Pflanzen Bodendecker

Gewöhnliche Haselwurz – Standort, Pflanzung und Pflege

Sie sind auf der Suche nach einem imposanten Bodendecker für Ihren Garten? Die Gewöhnliche Haselwurz kann nicht nur mit ihrem interessanten Laub überzeugen.

Gewöhnliche Haselwurz
© maxandrew / stock.adobe.com

Dank ihren ziervollen, nieren- bis herzförmigen Blättern ist die Gewöhnliche Haselwurz eine der schönsten Blattschmuckpflanzen unter den Bodendeckern. In ihrer Kultur zeigt sich die Staude relativ robust und pflegeleicht. Darüber hinaus hat die Pflanze auch nützliche Qualitäten, die aber wortwörtlich mit Vorsicht zu genießen sind.

Eigenschaften der Gewöhnlichen Haselwurz

Die auch als Heimische Haselwurz bekannte Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum) erreicht gerade einmal Wuchshöhen von 5 bis 10 cm. Dabei bildet sie knapp über dem Boden einen dichten Blatt-Teppich aus. Er wirkt durch die besondere Beschaffenheit der Blätter äußerst dekorativ. Die meist nierenförmigen Blätter erstrahlen in einem kräftigem Dunkelgrün, das den Laubteppich ganzjährig zum Leuchten bringt. Die Blattoberfläche ist außerdem von netzartigen Blattadern durchzogen, die den Blättern eine schmückende Verzierung verleihen.

Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum)
Wuchs: flächig, kriechend, rhizombildend
Wuchshöhe: 3 – 15 cm
Wuchsbreite: 20 – 25 cm
Blütezeit: März bis April
Standort: Halbschatten
Boden: frisch, durchlässig, humusreich, kalkhaltig
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Asarum europaeum – Gift- und Heilpflanze in einem

Mancher medizinische Wirkstoff machte die Gemeine Haselwurz im Altertum zu einer wichtigen Heilpflanze. Das Heilen mit Asarum europaeum hat dabei aber auch seine Schattenseiten. Denn zahlreiche Wirkstoffe in der Pflanze wirken moderat dosiert zwar heilsam, in zu hohen Dosen kehrt sich die Heilwirkung allerdings ins Gegenteil und die pflanzeneigenen Inhaltsstoffe entfalten ihre giftige Wirkung.

➔ Haselwurz – Inhaltsstoffe mit heilender Wirkung

Bis weit ins 18. Jahrhundert war eine Anwendung der Rhizome von Asarum europaeum als Brechmittel sehr gebräuchlich. Denn die ätherischen Öle der Pflanzenwurzeln gelten als brechreizfördernd. Namhafte Heilkundige, wie Dioskurides, schrieben der Heimischen Haselwurz außerdem eine erwärmende, harntreibende, schmerzstillende und menstruationsfördernde Wirkung zu. In der Homöopathie ist das Kraut bis heute Bestandteil der Potenz D3 gegen abendliche Blutwallungen, Abgeschlagenheit und kalte Hände.

Sowohl die Blätter, als auch die Wurzeln der Haselwurz, besitzen ein würziges, nach Pfeffer schmeckendes Aroma. Im Mittelalter nutzte man die Pflanze darum auch gerne als Küchenkraut. Verantwortlich für den Pfeffergeruch der Staude ist der pflanzeneigene Wirkstoff Asaron. Die würzigen Asarone sind immer wieder als wichtiger Inhaltsstoff für Magenbitter und Liköre in Gebrauch.

Asaronen wird auch die krampflösende Wirkung von Asarum europaeum zugeschrieben, die bei Menstruationsbeschwerden und schmerzhaften Bauchkrämpfen helfen soll. Ein weiterer Grund, warum Gewöhnliche Haselwurz in der Volksmedizin vieler Völker eine wichtige Rolle spielte.

➔ Vorsicht Vergiftungsgefahr!

Trotz ihrer heilsamen Wirkung haben gerade ⍺- und β-Asarone auch ein hohes Vergiftungspotential. In verschiedenen Studien fielen daneben krebserregende Eigenschaften bei zu hoher Dosierung von β-Asaron auf. Ein gezielter Lebensmittelzusatz von β-Asaronen ist deshalb in der EU verboten. Ausschließlich zufällige Spuren des Stoffes dürfen in Lebensmitteln vorkommen. Als Richtwert gilt hier eine Höchstmenge von 1,0 mg/kg.

Es gibt noch einige weitere giftige Wirkstoffe in der Heimischen Haselwurz, die bei Überdosierung

  • Atemlähmung
  • Darmblutungen
  • Durchfall
  • Gebärmutterblutungen
  • Magenschmerzen
  • Schleimhautentzündungen
  • Übelkeit und Erbrechen
auslösen können. Laien wird deshalb entschieden von privaten Experimenten mit Gewöhnlicher Haselwurz abgeraten. Besser geeignet sind hier professionelle pflanzliche Heilmittel aus der Apotheke. Bei einer Kultur im Garten ist es ferner wichtig, die Heimische Haselwurz stets außer Reichweite von Kindern zu kultivieren

Gewöhnliche Haselwurz im Garten

Die Einsatzmöglichkeiten der Gewöhnlichen Haselwurz im Garten sind sehr vielseitig. Abgesehen vom Apothekergarten findet man das Kraut vor allem in naturbelassenen Gartenkonzepten wie dem Naturgarten oder Waldgarten. Gleiches gilt für Waldfriedhöfe, auf denen die Staude als anspruchslose Grabbepflanzung genutzt wird. Auch als Begrünung für Böschungen und Abhänge ist die Heimische Haselwurz wie geschaffen. Des Weiteren wird die Pflanze häufig zu den Stauden gezählt, die sich im Steingarten wohlfühlen.

Auch die purpurroten bis braunen Trichterblüten der Haselwurz haben einen gewissen Zierwert. Nicht nur, dass sie inmitten des grünen Blattschmucks während der Blütezeit von März bis Mai wunderschöne Farbakzente setzen. Zudem duften die Haselwurz-Blüten auch wunderbar und ziehen so viele Nützlinge wie Bienen oder Hummeln an. Als Beeteinfassung für andere Nützlingsweiden ist die Blattschmuckpflanze damit ideal.

Gewöhnliche Haselnuss Laub
© ekim / stock.adobe.com
Der Schattengarten ist ein idealer Standort für die Heimische Haselwurz. Ähnlich sieht es an sonnenarmen Gartenstandorten aus, die für lichthungrige Pflanzen eher ungeeignet sind. Die immergrüne Staude kaschiert hier ganzjährig kahle Beetstellen und schmückt die schattigen Standorte im Winter sogar mit dekorativem Herbstlaub. Dieses färbt sich in den Wintermonaten leicht rötlich, was in der kalten Jahreszeit rare Farbakzente in den Garten zaubert.

Wissenswertes:

Ihren Namen hat die Gewöhnliche Haselwurz dem Umstand zu verdanken, dass sie besonders gerne unter Haselnusssträuchern wächst. Daran zeigt sich die gute Eignung von Asarum europaeum zur Unterpflanzung größerer Sträucher sowie zur Flächenbegrünung unter hohen Bäumen. Deren lichter Schatten ist für die Pflanze mit Blick auf ihre Standortanforderungen auch gar kein Problem.

Standort für die Gewöhnliche Haselwurz

Gemäß ihrer Bezeichnung als Heimische Haselwurz ist Asarum europaeum vor allem in Deutschland bzw. Europa heimisch. Hier wächst sie vorzugsweise an feuchten, nährstoffreichen und kalkhaltigen Waldstandorten. Entsprechende Bodenverhältnisse sind demnach auch im Garten wünschenswert. Empfehlenswert sind sandig-lehmige oder sandig-tonige Substrate. Der optimale Boden-pH-Wert liegt mit 8 bis 10 im basischen Bereich.

Kälte macht der Heimischen Haselwurz kaum etwas aus, ist sie doch an europäische Winter gewöhnt und bis zu -29 °C winterhart. Ein spezieller Winterschutz wird daher nicht benötigt. Wie bereits angedeutet, sollte die heimische Wildpflanze aber an schattigen bis halbschattigen Standorten angepflanzt werden. In praller Sonne könnten ihre zarten Blätter ansonsten leicht verbrennen. Gute Pflanzpartner für Asarum europaeum sind andere Schattenstauden wie

Gewöhnliche Haselwurz pflanzen

Schritt 1: Wie die meisten Stauden wird auch die Gewöhnliche Haselwurz im Frühling gepflanzt. Wählen Sie hier am besten einen frostfreien Tag im Mai – nach den Eisheiligen.

Schritt 2: Lockern Sie den Boden am Standort für Asarum europaeum tiefgründig auf. Entfernen Sie dabei alle Bodenhindernisse und Unkrautreste aus dem Substrat. Zur Grunddüngung kann etwas Humus, Torf und / oder Komposterde in den Boden eingearbeitet werden. An sehr feuchten Standorten sollte außerdem zusätzlich Kalkpulver ausgestreut werden.

Schritt 3: Gewöhnliche Haselwurz wächst vergleichsweise langsam und benötigt an die zwei Jahre, bis sie sich gut am Standort etabliert hat. Auch ist ihre Wuchsbreite mit 20 bis 25 cm überschaubar. Pro Quadratmeter kann man darum getrost 10 bis 20 Jungpflanzen für einen kompakten Pflanzenteppich einplanen. Der optimale Pflanzabstand für Asarum europaeum beträgt 20 cm.

Gewöhnliche Haselwurz pflegen

➔ Die gewöhnliche Haselwurz gießen und düngen

Unmittelbar nach der Pflanzung wird die Heimische Haselwurz großzügig angegossen. Hat sich die Haselwurz aber erst einmal eingewöhnt, ist sie unwahrscheinlich pflegeleicht. Selbst zeitweise Trockenphasen verträgt sie sehr gut, wenn der Standort nur schattig genug ist. Gegossen wird darum allenfalls, wenn der natürliche Niederschlag langfristig ausbleibt. Das gilt auch für die Wintermonate, in denen zu trocken stehende Pflanzen an frostfreien Tagen bewässert werden.

Zur Orientierung reicht es, den Boden regelmäßig auf Feuchtigkeit zu überprüfen. Erscheint das Substrat sehr trocken, sollten Sie gießen. Weil es sich bei der Gewöhnlichen Haselwurz um eine kalkliebende Pflanze handelt, kann man für die Bewässerung auch kalkhaltiges Leitungswasser verwenden.

Tipp: Bringen Sie alle zwei Jahre eine frische Mulchschicht im Wurzelbereich aus, das schützt den Boden vor Verdunstung und hält außerdem Unkraut fern.

Zur Düngung der Gemeinen Haselwurz bietet sich reifer Kompost oder Laubhumus an. Grundsätzlich sind zusätzliche Nährstoffgaben an der Haselwurz nicht nötig, können aber erfolgen, um die Standortetablierung und die Blühfreude zu unterstützen.

Gewöhnliche Haselwurz schneiden

Da die Gemeine Haselwurz nur sehr langsam wächst, wuchert sie auch nicht übermäßig im Gartenbeet. Ein Schnitt ist daher im Grunde nicht nötig. Lediglich welke Blätter und abgestorbene Pflanzenteile sollten regelmäßig entfernt werden. Dadurch bleibt die Pflanze gesund und treibt im Folgejahr wieder kräftig aus. Zudem lassen sich so auch Pflanzenkrankheiten vermeiden.

Gewöhnliche Haselwurz vermehren

Blüte der Gewöhnlichen Haselwurz
Die Gewöhnliche Haselwurz vermehrt sich auch durch Selbstaussaat – © Luka / stock.adobe.com
Die Vermehrung von Asarum europaeum gelingt am einfachsten via Wurzelteilung. Allerdings sollte man damit warten, bis sich die Pflanze vollständig am Standort eingewöhnt hat. Führen Sie eine Wurzelteilung daher frühestens nach dem zweiten, besser erst nach dem dritten Standjahr durch. Alternativ ist eine Vermehrung durch Selbstaussaat für die Gemeine Haselwurz relativ üblich.

➔ Haselwurz vermehren durch Selbstaussaat

Eine Selbstaussaat erfolgt bei Asarum europaeum automatisch nach der Samenreife. Diese findet meist im Juni statt. Täuschblumen, die in ihren Eigenschaften sehr den Pilzen ähneln, locken zuvor Pilzmücken an, welche die Blüten bestäuben und so zur Fruchtreife beitragen. Die reifen Kapselfrüchte säen sich dann zwischen Juli und August aus. Als Helfer bei der Selbstaussaat gelten Ameisen, die von dem Elaiosomen in den Pflanzensamen angezogen werden. Es ist zu bedenken, dass bis zur Keimung der Samen an die zwei Jahre vergehen können.

➔ Haselwurz vermehren durch Wurzelteilung

Die Wurzelteilung der Gemeinen Haselwurz erfolgt im Frühling vor dem Neuaustrieb. Graben Sie die Pflanze dann vorsichtig aus, befreien Sie den Wurzelstock von Erde und teilen Sie ihn mit einem scharfen Messer in zwei gleich große Teile. Die Teilstücke können danach gleich neu verpflanzt werden.

Gewöhnliche Haselwurz – Krankheiten und Schädlinge

Die Wurzeln der Gemeinen Haselwurz sind mit Blick auf ihren Giftgehalt nicht ganz ungefährlich. Jedoch hat der pfefferartige Geruch, der durch die ätherischen Inhaltsstoffe der Pflanze entsteht, auch sein Gutes. Schädlinge, wie Wühlmäuse oder Fliegen, werden durch ihn nämlich erfolgreich fern gehalten. Schnecken fühlen sich von den leckeren Blättern der Staude dagegen leider magisch angezogen.

Um einer Schneckenplage an Asarum europaeum Herr zu werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einige belassen es dabei, die Weichtiere regelmäßig abzusammeln. Das kann bei dem dichten Laubteppich, den die Pflanze ausbildet, aber schnell sehr mühsam werden. Effektiver ist darum die Ausbringung einer herkömmlichen Schneckenabwehr, wie dem beliebten Schneckenzaun.

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Alternativ lassen sich auch einige biologische Schneckenmittel empfehlen. Hierzu zählen unter anderem Kaffeesatz, Begonien-Jauche und Alaunwasser. Letzteres lässt sich ganz einfach aus 40 g Kaliumaluminiumsulfat herstellen, das man im Garten gerne zum Blaufärben von Hortensien verwendet. In jeder Apotheke erhältlich, mischt man das Kaliumaluminiumsulfat lediglich mit 10 l kochendem Wasser und besprüht mit der Lösung anschließend die von Schnecken befallenen Pflanzen.

Foto1: Gewöhnliche Haselwurz - pflegeleichter Bodendecker, Foto2: Herbstlaub der Gewöhnlichen Haselwurz, Foto3: Blühende Gewöhnliche Haselnuss

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