend bei Nacht freisetzen zu unterscheiden.

durchgängig duftend

  • Maiglöckchen
  • Hyazinthen
  • Pfingstrosen
  • Schleifenblumen
  • Vanilleblumen
  • Wegwarte
  • Nelken
  • Schokoladenblume
nur bei Nacht duftend

Duftgarten im Jahreslauf

Bei der Anlage eines Duftgartens liegt die Priorität auf intensiven Aromen, welche uns durch das Gartenjahr begleiten.

Folgende Tabelle zeigt, wie sich die Pflanzen entsprechend kombinieren lassen.

Jahreszeitschwacher Duftintensiver Duft
Frühling
  • Flieder
  • Kirschlorbeer
  • Waldmeister
  • Clematis
  • Pfingstrose
  • Veilchen
  • Maiglöckchen
  • Hyazinthe
  • Bartnelke
  • Vanilleblume
Sommer
  • Goldregen
  • Hortensie
  • Schmetterlingsstrauch
  • Gewürzstrauch
  • Geißblatt
  • Nelken
  • Lavendel
  • Wicken
  • Zitronenmelisse

Duftgärten in Deutschland

Ein Spaziergang durch die beliebtesten deutschen Duftgärten kann als Inspiration dienen, mit der Gestaltung der eigenen Aroma-Oase zu beginnen.

Duftgarten auf der Insel Mainau

Die Bodenseeinsel ist ein Muss für alle Pflanzenliebhaber. Der Duftgarten der Blumeninsel ist dem ganzjährlich geöffneten Schmetterlingshaus angeschlossen. Es können 150 verschiedene Pflanzenarten bestaunt werden.

Duftgarten im Familiengarten Eberswalde

Der Familiengarten in Eberswalde bei Berlin wurde im Zuge der Brandenburgischen Landesgartenschau im Jahre 2002 angelegt. Das Areal auf dem Gelände eines früheren Walzwerkes ist zu einer herausragenden Freizeitstätte geworden. Der Sinnes- und Duftgarten entspricht der Form eines überdimensionalen Kopfes und folgt damit dem in Form eines Körpers angelegten Apothekergarten.

Duftgarten Bad Wörishofen

Der Kurort im Allgäu bietet auf einer Fläche von 3.500 Quadratmetern mehr als 250 unterschiedliche Duftpflanzen. Sträucher begrenzen das Areal, welches auf verschlungenen Pfaden begangen werden kann. Eine Besonderheit ist die Blindengalerie, ein Duftgarten speziell für Sehbehinderte, welcher durch Schmecken und Tasten erlebt werden kann.

Duftgarten in der Burghalde in Kempten

Inmitten der beliebten oberbayrischen Einkaufsstadt befindet sich diese Duftoase, welche von der nahen Bahnhof-Apotheke, der Stadt Kempten und weiteren regionalen Firmen auf den Weg gebracht wurde. Alle der 110 vorgestellten Pflanzenarten dienen als Ausgangsstoff für naturheilkundliche Anwendungen.

Duftgarten im Rhododendronpark in Bremen

Im Bremer Rhododendronpark wachsen auf einer Fläche von 46 Hektar über 600 Rhododendronarten. Dies ist weltweit die zweitgrößte Sammlung. Der angeschlossene Duftgarten ist in Form von Rundbeeten angelegt. Gemütliche blaue Pavillons, die von Rosenbüschen gesäumt werden, laden zum Verweilen ein.

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