Obstpflanzen haben gegenüber Gemüse den Vorteil, dass sie nicht jedes Jahr wieder neu gepflanzt werden müssen. Über viele Jahre tragen sie Früchte und sorgen damit für reiche Ernte.

Jeder, der schon einmal einen Obstbaum im Garten stehen hatte, weiß wie pflegeleicht und ertragreich solche Pflanzen sein können. Damit ist dann nicht nur die eigene Versorgung, sondern direkt die der Nachbarn mit gesichert. Zudem sind die Pflanzen nicht nur praktisch, was die Ernte anbelangt, auch optisch verschönern sie den Garten und bieten im Sommer ein schattiges Plätzchen.

Warum sich das Anlegen eines Obstgartens lohnt

Ein Obstgarten hat viele Vorteile – ökologisch, gesundheitlich, finanziell und gestalterisch.

Gesundheit & Ernährung

  • Frisches, vollreifes Obst aus dem Garten enthält viele Vitamine und Mineralstoffe und ist meist aromatischer als Ware aus dem Supermarkt.
  • Sie bestimmen selbst, ob und wie gespritzt wird; dadurch können Sie weitgehend rückstandsarm oder bio ernten.
  • Ein Obstgarten unterstützt eine obstreiche Ernährung, was sich positiv auf Herz‑Kreislauf, Immunsystem und Verdauung auswirken kann.

Selbstversorgung & Kosten

  • Eigene Bäume und Beerensträucher liefern über viele Jahre regelmäßig Ernte und tragen zur teilweisen Selbstversorgung bei.
  • Wer regelmäßig Obst kauft, kann durch eigene Ernte langfristig deutlich Geld sparen.
  • Sie ernten bedarfsgerecht, reduzieren Lebensmittelverschwendung und sind weniger abhängig von Preisen und Angebot im Handel.

Ökologie & Artenvielfalt

  • Obstbäume und -sträucher bieten Nahrung und Lebensraum für Vögel, Insekten, Igel und andere Tiere und erhöhen die Biodiversität im Garten.
  • Blüten von Obstgehölzen sind eine wichtige Nektar‑ und Pollenquelle für Bienen und Hummeln, teilweise schon sehr früh im Jahr.
  • Regionales Obst aus dem eigenen Garten spart Transportwege und Verpackung, senkt damit den persönlichen CO₂‑Fußabdruck.

Klima, Boden & Mikroklima

  • Bäume binden CO₂, reinigen Luft und tragen zu einem ausgeglicheneren Kleinklima im Garten bei.
  • Obstbäume spenden Schatten, was an heißen Tagen Menschen und empfindlichere Pflanzen schützt.
  • Wurzeln stabilisieren den Boden; Laubfall verbessert als Mulch die Bodenstruktur und fördert Bodenorganismen.

Welche Obstsorten eignen sich für welchen Garten?

Da Obstbäume und Sträucher für sehr viele Jahre gepflanzt werden, sollten Sie sich bei der Gartengestaltung Gedanken über den genauen Ort machen, an dem die Pflanze wachsen soll. Die Größe und der Platzbedarf sind dabei an den Bedürfnissen des Gewächses auszurichten. Sonnige, halbschattige oder schattige Standorte entscheiden über den späteren Ertrag und das Wachstum der jeweiligen Sorte.

Obstgarten pflanzen
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Die Größe des Gartens und die eigene Vorliebe für bestimmtes Obst entscheiden dabei darüber, welche und wie viele Obstpflanzen angepflanzt werden können.

Obstanbau in kleinen Gärten

✅ Für kleine Gärten und Balkon eignen sich Beerensträucher, Erdbeeren, Säulen‑ oder Spalierobst (Apfel, Birne).

Selbst Personen mit kleinen Gärten oder gar nur Terrassen müssen nicht auf die Obstpflanzen verzichten. Es gibt einige Obststräucher, die sich perfekt in Kübeln unterbringen lassen. Dazu gehören Johannisbeeren oder Stachelbeeren. Auch Obstbäume lassen sich auf einer kleinen Fläche verwirklichen.

➔ Säulenobst braucht wenig Platz

Säulenobst Johannisbeeren
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Hierzu gibt es spezielle Zuchtformen wie Säulenobstbäume. Diese sind in ihrer Größe und Wuchsform an wenig Platz angepasst. Ursprünglich wurden sie als Naschobst angebaut – da das Obst gut zu erreichen und damit leicht zu ernten ist.

Die Pflege des Säulenobstes ist nicht viel aufwendiger als auch bei anderen Obstbäumen. Bei Kübelpflanzen muss allerdings auf eine nötige Wasserzufuhr geachtet werden. Düngen im Frühjahr und ein Formschnitt im Sommer sind zusätzlich einzuplanen. Außerdem gibt es die Säulenobstbäume auch für die verschiedensten Obstarten (mehr Informationen über Säulenobst).

Dabei haben die Säulenobstbäume auch den Vorteil, in größeren Gärten ihren Platz zu finden. Hier wirken sie meist in Form einer großen Obsthecke als Gartenteiler oder als bunt gemischte Obstversorgung als Blickfang.

Obstanbau in großen Gärten

✅ Für große Gärten eignen sich vor allem starkwüchsige Obstbäume, Nussbäume und robuste Wildobstarten, weil sie viel Platz brauchen und lange leben.

Obstanbau großer Garten
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Je größer der eigene Garten ausfällt, desto mehr Gestaltungsmöglichkeiten gibt es bei der Anpflanzung von eigenem Obst. Von großen Streuobstwiesen bis hin zu Themengärten sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Mit genügend Platz sollte die Möglichkeit genutzt werden, verschiedene Obstsorten anzubauen.

  • Hochstamm‑Apfel, -Birne, -Kirsche, -Pflaume brauchen je nach Art etwa 8–12 m Platz, werden mehrere Meter hoch und liefern jahrzehntelang Ertrag.​
  • Süßkirschen und Walnuss können bis etwa 20 m hoch und breit werden, daher nur sinnvoll, wenn wirklich viel Fläche frei ist.​
  • Esskastanie (Maronen) ist ein großer, langlebiger Baum (bis ca. 25 m), liefert essbare Nüsse und viel Schatten, nur für große Grundstücke.

Obsternte bis in den Herbst hinein

Verschiedene Blüte- und Reifezeiten ermöglichen fast das ganze Jahr über eine ertragreiche Ernte. Im Mai lassen sich bereits die ersten Erdbeeren ernten. Die Pflanzen selber sollten dazu bereits spätestens im Frühherbst des Vorjahres eingepflanzt werden.

Bis in den Juli hinein können Sie die aromatischen roten Früchte ernten. Im Juni gesellen sich bereits Stachelbeeren, frühe Aprikosensorten und Sommerhimbeeren hinzu. Die Hauptsaison für Beeren liegt dann im Juli und August. Himbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren und noch viele andere Arten geben zu dieser Zeit eine reiche Ernte.

Danach folgen schon Steinobst und Kernobstgewächse. Pflaumen, Kirschen, Äpfel, Birnen und Aprikosen lassen sich je nach Sorte bis in den Oktober ernten.

Obst lagern nach der Ernte

Äpfel lagern
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Bei der Ernte sollte auch die Lagerfähigkeit der jeweiligen Obstsorte beachtet werden. Äpfel und Birnen lassen sich sehr gut über einige Monate lagern. Dazu sollten nur Früchte verwendet werden, die keine Macken besitzen, da sie sonst schnell faulen und die restlichen Früchte anstecken. Sie sind vorsichtig in offenen Kisten zu lagern, sodass Luft an das Obst herankommt. Am besten werden die Kisten in einem dunklen, kühlen Kellerraum gelagert.

Andere Obstsorten wie Beeren, Aprikosen oder Pflaumen lassen sich nicht über einen längeren Zeitraum lagern. Hier ist das Obst direkt zu verarbeiten oder zu konservieren. Klassische Konservierungsmöglichkeiten sind das Einfrieren von Beeren-Obst oder das Einkochen zu Marmelade oder Mus. Besonders beliebt ist allerdings das direkte Verarbeiten der leckeren Früchte in Kuchen und Desserts.

Dabei wird die Auswahl an anbaubarem Obst für jeden Hobby-Gärtner immer größer. Neben den klassischen Obstsorten finden sich immer öfter auch exotische Sorten aus ursprünglich wärmeren Gefilden. Damit lässt sich dem Garten nicht nur ein Hauch von Exotik verleihen, sondern die Ernte um viele Leckereien erweitern.

Tipp: Besondere Obstbäume für den Garten

Granatapfel im Kübel pflanzen

Granatapfelbaum Garten
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Ein Garten-Highlight, das nicht jeder hat und zudem sehr gesund ist, ist der Granatapfelbaum. Er gilt als sehr robust, benötigt jedoch sehr viel Licht und Wärme. Daher muss er in einem Kübel gehalten werden, sodass er im Winter hereingeholt werden kann.

Da der Baum einige Jahre benötigt, bis er ausreichend Früchte trägt, muss hier eine geeignete Transportvorrichtung für den Kübel bereitgestellt werden. Damit lassen sich dann auch die bis zu fünf Meter hohen Bäume im Sommer nach draußen bringen. Die Erntezeit der roten Früchte liegt zwischen Juli und August. Eine entsprechende Pflege für Granatapfelbäume sorgt zudem für eine gesunde und langlebige Pflanze.

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Feigenbaum braucht einen sonnigen Standort

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Was ebenfalls nicht jeder in seinem Garten stehen hat, ist ein ausladender Feigenbaum. Dieser kann fest im Gartenboden eingepflanzt werden, benötigt allerdings einen ausreichend sonnigen Platz. Auch hier dauert es einige Jahre, bis eine größere Ernte zu erwarten ist.

Die Erntezeit ist abhängig von der Feigen-Sorte und der Wärme im Sommer. Einige Feigenbäume tragen so im Juli und im September bzw. Oktober ihre Früchte, andere nur im September und Oktober. Je wärmer der Sommer, desto früher reifen die süßen Früchte heran.

In der Pflege ist dieses Obst recht unkompliziert. Zwischen März und September empfiehlt es sich, dem Baum etwas Dünger zu geben, damit er mehr Energie in seine Früchte stecken kann. Ansonsten kann er durch einen leichten Schnitt im Frühjahr in Form gebracht werden. Ein Radikalschnitt ist jedoch zu meiden, da sich das negativ auf die Anzahl der Früchte auswirkt.

Fazit: Obstgarten anlegen

Ein eigener Obstgarten ist in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung. Sie ernten frische, aromatische Früchte direkt vor der Haustür und wissen genau, wie sie gewachsen sind – ohne lange Transportwege, Verpackung und oft mit deutlich weniger oder ganz ohne Chemie. Welche Bäume sich selbst befruchten und Solitär gepflanzt werden, und welche einen Pflanzpartner benötigen, erfahren Sie hier im Bericht: Bestäubung von Obstbäumen.

Dagmar von Gartentipps.com

Seit über 14 Jahren ist Dagmar Dittfeld als Online-Redakteurin für Gartentipps.com aktiv. Auf dem Land aufgewachsen, weiß sie die Vorzüge eines Selbstversorger-Gartens auch heute noch zu schätzen. Ihre ganz besondere Leidenschaft gilt der Gestaltung von Garten, Balkon und Terrasse. Mit ihren Ideen zum Dekorieren, Do-It-Yourself und Upcycling hat Dagmar schon viele Leser zum Nachmachen inspiriert.

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