Pflanzen Stauden & Ziergräser

Felsennelke pflanzen und pflegen

Die Felsennelke (Petrorhagia saxifraga) ist nicht nur für Felsgärten eine Empfehlung, dank ihrer wunderschönen rosa Blüten verschönert sie auch zahlreiche andere Gartenkonzepte und ist dabei relativ pflegeleicht.

Felsennelke
© Tomasz / stock.adobe,com
Außerdem sind die nektarreichen Blüten der Petrorhagia saxifraga auch für Nützlinge eine willkommene Nahrungsquelle. Gerade Bienen, Hummeln und Schmetterlinge suchen die Felsennelke im Sommer gerne auf, wodurch die schöne Staude zur idealen Nützlingsweide im Garten wird. Die Horste der Felsennelke erinnern ein wenig an eine Mischung aus Nadelgehölz, Schleierkraut und Malve. Mit letzterer verbindet die Felsennelke ihre traumhaften, tellerförmigen Blüten, die am Rand leicht eingekerbt sind. In der Mitte besitzen die Blütenblätter, ganz wie die der Malve, auffällige Blattnerven, die sich farblich kontrastreich von der Blütenfarbe abgrenzen. Diese ist zumeist weiß oder rosa während die strahlenförmige Blütenzeichnung in der Regel dunkelviolett erscheint.

Vom Schleierkraut hat die Felsennelke dagegen ihren buschig horstigen Wuchs, der dank seiner filigranen und reich verzweigten Triebe besonders luftig und leicht wirkt. Der Triebwuchs wird häufig als sparrig oder spärlich bezeichnet, was der Staude ein rustikales bis mediterranes Aussehen verleiht. Die nadelartigen Laubblätter der Pflanze machen sie außerdem zu einer interessanten Nachbarbepflanzung für Mediterranpflanzen mit ähnlich robusten Blattnadeln, wie Thymian oder Rosmarin. Doch auch in anderen Pflanzkombinationen kommt das Nelkengewächs unwahrscheinlich gut zur Geltung.

Felsennelke (Petrorhagia saxifraga)
Wuchs: halbkugelig, niederliegend
Wuchshöhe: 15 – 25 cm
Wuchsbreite: 30 – 50 cm
Besonderheiten: winterhart, insektenfreundlich
Standort: Sonne
Boden: trocken, gut durchlässig, geringer Humus- und Nährstoffbedarf
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Felsennelke im Garten

Die auch als Steinbrech-Felsennelke bekannte Felsennelke macht ihrem Namen alle Ehre. Ursprünglich in Europa und Vorderasien heimisch, bevölkert sie mit Vorliebe Juragestein sowie die Felsbandgesellschaften von Gebirgsregionen, wie den Alpen oder der mediterranen Macchie. Für den Mediterran- oder Steingarten ist Petrorhagia saxifraga daher wie geschaffen. Auch im Steppengarten oder Heidegarten bzw. der Felsenheide macht sich das Nelkengewächs unwahrscheinlich gut. Denn ihr rustikales Erscheinungsbild verleiht kargen und steinigen Gartenkonzepten zuverlässig das gewisse Etwas.

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Felsennelke gibt Schotterhalden, steinigen Grund und Kiesflächen als optimale Wuchsgründe vor. Jedwede Steinanlagen im Garten sind zur Kultur von Petrorhagia saxifraga also wie geschaffen. Wegen ihrem polsterartigen Wuchs verschönert die Felsennelke dabei vor allem kahle Beet- und Steinflächen. Insbesondere

✅ Steindächer
✅ Dachgärten
✅ Mauerkronen
✅ Trockenmauern
✅ Steintreppen
✅ Steintröge
profitieren von einer Bepflanzung mit Petrorhagia saxifraga. Da die Horste der Pflanze außerdem nur 30 bis 50 cm hoch werden und niederliegend wachsen, eignen sie sich auch hervorragend als Bodendecker.

Petrorhagia saxifraga gedeiht in freier Natur gerne in Trockenrasen-Gesellschaften der Ordnungen Sedo-Scleranthetalia und Festuco-Brometea. Die Felsennelke gedeiht also gerne zwischen klassischen Trockenrasenpflanzen wie

✿ Knäuelkräutern
Mauerpfeffer
✿ Schiller- oder Silbergras
✿ Schwingelarten
✿ Skabiosen-Flockenblume
Wiesenknopf
✿ und Wiesensalbei
Auch Moose und andere Polsterstauden, wie Gänsekresse, Zwerg-Glockenblume oder Sand-Thymian mag die Felsennelke äußerst gerne als Nachbarpflanzen. Und selbst Steinklee und Königskerzen eignen sich als Pflanzpartner wunderbar.

» Tipp: Die Felsennelke gilt als ideale Startbepflanzung für Neulinge im Bereich der Gärtnerei. Da sie nicht viel Pflege braucht und in Sachen Standortbedürfnisse äußerst genügsam ist, kann man mit ihr kaum etwas falsch machen.

Felsennelke – Standort und Pflanzung

Felsennelke pflanzen
© nahhan / stock.adobe.com
Das Hauptverbreitungsgebiet von Petrorhagia saxifraga liegt im Mittelmeerraum sowie in den Felssteppen des Kaukasus. Dementsprechend bevorzugt die Felsennelke sonnige sowie trockene Standorte. Außerdem sollte das Substrat die kargen und steinigen Eigenschaften der Herkunftsgebiete wiederspiegeln. Gut durchlässige, sandig-kiesige bzw. kiesig-lehmige Böden mit einem geringen Humus- und Nährstoffanteil sind demzufolge die beste Wahl. Der pH-Wert des Bodens sollte im basischen Bereich zwischen 8 und 10 liegen. Ein gewisser Kalkgehalt des Bodens ist wünschenswert.

➔ Pflanzanleitung Schritt für Schritt

1. Schritt – bester Zeitpunkt

Pflanzen Sie die Felsennelke am besten im Spätfrühling, nach den Eisheiligen. Die Pflanze liebt Sonne und Wärme, weshalb sie sich nach den letzten Spätfrösten besonders schnell am Standort eingewöhnt. Alternativ kann eine Pflanzung aber auch im Frühherbst vorgenommen werden, wenngleich die Standortetablierung hier etwas länger dauern könnte.

2. Schritt – Boden lockern

Lockern Sie das Standortsubstrat vor der Pflanzung tiefgründig auf und reichern Sie es gut mit Kies an. Auch eine Kiesdrainage zum verbesserten Wasserablauf ist empfehlenswert. Um saure Böden abzumagern, kann am Standort etwas Kalk ausgegeben werden.

3. Schritt – Pflanzabstand beachten

Felsennelke erreicht eine Wuchsbreite von 30 bis 50 cm. Der Pflanzabstand sollte daher etwa 40 cm betragen. Setzen Sie nicht mehr als 6 bis 8 Pflanzen pro m² ein. Besonders schön zur Geltung kommen Pflanzungen der Felsennelke in kleinen Grüppchen zu je 10 Stück.

Felsennelke gießen und düngen

Da die Felsennelke trockene Standorte bevorzugt, ist eine Bewässerung nur selten nötig. Natürlicher Niederschlag ist in den meisten Fällen also vollkommen ausreichend. Nur unmittelbar nach der Pflanzung sollte der Boden einmalig gut gewässert werden.

Auch eine zusätzliche Düngung ist bei Petrorhagia saxifraga nicht nötig. Im Gegenteil, freut sich die Pflanze über karge Standorte, da sie humus- und nährstoffarme Böden liebt. Lediglich Dachbegrünungen profitieren von der alljährlichen Ausgabe eines Langzeitdüngers für Blühpflanzen im Frühling.

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Felsennelke schneiden und vermehren

Die Blütezeit von Felsennelken reicht von Juli bis September. Geschnitten werden muss die Pflanze während dieser Zeit nicht. Allerdings können Sie besonders schöne Exemplare als Schnittblumen für die Vase entnehmen. Eine Vermehrung kann über die Aussaat von Samen erfolgen.

➔ Vermehrung durch Selbstaussaat

Nach der Blütezeit im Sommer und Frühherbst bildet die Felsennelke kleine Kapselfrüchte aus. Die Pflanze sät sich dann gerne selbst im Garten aus.

➔ Vermehrung durch Vorkultur

Man kann die Früchte aber auch absammeln und kontrolliert aussäen. Alternativ gibt es im Handel Saatgut zu kaufen. Die Vorzucht von Samen der Petrorhagia saxifraga ist dann ab März im Haus möglich. Eine Anzucht im Topf ist auch empfohlen, wobei die Keimtemperatur 15 bis 20 °C betragen sollte. Drücken Sie das Saatgut lediglich leicht an und wässern Sie es danach gut. Die Keimung sollte dann innerhalb von 4 bis 8 Wochen erfolgen. Im Mai sind die Jungpflänzchen dann bereit zur Auspflanzung ins Freiland. Dabei ist ein Pflanzabstand von ca. 25 cm zu beachten.

➔ Vermehrung durch Direktaussaat

Da die Felsennelke warme Keimtemperaturen benötigt, ist eine Aussaat ins Freiland nicht vor April zu empfehlen. Besser ist es, bis nach den Eisheiligen zu warten, damit keine Spätfröste die Keimung beeinträchtigen. Die Aussaat erfolgt dann wie schon bei der Vorzucht in einer Saattiefe von maximal 0,5 cm. Nach der Keimung werden die Jungpflanzen dann noch einmal pikiert, damit sie im Garten genügend Platz zur Entwicklung haben.

Felsennelke überwintern

Petrorhagia saxifraga ist bis -23 °C winterhart und damit eigentlich äußerst frostresistent. Allerdings verträgt sie kein eisiges Schmelzwasser, weshalb man die Pflanze im Winter mit Reisig oder Rindenmulch abdecken sollte. Pflanzen, die zur Dachbegrünung eingesetzt wurden, werden durch welke Horste und ggf. etwas Laubabdeckung geschützt.

Krankheiten und Schädlinge

Es sind keine besonderen Schadbilder an der Felsennelke bekannt.

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